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kobinet-nachrichten
11.09.2006 - 00:01
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl Berlin (kobinet) Wolfgang Amadeus Mozart war eigentlich Jazzer. Die Musiker von Klazz Brothers und Cuba Percussion konnten dies ihrem Publikum am vergangenen Wochenende zum Abschluss des Berliner Blues- und Jazzfestivals auf hinreißende Art und Weise vermitteln. Mit ihrem begeistert aufgenommenen Konzert "Mozart meets Cuba" im Hof des historischen Köpenicker Rathauses blieben sie bei ihrer in der Musikwissenschaft allerdings umstrittenen Behauptung, dass der Salzburger Meister nicht nur in Paris (kobinet 23.1.06) weilte, sondern heimlich auch Kuba besuchte. Kilian Forster, der Virtuose am Kontrabass, sprach in Köpenick wieder von der Entdeckung eines zuvor unbekannten Bäslebriefs, den das Wolferl an seine Cousine in Augsburg geschrieben haben soll. "In dieser heißen luft höret man von überall music, sie beweget die menschen, es wird gescherzt und getanzet. Mambo rapid ... es inspriret meine music", ist da zu lesen. Tatsächlich brachten die fünf Männer an Bass, Piano, Drums, Timbales und Congas an diesem Abend Mozart, wie er swingt und lacht zum großen Spaß eines Publikums, das in diesem Jahr wieder zahlreiche einheimische und internationale Spitzenkönner erleben konnte. Die Klazz Brothers, Kilian und Tobias Forster aus Vilsbiburg bei Landshut sowie ihr Dresdener Drummer Tim Hahn, haben sich mit Alexis Herrera Estevez und Elio Rodriguez Luis (Duo Cuba Percussion) aus Havanna zusammengetan. Im Mozartjahr sind sie mit ihrer Synthese aus Klassik, Jazz und kubanischen Rhythmen gefragt wie nie zuvor. Kilian Forster hat seinen Job als Solobassist bei den Dresdner Philharmonikern jetzt ganz an den Nagel hängt. "Das Rezept des Erfolgs ist ebenso einfach wie bezwingend: Man greife beherzt ins Füllhorn unsterblicher Mozart-Melodien, schüttele sie ein wenig im Mixbecher kubanischer Rhythmen aus dem Klavier, grundiere das Ganze mit gepflegten Off beats aus Congas, Timbales und Maracas, füge einen gestrichenen Kontrabaß hinzu und ab und zu eine Prise Trompete oder Mundharmonika", beschrieb der Kritiker einer großen Zeitung den Erfolg der Musiker.

Auf dem bei SONY erschienenen Album "Mozart meets Cuba" sind als Gäste noch der Sänger und Welthitschreiber Lou Bega sowie Mario Felix Hernandez Morejon (Trompete) und Oliver Roland Kerourio (Mundharmonika) zu hören. Auf der Bühne in Köpenick ging es noch viel mehr zur Sache. So eine wilde Show ist sicherlich wieder zur Eröffnung der Jazztage Dresden am 4. November zu erwarten, wenn es auch hier in der Gläsernen Manufaktur von VW "Mozart meets Cuba" heißt.
Auf www.klazz-brothers.com gibt's weitere Termine, die neben einer Asientour in diesem Jahr noch geplant sind. In der ZDFmediathek ist eine kurze Demo in großer Besetzung mit dem Philharmonischen Jazzorchester anzuklicken - zum Hören und Sehen des Ausschnitts eines Konzerts zum Auftakt des Mozartjahres.
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