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22.11.2006 - 20:00

Antistigma-Förderpreis für Behindertenbeauftragte.

Berlin (kobinet) Den Förderpreis "Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen" verlieh heute in Berlin die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) gemeinsam mit dem Antistigma-Verein open the doors zum Auftakt der DGPPN-Jahrestagung. Mit diesem von der Fachgesellschaft und dem Unternehmen Sanofi-Aventis Deutschland GmbH finanzierten Preis werden Personen, Institutionen und Selbsthilfegruppen ausgezeichnet, die sich mit ihrer Arbeit um die Entstigmatisierung psychisch kranker Menschen besonders verdient gemacht haben. Der in diesem Jahr mit 4.500 Euro dotierte Antistigma-Förderpreis ging zu gleichen Teilen an den Bundesverband Angehöriger psychisch Kranker, an die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer, und an die Projektgruppe der Filmreihe "Forschungsreise in die Psychiatrie" unter der Leitung von Professor Dr. Eckart Rüther. "Zeige deine Wunde - befreiende Kunst" lautet der Titel der Kunstausstellung, für die Karin Evers-Meyer ausgezeichnet wurde. Die Ausstellung präsentiert 123 Werke von Künstlerinnen und Künstlern mit Psychiatrieerfahrung und wurde seit Oktober 2003 in 38 deutschen Städten gezeigt. Wichtiger Bestandteil des Projektes ist die so genannte "Einladung zum Dialog", mit der die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher aufgefordert werden, Briefe zu den Bildern oder an die Künstler zu verfassen. In diesen Rückmeldungen kommen sowohl Verständnis und Identifikation mit den Schicksalen der Betroffenen zum Ausdruck als auch die Aufforderung, Stärke zu zeigen und Mut zu machen. Karin Evers-Meyer sagte: "Ich bin glücklich, dass es gelungen ist, die Anliegen von Menschen mit Psychiatrieerfahrung stärker in den Blickpunkt zu rücken, ihre kreativen Fähigkeiten zu präsentieren und über die Beteiligung von Besucherinnen und Besuchern zu einer Entstigmatisierung beizutragen." Die sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete wird das Preisgeld der Berliner Förderschule am Gartenfeld für ein Kunstprojekt über Käthe Kollwitz zur Verfügung stellen. "Ich bin überzeugt davon, dass die Kulturarbeit mit Kindern zu dem Thema Menschen mit Behinderung besonders geeignet ist, Vorurteile abzubauen und Türen zu öffnen." sch  

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Elisabeth Riediger-Wirthensohn schrieb am 23.11.2006, 10:13

Entstigmatisierung psychisch Kranker

Entstigmatisierung von Menschen mit psychischer Erkrankung findet auf Kommunalebene, Städten und Gemeinden, in den Familien der Betroffenen, in deren Alltag, in deren Umfeld, gleich ob ambulanter oder stationärer Behandlungsbedarf vorausging, eher leider nicht statt.- Berührungsängste in Arbeitswelt, z.B.folgt Mobbing oder Verlust des Arbeitsplatzes,in Familie und Gesellschaft und gesellschaftliche Ausgrenzung tragen nicht unwesentlich zur Entstehung dieser psychischen Erkrankungen (Behinderungen) bei. In Arbeitswelt, in Gesellschaft, kann man als Betroffene/Betroffener nicht "zugeben", dass man z.B. eine Therapie macht, Lebensläufe müssen in der Arbeitswelt kaschiert werden. Selbst Angehörige in den Familien fühlen sich überfordert und bleiben oft mit der Situation "psychische Erkrankung" alleingelassen.-Grüsse, Elisabeth Riediger-Wirthensohn

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