05.12.2006
- 16:16
Assistenzstammtisch in Hannover gegründet.
Hannover (kobinet) Rund 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Hannover und Bremen gründeten gestern in Hannover einen Assistenzstammtisch. Das teilt Klaus Poll, von Selbstbestimmt Leben Hannover und einer der Initiatoren heute den kobinet-nachrichten mit.
"Nach der Vorstellungsrunde kamen wir schnell zu den Inhalten" berichtet Poll. "Diese waren breit gefächert wie zum Beispiel: Wie sollte eine Zeitungsanzeige aussehen, wenn man eine neue Assistentin oder einen Assistenten sucht". Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten teilweise von haarsträubenden Erlebnissen mit Behörden berichtet. Ein Teilnehmer habe erzählt, er werde seitens der Behörden unter Druck gesetzt um, so wird vermutet, ihn in ein "Heim" zu zwingen. Er habe dem Arbeitgebermodell nichts Positives abgewinnen können, da er über ein Jahr erfolglos nach Assistenzpersonen gesucht habe.
Eine weitere Teilnehmerin berichtete davon, das Arbeitgebermodell innerhalb weniger Monate umgesetzt zu haben. Allerdings sei es wichtig, sich vorher umfassend zu informieren, um gegenüber den Behörden deutlich machen zu können, dass das Arbeitgebermodell die einzige geeignete Alternative darstelle. Wieder andere hätten von ihren sowohl positiven als auch negativen Erlebnissen mit den Behörden erzählt, wenn es um die Umsetzung des Arbeitgebermodells geht. - Die Teilnehmenden beschlossen, sich bereits im Januar erneut zu treffen.
Zur Gründung meint Gerhard Bartz, Vorstandsmitglied des Forums selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA e.V.): "Wir begrüßen es sehr, dass sich - wie vor ein paar Wochen im Muldental - assistenznehmende Menschen zusammenschließen. Der Erfahrungsaustausch ist nicht hoch genug zu bewerten, mal was den Umgang mit Rehaträgern anbelangt, mal was das Procedere bezüglich der Verwaltung des Arbeitgebermodells betrifft. Uns ist bekannt, dass der Sozialhilfeträger in Hannover ein sehr seltsames, wenn nicht gar absurdes Lohnfindungssystem vorschreibt. Nirgendwo sonst wird vom angepeilten Stundenlohn der Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung abgezogen. Dies führt dazu, dass Mitglieder einer teureren Krankenkasse einen höheren Stundenlohn erhalten". ForseA wünsche sich, dass die Muldentaler und die Hannoveraner andere motivieren, sich ebenfalls zu solidarisieren und organisieren. elba
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