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20.11.2006 - 12:00

Teilhabepläne brachten die Veränderung.

Bremen (kobinet) Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer, ließ sich heute auf ein Gedankenspiel beim Visionenkongress in Bremen ein. Sie schilderte die Entwicklung der Behindertenpolitik aus der Perspektive des Jahres 2020 und zeichnete dabei eine Vision, von der viele behinderte Menschen träumen. Teilhabepläne brachten dabei eine entscheidende Veränderung. "Helmut Schmidt hat das ja mit seinem berühmten Zitat 'Wer Visionen hat soll zum Augenarzt gehen' auf die Spitze getrieben. Um es gleich vorweg zu nehmen, ich bin Friesin und das sind auch pragmatische Leute, die nicht zum träumen neigen. Dennoch teile ich die zitierte Einschätzung des Altkanzlers nicht. Mich bewegt eher eine alte japanische Weisheit, nämlich 'Visionen ohne Taten werden zu Träumen, Taten ohne Visionen zu Alpträumen.' Ich bin davon überzeugt, dass Aktion eine Vision braucht, sonst bleibt es Aktionismus", so der Einstieg von Karin Evers-Meyer in ihre Zukunftsvision für die Behindertenpolitik im Jahr 2020. "Froh bin ich auch, dass sich das Persönliche Budget zum Regelfall entwickelt hat. Es war damals doch schwer zu vermitteln, warum behinderte Menschen das Geld, das ihre Unterstützung kostet, plötzlich selbst bekommen sollen. Leisten unsere Einrichtungen nicht tolle Arbeit? Warum wollen behinderte Menschen nicht mehr in liebevoll eingerichteten Heimen mit kompetenter Betreuung leben, sondern lieber in eine Wohnung in der Stadt ziehen, wo sie sich ihre Unterstützung individuell einkaufen müssen? Und was ist mit unseren Investitionen und Liegenschaften? Was wird aus dem Personal in den Einrichtungen? Inzwischen konnten diese Fragen beantwortet werden. Behinderte Menschen leben heute mehr denn je mitten unter uns. Sie können dort sein, wo ihre Familie und ihre Freunde sind und bekommen dort die Unterstützung, die sie brauchen. Die Einrichtungsträger haben sich an die neuen Bedingungen angepasst und ihr ambulantes Angebot ausgebaut. Das Personal arbeitet heute außerhalb der Einrichtung und kann dadurch auch freier und selbst bestimmter agieren. Ich denke, wenn wir in weiteren 14 Jahren noch einmal hier zusammenkommen, wird es keine Einrichtung mehr geben, in der mehr als 5 behinderte Menschen zusammenleben", so eine der Visionen der Behindertenbeauftragten. omp Link zur Tagungsdokumentation mit dem vollständigen Redetext von Karin Evers-Meyer 

 
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