Wien/Rom (kobinet) "Auf der Seite des Lebens", ist heute ein Kommentar von Dr. Franz-Joseph Huainigg in der Wiener Zeitung Die Presse überschrieben, den BIZEPS-INFO übernommen hat. Piergiorgio Welby ist gestorben, nachdem sein Arzt auf seinen Wunsch hin die Beatmungsmaschine abgeschaltet hat. "Welby saß im Rollstuhl. Ich auch. Er wurde beatmet. Ich hänge an einer surrenden Beatmungsmaschine. Er war fast blind. Ich habe starke Sehprobleme. Er wurde künstlich ernährt. Ich lebe von einer gelblichen Sondennahrung, die in den Darm eingeführt wird. Er wollte sterben. Ich will leben", beginnt Huainigg seinen Gastkommentar. "Piergiorgio Welby ist tot. Sein Arzt hat auf seinen Wunsch hin die Beatmungsmaschine abgeschaltet. Wochenlang verkörperte der an Muskeldystrophie Erkrankte in den Medien Schicksal und Leid." Nach Piergiorgio Welbys Tod überlege nun auch Italien, eine Patientenverfügung nach österreichischem Vorbild einzuführen, so Huainigg zum Ende des Kommentars. "Nicht durch die Hand, sondern an der Hand eines Menschen sterben", wie es Kardinal König formulierte und durch die Hospizbewegung praktiziert wird, ist dabei richtungsweisend. "Es ist klar, dass die einmal begonnene Debatte jetzt fortgeführt wird", so Italiens Ministerpräsident Romano Prodi laut n-tv. Die katholische Kirche verweigert Piergiorgio Welby eine Trauerfeier. "Piergiorgio Welby hat wiederholt und öffentlich seinen Wunsch bekräftigt, sein eigenes Leben zu beenden, was gegen die katholische Lehre ist", teilte das römische Vikariat mit. Die Trauerfeier soll laut Medienberichten nun am Sonntag öffentlich auf einem noch nicht näher benannten Platz in Rom abgehalten werden. lad/sch