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kobinet-nachrichten
16.09.2006 - 15:00
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Duderstadt (kobinet) Einen Rückblick über die Bewegung behinderter Frauen, die vor 25 Jahren ihren Anfang nahm, halten behinderte Frauen heute im Rahmen einer Tagung des Weibernetz in Duderstadt. Die jüngste Teilnehmerin, Katharina Marks, feiert dort heute ihren 25. Geburtstag und hat einen besonderen Blick auf die Entwicklung der Frauenbewegung der letzten 25 Jahre und deren Zukunft. "Die Tagung ist total toll und macht richtig Spaß. Vor allem finde ich die Altersspanne der Teilnehmerinnen klasse, denn diese reicht von der jüngsten Teilnehmerin, die heute ihren 25. Geburtstag feiert, bis zur ältesten Teilnehmerin mit 72 Jahren", berichtete Martina Puschke den kobinet-nachrichten aus Duderstadt. Die Tagung hatte gestern mit einer kurzen Vorstellung der Teilnehmerinnen und einem Abend am Lagerfeuer begonnen. Das hat schon fast Tradition, denn während des Sommercamps, das auch im Jugendgästehaus Duderstadt durchgeführt wurde, waren die Abende am Lagerfeuer auch immer ein besonderes Highlight. Eine zentrale Botschaft der heutigen Podiumsdiskussion war nach Informationen von Martina Puschke, dass die radikalen Zeiten von früher vorbei sind. Während behinderte Frauen früher verstärkt auf Nichtbehinderte eingehackt hätten, sind nun die Handlungs- und Kooperationsfelder der Bewegung behinderter Frauen wesentlich breiter geworden. Dr. Gisela Hermes führte aus, dass die Diskriminierung behinderter Frauen heute nicht mehr ganz so offensichtlich sein, sondern viel subtiler und damit wesentlich schwieriger greifbar wären. "An der Lebenssituation behinderter Frauen hat sich aber nicht sehr viel verändert. Diese werden immer noch in vielen gesellschaftlichen Bereichen massiv benachteiligt", so Dr. Gisela Hermes. Für Prof. Dr. Theresia Degener ist der Erhalt von Netzwerken und Interessenvertretungen behinderter Frauen heute noch genau so wichtig, wie deren Aufbau vor vielen Jahren. "Wir werden heute zwar als Frauen mit Behinderung bezeichnet, aber die Umsetzung dieser Erkenntnis in die praktische Politik lässt nach wie vor schwer zu wünschen übrig. Viele Arztpraxen, Frauenhäuser, etc. sind nach wie vor nicht zugänglich, da gibt es noch viel zu tun", so Theresia Degener. Die Tatsache, dass die jüngste Teilnehmerin der Tagung, Katharina Marks, genau heute ihren 25. Geburtstag feiert, da behinderte Frauen dem 25jährigen Bestehen ihrer Bewegung gedenken, hatte einen besonderen touch während der Tagung. Als Podiumsteilnehmerin machte Katharina Marks dann auch deutlich, dass jüngere behinderte Frauen ihren eigenen Weg finden müssen und zum Teil andere Formen der Zusammenarbeit bevorzugen. So sei das Internet beispielsweise ein wichtiges Medium zum Austausch. Daher betreibt Katharina Marks unter www.lewu.de ein Internetangebot zum Austausch zu Themen wie Schwangerschaft und Sexualität. Sie dankte den Aktivistinnen der Bewegung behinderter Frauen für ihr Engagement und ihre Erfolge, bat diese aber auch darum, mit ihren Angeboten etwas flexibler zu sein. Junge behinderte Frauen und Mädchen hätten ihren eigenen Weg und daher sei eine Anpassung der Angebote geboten, denn sonst könnten diese gleich mit ihren Müttern etwas unternehmen. Heute Nachmittag werden in Duderstadt verschiedene Themen, die behinderte Frauen betreffen, in Arbeitsgruppen beraten, bevor heute Abend eine große Disco steigt. Morgen Nachmittag endet die Tagung. omp
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