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kobinet-nachrichten 22.11.2006 - 15:55
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Schwierige Jobsuche

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Von kobinet-Korrespondent Keyvan Dahesch Frankfurt am Main (kobinet) 2.600 Menschen mit schweren Behinderungen sind zurzeit in Frankfurt und Umgebung arbeitslos. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) ist nach Angaben der Bereichsleiterin Maria Haas aber nur für etwa 700 von ihnen direkt zuständig. Undurchsichtige Zuständigkeiten sorgen für Kritik. Um knapp 1.200 müssen sich die mit BA- und Kommunen-Vertretern paritätisch besetzten so genannten Arbeitsgemeinschaften (Argen) kümmern. Die übrigen 700 wohnen in Optionskommunen, die die Betreuung und Vermittlung in alleiniger Verantwortung erledigen. Diese mit den Hartz-Reformen geschaffenen, für die betroffenen unübersichtlichen Zuständigkeiten machten eine rasche, wirksame Hilfe fast unmöglich, beklagten Teilnehmer einer Diskussion im Haus des Hessischen Rundfunks (HR). Daher sei die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderungen so hoch, bedauerte die Bundesbehindertenbeauftragte Karin Evers-Meyer. Die gesetzlich vorgeschriebene enge Kooperation aller Sozialleistungsträger bei der Unterstützung dieser Menschen lasse auch nach fünf Jahren Praxis immer noch viel zu wünschen übrig, kritisierten Schwerbehinderten-Vertretungen. Auf Erfolge beim Abbau von Hindernissen in seinem Haus und bei der Beschäftigung Schwerbehinderter verwies demgegenüber HR-Intendant Helmut Reitze. Mit 130 gehandicapten Arbeitnehmern unter den 1.750 Beschäftigten übertreffe der HR mit 6,5 Prozent die gesetzlich vorgeschriebene Pflicht, fünf Prozent der Jobs so zu besetzen, sagte Reitze. Nach Angaben von Walter Pohl vom Landesintegrationsamt stimmt die Behörde in der Regel 80 Prozent der Arbeitgeberanträge auf Kündigung schwer behinderter Beschäftigter zu. "Daher ist die Furcht, eine einmal eingestellte gehandicapte Person nie mehr los zu werden, völlig unbegründet", sagte Pohl. Diese Zahl bestätige den sensiblen Umgang der Betriebe mit der Kündigungsmöglichkeit untragbarer behinderter Beschäftigter, erklärte Werner Scherer von der Vereinigung Hessischer Unternehmerverbände. Karin Evers-Meyer appellierte an Betriebe und Verwaltungen in Hessen, bei den 530.000 als schwer behindert registrierten Menschen die Fähigkeiten und nicht die Defizite zu bewerten. omp 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Angelika Stoltze schrieb am 04.12.2006, 11:16

"Traurige Wahrheit"

Es ist eine traurige Wahrheit, dass Menschen, egal ob mit einer schweren oder nicht so schweren Behinderung, arbeitslos sind.
Das schlimme dabei ist, dass es ein Kreislauf ist, wenn man als Behinderter einmal arbeitslos ist.
Und da reden unsere Politiker von Erfolgen.
Die traurige Wahrheit,
Soziale Einrichtungen
(z.b. Kinderhaus ) entlassen Behinderte. Die traurige Wahrheit, das Integrationsamt spielt mit.
Auch die Betriebsräte setzen sich nicht für die Behinderten ein, sondern versuchen nur ihr Schäfchen ins trockene zu bringen, nicht wahr Herr Löw.
Gerade soziale Einrichtungen, die vorspiegeln, für Behinderte da zu sein und Behinderten zu helfen, gerade diese gehen mit Behinderten am schamlosesten um.
Sie klauen sogar Ideen von entlassenen behinderten Arbeitsnehmern, verkaufen diese als eigene und stellen sich in der Öffentlichkeit noch als Wohltäter der Behinderten hin.
Müssen Betriebe Auszeichnungen erhalten, weil sie Behinderte beschäftigen?
Sollten dies nicht selbstverständlich sein?
Doch selbst öffentliche Arbeitgeber (Stadt Friedberg/Hessen und Bad Vilbel stellen keine Behinderte ein. Der tolle Satz, Behinderte werden bevorzugt eingestellt, ist ein Hohn, denn die Stellen sind meist schon unter der Hand vergeben. Man wird noch nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.
Das Arbeitsamt hat in kleineren Ämtern noch nicht einmal ein Integrations-Team, um behinderte Arbeitslose zu betreuen. Da werden behinderte Arbeitslose in die Ablage "P" gelegt.

Das ist die traurige Wahrheit

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