Berlin/Dresden (kobinet) Trotz eines Protests der behindertenpolitischen Sprecher aller Fraktionen im Bundestag (kobinet 23.11.06) haben das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden und die DKV Deutsche Krankenversicherung eine wohlwollende Reportage über Kindereuthanasie ausgezeichnet. Radio Vatikan meldete das heute unter der Überschrift "Deutschland: Verherrlichung der Euthanasie?" Die Evangelische Nachrichtenagentur idea überschrieb ihre Meldung mit "12.000 Euro für Reportage über Kindereuthanasie". Der Medienpreis "Im Zentrum der Mensch" ging an den Schweizer Journalisten Erwin Koch, der in seiner Reportage "Der gute Tod" die Tötung schwerkranker und behinderter Neugeborener beschreibt. Dabei erläutert Koch die wissenschaftlichen und ethischen Kriterien einer holländischen Klinik, nach denen solche Kinder legal getötet werden dürfen. Der Preis - diesjähriges Thema war "Ethik in der modernen Medizin" - zählt zu den wertvollsten deutschen Auszeichnungen im Wissenschaftsjournalismus. Mit der Preisvergabe sei kein Plädoyer für Euthanasie verbunden, ist auf der Webseite des Museums zu lesen, wo derzeit mit der Ausstellung "Tödliche Medizin" über den Rassenwahn im Nationalsozialismus informiert wird. Der Preis gelte vielmehr der journalistischen Leistung des Autors, dem es in seiner Reportage gelungen sei, einen Grenzbereich ethischen Handelns für den Leser emotional und intellektuell zugänglich zu machen. Durch solche wissenschaftsjournalistischen Texte könne eine Tabuzone ärztlicher Praxis öffentlich gemacht und eine notwendige Auseinandersetzung darüber befördert werden. sch