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06.01.2007 - 11:25

Ewige Kindheit für Ashley.

Seattle/Berlin (kobinet) In der internationalen Presse wie in der Bloggerszene hat zu Jahresbeginn der Weblog der Eltern eines neunjährigen behinderten Kindes Aufsehen erregt, die das Mädchen seit dem sechsten Lebensjahr mit Hormonen gegen Wachstum behandeln lassen. Tochter Ashley soll nicht zu groß werden, damit sie leichter zu pflegen ist. Die 40-köpfige Ethikkommission eines Kinderkrankenhauses in Seattle hatte am 5. Mai 2004 zugestimmt, das sechsjährige Mädchen nicht mehr wachsen zu lassen. Es wurden Gebärmutter und Brustwarzen entfernt und Östrogen in hoher Dosierung verschrieben. Seit die Eltern jetzt ihren Blog über die "Ashley-Behandlung" ins Netz stellten, ist nicht nur in den Vereinigten Staaten von Amerika eine heftige Diskussion entbrannt. Die in London lebende selbst behinderte Journalistin Christiane Link befürchtet in ihrem Blog, dass behinderte Menschen nun noch um ihr Recht auf Wachstum kämpfen müssen. Für den Wiener Universitätsprofessor Ulrich Körner stellt sich die Frage, ob es hier "um das Wohl des Patienten oder um die Interessen seiner Umgebung" geht. Die österreichische Rechtslage würde das seines Wissens nach nicht zulassen. "In ethischen Grenzfällen muss man vorsichtig sein, ein Urteil abzugeben", sagte Günter Virt, stellvertretender Vorstand des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin an der Universität Wien. "Wenn man einem Menschen künstlich Wachstum und Reife nimmt, dann geht das an den Innenbereich der Menschenwürde", meinte er. Der Vater von Ashley meinte dagegen: "Wer sich Sorgen um Ashleys Würde macht, dem können wir nur sagen, dass sie in einem Körper, der ihrem Entwicklungsstand besser entspricht, würdevoller leben kann." Die Berliner Zeitung zitierte heute die Meinung eines Blogger, aus dessen Sicht die Behandlung Ashleys eine lebensrettende Maßnahme sei: "Einen Babysitter für jemanden zu finden, der vierzig Pfund wiegt, ist das eine, aber für 120 Pfund braucht man einen Spezialisten, und zwar einen hochbezahlten." sch  

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Jo Rimler schrieb am 16.01.2007, 23:35

andere Sichtsweise

Ich las einen englischen Artikel zu diesem Thema und habe aus diesem Grund einiges anzuführen.
Einmal wird es für Alice niemals möglich sein zu sprechen noch irgendetwas selbst zu tun, nocht nicht mal ihren Kopf selbst zu heben. Das ist deshalb so, da sie an der sogenannten 'Encephalopathie' leidet, einer Krankheit des Gehirns.
Natürlich ist es denkwürdig, was ihre Eltern mit Ashley unternommen haben, um mit ihr besser umgehen zu können. Doch ehrlich gesagt ist es als Außenstehener einfach, das zu verurteilen und nicht auch die anderen Gesichtspunkte, die eben die Eltern zu dieser Entscheidung getrieben haben, in Betracht zu ziehen.
Warum könnten denn ihre Eltern das überhaupt gemacht haben? Um sie ihrer Menschenwürde zu entziehen und Geld zu sparen? Das können und sind nicht die einzigen Gründe.
Nehmen wir einmal an, sie würden es nicht tun. Das hätte die Folge, dass Ashley spätestens als Volljährige in eine Anstalt oder auch Heim für Schwerbehinderte müsste, da sie ohne jedliche Hilfe nicht leben kann. Und ihre Eltern könnten sie auch nicht zu Hause bei sich behalten, da das zum einen sehr kostspielig ist, sie zum anderen auch ihr eigenes Leben leben wollen und nicht ihr ganzes Leben nur auf sie fixieren können und es desweiteren für sie auch gar nicht möglich ist, sich gut genug um sie als Erwachsenen zu kümmern, da sie zu schwer dann wäre, um sie gut heben oder bewegen zu können. Das beste für einen Menschen ist, dass er bei Menschen ist, die ihn lieben und ihr bestes tun, um dem behinderten Menschen zu helfen - die Eltern in diesem Fall. Ihr Eltern wollen mit diesem extremen Eingriff die Zukunft Ashleys für diese besser machen, indem sie sie als Kind halten. Als Kind kann sie bei ihren Liebenden bleiben, die sich gut um sie kümmern. Als Kind muss sie nicht alleine in der Welt klarkommen, als Mensch, der sich weder alleine in irgendeiner Art bewegen noch verständigen kann.
Mit dieser Sichtweise der Eltern finde ich es schon verständlicher, wie man so etwas tun kann, nämlich um das Beste für sein Kind tun zu wollen.

Doch natürlich ist es trotzdem fragwürdig, ob es die richtige Entscheidung war. Was mich interessiert ist, ob Ashley genauso denken könnte wie ein Erwachsener Mensch, wenn ihr diese Möglichkeit des Erwachsenwerdens gegeben wäre. Weiß jemand von Ihnen dazu etwas?
Mfg Jo

Melanie Schwab schrieb am 09.01.2007, 15:27

Menschenwürde ?

Der Begriff Menschenwürde wird da arg strapaziert. Die Eltern von Ashley wollen einfach ein pflegeleichtes Kind. Aber Behinderte sollen möglichst pflegeleicht und niedlich bleiben. Und : Wer sagt, dass Ashley sich nicht weiter entwickeln wird ? Jeder entwickelt sich, der eine schneller, der andere langsamer !
Aber keine Entwicklung, das kann ich nicht glauben.
Der Begriff PillowAngel ist schon widerlich genug, und zeigt was Ashley sein soll. Es fragt niemand, was Ashley wirklich denkt oder empfindet. Wie denn auch - sie kann sich nicht äussern. Und das ist erst der Anfang.. denn als nächstes kommt man bestimmt auf die Idee, dass behinderte z.B ihre gelähmten Beine sich amputieren lassen sollen, weil di e nutzlos sind und man doch Geld sparen solle...

Oder : CI-Batterien sind teuer. Jemand kommt auf die Idee : Du sollst doch sparen, also zieh es nur an wichtigen Tagen an..
Also ist Hören auch ein Luxus ?

Es gibt genug Perversitäten.. und das muss man zeigen, an den Pranger stellen. Denn nur so bewegt sich was.

A. Heinker schrieb am 08.01.2007, 18:34

Elternwille und Elternwahn

Das, was da passiert ist, halte ich für einen Skandal !!!
Hoffentlich haben die Eltern im Nachhinein ein ewig schlechtes Gewissen wegen dem, was sie da in die Wege geleitet haben.
Die ominöse Ethikkommission, die die Körperverletzungen genehmigt hat, was die wohl
noch für andere anti-ethische Sachen durchziehen will, würde ich gern mal wissen.
A. Heinker.

Mirco Dörfler schrieb am 07.01.2007, 20:46

Sachen gibts

die sind an Wiederlichkeit kaum zu topen.

Das sowas im sog. Land der unbegrenzten Möglichkeiten in Betracht gezpgen und von Kommisionen genehmigt wird, erfüllt mich mit unglaublicher Wut.

Die verantwortlichen, und zwar alle gehöhren zu hohen Schadenersatz und Haftstrafen verurteilt.

Elisabeth Riediger-Wirthensohn schrieb am 06.01.2007, 13:31

Nur aus Kostengründen....

Eltern, mit Unterstützung des medizinischen Fortschrittes, medizinischer Technik,Ärzte, Mitglieder der Ethikkommission (Krankenhaus, das die Operationen durchführte), haben ihre ureigensten Interressen zu Lasten der "Menschenwürde usw."des nicht "bewustseinsfähigen" Kindes durchgesetzt.- Eine lebenslange bedarfsdeckend zu finanzierende Pflege z.B. im häuslichen Umfeld des heranwachsenden Kindes wäre für die Gesellschaft/Steuerzahler sehr Kostenintensiv. Darin liegt ein wesentlicher Grund, dass hier die "Menschenwürde" eines Kindes geopfert wurde. Auch die Eltern stehen in einer Opferrolle, es ist ihnen nur noch nicht bewußt. Mindestniveu in der Pflege und bei Gesundheitsleistungen, Teilhabeleistungen, tragen zu dem sich hier ablaufenden Prozess bei. Gerade die Angst der Eltern, finanziell/pflegerisch überfordert zu sein, haben hier alle Akteure wirken lassen. Grüsse, Elisabeth Riediger-Wirthensohn

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