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21.09.2006 - 00:03

Behinderte Kinder: Mitten drin statt außen vor.

Jena (kobinet) Anlässlich des heutigen Weltkindertages fordert die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), dass endlich die Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit behinderte Kinder mitten drin in der Gesellschaft statt außen vor in Sondereinrichtungen leben und lernen können. "Wenn derzeit in Deutschland nur zwölf Prozent der behinderten Kinder den Unterricht mit ihren nichtbehinderten Altersgenossen besuchen, wie dies die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung kürzlich bekannt gab, ist dies schlichtweg ein Armutszeugnis für Deutschland. Behinderte Kinder werden in Deutschland bereits im Kindesalter ausgesondert und auf Sonderschulen verwiesen. Daher ist es kein Wunder, wenn die Integration auch später nicht klappt. Denn was man von jung an nicht lernt, klappt später oft auch nicht", kritisierte Barbara Vieweg, Bundesgeschäftsführerin der ISL, die gegenwärtige Situation. So bewege sich in Sachen schulische Integration in Deutschland derzeit so gut wie nichts, so dass es an der Zeit sei, endlich einen konsequenten Kurs der Integration aller Kinder und Jugendlicher voran zu treiben. "Wir hoffen, dass der diesjährige Weltkindertag dazu beiträgt, auch einmal die Situation von behinderten Kindern in das Blickfeld zu rücken. Denn es ist längst erwiesen, dass die Integration behinderter Kinder einen positiven Effekt auf alle Kinder hat und zudem handelt es sich hier um ein Menschenrecht, gemeinsam mit nichtbehinderten Freunden in der Nachbarschaft aufwachsen und lernen zu können," so Barbara Vieweg. Nicht die behinderten Kinder müssten sich anpassen und in Sondersysteme verschoben werden, sondern die Systeme müssten sich so ändern, dass sie endlich den verschiedenen Bedürfnissen aller Schüler gerecht werden. "Dies reicht von der Integration im Kindergarten und in der Schule bis hin zur integrativen und barrierefreien Gestaltung von Freizeitaktivitäten und -einrichtungen. Es gibt beispielsweise immer noch viel zu wenig barrierefreie Spielplätze, die ein gleichberechtigtes Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung ermöglichen", so Barbara Vieweg. omp 

 
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