Wien (kobinet) Nach einem gemeinsam mit dem Zentrum für Selbstbestimmtes Leben vorgenommenen Bremstest mit Fahrgästen im Rollstuhl will die Wiener U-Bahn nun notwendige Verbesserungsmaßnahmen einleiten, berichtet heute BIZEPS-INFO. "Das gefährlichste bei einer Notbremsung sind für mich als Rollstuhlfahrerin eindeutig die stehenden Fahrgäste", fasst die BIZEPS-Mitarbeiterin Cornelia Scheuer ihre Erlebnisse bei den U6-Bremstests der Wiener Linien in dem Bericht zusammen. Anhand von vorher vereinbarten Schritten wurde die U-Bahn auf dem Probegleis in einer Abstellanlage auf 60 Stundenkilometer beschleunigt und dann zum Stillstand gebracht. Begonnen wurde mit Bremsungen, wie sie im täglichen Betrieb vorkommen. Beendet wurden die Tests mit Notbremsungen, die nur in äußersten Gefahrensituationen angewandt werden. Die Platzverhältnisse der U6 unterschieden sich - bezogen auf Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer - leicht von jenen, die man in den alten U-Bahnen "Silberpfeil" vorfindet. Das Anprallbrett ist in der U6 weniger breit, der Rollstuhl- und Kinderwagenplatz recht eng dimensioniert. Drei Erkenntnisse konnten Tests gewonnen werden. Das Prallbrett muss vergrößert werden. Der Rollstuhlplatz muss vergrößert werden. Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer stehen fester als stehende Fahrgäste. Die ersten zwei Punkte waren schnell erkannt. Das Prallbrett hinter dem Rollstuhlplatz ist derzeit zu klein. Für die Tests wurde von Mitarbeitern der Wiener Linien schon ein größeres Prallbrett montiert, das sich als sehr tauglich erwiesen hat. Ein größeres Problem stellt der derzeit zu kurze Rollstuhl- und Kinderwagenplatz dar. Abhilfe könnte hier durch das Anbringen eines Klappsitzes statt des derzeitigen fixen Sitzes beim Rollstuhlplatz geschaffen werden. sch