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31.10.2006 - 00:01

Kunst kann Wegweiser sein.

Berlin (kobinet) Die Ausstellung Randfigur [Bitte Warten!] im Berliner Kleisthaus geht am 17. November mit der Präsentation der Arbeiten von Schülern, Strafgefangenen und behinderten Menschen zu Ende, die eigene Piktogramme zusammen mit dem ausstellenden Künstler Christopher Lewis schufen. "Kunst kann Wegweiser für eine Gesellschaft sein", sagte Karin Evers-Meyer, Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, die zur Finissage eingeladen hat. Sie freue sich, dass vor allem jüngere Menschen angesprochen werden konnten, die interessiert sind, über Symbole - etwa in Form der bekannten Graffitis - Abbildungen ihrer Lebenssituationen zu schaffen. Die Workshops für Schülerinnen und Schüler waren nach kurzer Zeit fast ausgebucht. Aber auch bei Strafgefangenen und behinderten Menschen zeigte sich ein großes Interesse, Alltagssituationen des Wartens zu thematisieren. "Mit dieser Form des Austausches erhalten wir erfahrungsgemäß sehr authentische Aussagen über gesellschaftliche Entwicklungen", so Evers-Meyer. "Ich bin sicher, dass sich das Interesse von jüngeren Menschen an Piktogrammen auch bei der Präsentation der Arbeiten anlässlich der Finissage am 17. November widerspiegeln wird." Ausgrenzung und Behinderung wahrzunehmen und zu verhindern, ist nach Ansicht der Behindertenbeauftragten eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. "Es zeichnet die Qualität einer Gesellschaft aus, dass sie den Einzelnen durch die Wechselfälle im eigenen Leben nicht zur Randfigur werden lässt, sondern es ihm ermöglicht, trotz der schicksalhaften Veränderungen wieder in der Mitte des eigenen Lebens zu stehen." sch  

 
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