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26.10.2006 - 15:11

Fast Flug verpasst und Rollstuhl kaputt.

Berlin/Stuttgart (kobinet) Hans Kreiter hätte heute nach seiner gestrigen Mitwirkung bei einer Anhörung im Tourismusausschuss des Deutschen Bundestages zum barrierefreien Toruismus nicht nur fast seinen Flug von Berlin nach Stuttgart verpasst, weil es mit der Bundespolizei Streit darüber gab, ob er mit dem eigenen Rollstuhl zum Flugzeug darf. Bei der Ankunft in Stuttgart war dann auch noch der Rollstuhl kaputt. "Es war bei meinem heutigen Rückflug wirklich zum in die Luft Gehen. Die Bundespolizei verlangte von mir am Berliner Flughafen Tegel bereits an der Passkontrolle, dass ich nur mit dem Transportrollstuhl des Flughafens und nicht mit meinem eigenen Rollstuhl zum Flugzeug darf. Da ich dies schon bei diversen Flugreisen meist sehr unkompliziert anders erlebt hatte, ließ ich mir dies natürlich nicht gefallen und versuchte mit Argumenten darzulegen, dass dies auch anders geht. Dies führte nicht nur zu einer äußerst unfreundlichen Behandlung durch die Bundespolizei, sondern machte mich auch zum für mich sehr unangenehmen Blickfang für viele wartende Reisende", erklärte Hans Kreiter. Das Ärgerliche sei gewesen, dass sich die Bundespolizei absolut auf stur gestellt hatte. "Ich musste also in den Flughafenrollstuhl umsteigen, um dann am Terminal zu erleben, dass ich mit diesem Rollstuhl nicht die Toilette nutzen kann, was mit meinem eigenen Rollstuhl leicht möglich gewesen wäre", so Hans Kreiter. "Der Hammer war dann, dass ich nach meiner Ankunft in Stuttgart den Rollstuhl kaum mehr nutzen konnte, weil die Bremsen verbogen waren und der Rahmen einen Schlag abgekriegt hatte. Ich hatte eine mords Wut", so Hans Kreiter. Hans Kreiter hatte ironischerweise erst gestern für die Notwendigkeit eines barrierefreien Tourismus im Hinblick auf den demografischen Wandel bei einer Anhörung des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages als Vertreter der Nationalen Koordinierungsstelle Tourismus für Alle geworben. "Ich hätte nicht gedacht, dass die Theorie, dass vielen Reisenden mit Behinderung ständig Steine in den Weg gelegt werden, die sie vom Reisen abhalten, so nah an der Praxis liegt. Es fehlt schlichtweg in Deutschland noch an so vielen Ecken am richtigen Bewusstsein, was das Reisen mit Handicap und vor allem die Rechte behinderter Menschen angeht", resümiert Hans Kreiter seine heutigen Erlebnisse gegenüber den kobinet-nachrichten. "Ich fühle mich hochgradig diskriminiert und werde mir überlegen, wie ich dagegen vorgehen kann." omp 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Anne Yilmaz schrieb am 08.11.2006, 18:29

Mag man für diese unflexiblen Beamten

nur wünschen,
dass sie sich nicht auch irgendwann einmal als Mobilitätseingeschrängte Menschen auf Reisen geben müßen.
Vieleicht sollte man das mal als "Fortbildung" für solche "Helfer" anbieten...
Rein in den Rollstuhl
und dann: "Guten Flug".
*fg*

Phil Herold schrieb am 27.10.2006, 03:14

Unsicherheit

"...nur die gewohnte Unsicherheit im Umgang mit behinderten Menschen, die zu dem diskriminierenden Verhalten in Tegel führte."

Unsicherheit und Unwissenheit ist meiner Meinung nach nur ein Vorwand. Weil "WIR" haben ja nicht gewußt dass die Nazis auch behinderte umgebracht haben. Für mich sagt allein das "WIR" schon alles.
Holla!

Max Mütze schrieb am 26.10.2006, 17:16

Bundespolizei diskriminiert?

Hoffentlich hat Kreiter auf dem Flughafen nicht einen Sympathisanten von Angehörigen der „Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit“ (MKÜ) der Bundespolizei in Schöneweise erwischt, über die heute die Berliner Zeitung unter der Überschrift „Rechtsextremisten in Uniform“ berichtete. Hoffentlich war es nur die gewohnte Unsicherheit im Umgang mit behinderten Menschen, die zu dem diskriminierenden Verhalten in Tegel führte. Nicht alle Polizisten kennen offenbar die bekannten Hinweise, wie mit Reisenden im Rollstuhl bei der unvermeidlichen Personen- und Gepäckkontrolle intelligent umgegangen werden kann.

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