Mainz (kobinet) Nach der Tagung «Über Assistenz selbst bestimmen» am 29./30. April in Mainz haben die Interessenvertretung Selbstbestimmt
Leben in Deutschland (ISL e.V.) und das Forum selbstbestimmter
Assistenz behinderter Menschen (ForseA e.V.) die Bundesregierung
aufgefordert, Regelungen für eine bedarfsgerechte und selbstbestimmte
Unterstützung von behinderten Menschen zu verabschieden. Die Veranstalter dieses
Treffens von mehr als 275 TeilnehmerInnen wollen darüber hinaus selbst
aktiv werden und entsprechende Vorschläge für Gesetzesänderungen mit
Hilfe des in Mainz beteiligten Forums behinderter Juristinnen und
Juristen erarbeiten.
«Behinderte Menschen, die auf Assistenz, also auf Pflege und andere
Hilfeleistungen, angewiesen sind, haben in den letzten Jahren eine Reihe
von Ansätzen voran getrieben, die den Betroffenen mehr Selbstbestimmung
ermöglichen. Wir wollen selbst darüber bestimmen, wer uns morgens aus
dem Bett hilft oder uns begleitet und wie unsere Hilfe organisiert wird,
denn wir müssen mit dieser Unterstützung tagtäglich leben. Diese Form
der Selbstbestimmung muss nun endlich im Rahmen von gesetzlichen
Regelungen zur Assistenz behinderter Menschen verbessert und abgesichert
werden», erklärte ForseA-Vorsitzende Elke Bartz. Es gelte daher bessere
Rahmenbedingungen für die Feststellung des Unterstützungsbedarfes, für
die Finanzierung, für die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen der
AssistentInnen, für die Qualitätssicherung und für eine gezielte
Beratung und Unterstützung der Betroffenen und AssistentInnen zu schaffen.
Die Mainzer Tagung wird ausführlich dokumentiert. Die
BerichterstatterInnen aus den fünf Foren, auf dem Foto zusammen mit dem
Moderator der Veranstaltung, dem Journalisten Andreas Winkel, werden in
den nächsten Tagen ihre Mitschriften an die ISL-Bundesgeschäftsführerin
Barbara Vieweg nach Jena mailen. Auf dem Foto (von links nach rechts):
Franz Schmahl, Irene Barzinger, Dr. Sigrid Arnade, Hans-Günter Heiden,
Ottmar Miles-Paul und Andreas Winkel. sch