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kobinet-nachrichten 11.01.2007 - 09:00
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http://www.kobinet-nachrichten.org

Neue Wege durch E-Learning gehen

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Kassel (kobinet) Das Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) geht mit der Durchführung einer Weiterbildung zur politischen Selbstvertretung behinderter Menschen auf der Basis des E-Learnings neue Wege. kobinet-Redakteurin Elke Bartz sprach mit Dr. Gisela Hermes und Ottmar Miles-Paul über das neue Angebot und die damit verbundenen Möglichkeiten. kobinet-nachrichten: Das bifos bietet einmal wieder eine neue Weiterbildung an. Worum handelt es sich dabei genau? Gisela Hermes: Ja, mit unserer Weiterbildung zur politischen Selbstvertretung behinderter Menschen bietet das bifos dank der Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit ab 1. Februar wieder eine neue Weiterbildung an. Wir haben ja bereits im Bereich des Peer Counseling und in der Tourismusberatung Weiterbildungen durchgeführt und nun wollen wir uns dem Bereich der politischen Selbstvertretung widmen. Wir haben nämlich festgestellt, dass sich zwar viele behinderte und chronisch kranke Menschen in der Selbsthilfe für ihre eigenen Belange, aber auch für die von anderen behinderten Menschen stark machen, aber immer wieder beklagt wird, dass man ja eigentlich viel zu wenig über das politische System und die Handlungsmöglichkeiten weiß. Dem wollen wir mit dieser 15monatigen Weiterbildung entgegenwirken. Und zwar wollen wir dies dieses Mal nicht mit Seminarreihen machen, wie das sonst so üblich ist, sondern auf der Basis des E-Learnings. kobinet-nachrichten: E-Learning ist so ein neuer Begriff, von dem man immer wieder hört, was verbirgt sich genau dahinter? Gisela Hermes: Das stimmt, das ist erklärungsbedürftig. Was wir bisher in Seminaren unterrichtet haben, soll jetzt über den Computer, also über das Internet und per E-Mail vermittelt werden. Das hat den großen Vorteil, dass man nicht ständig reisen muss und dass man sich die Arbeitszeit besser einteilen kann, erfordert aber auch, dass man sich auf eine neue Art des Lernens einlässt. Wir haben dafür zusammen mit Hubertus Thomasius, der auch im Biene-Beirat aktiv ist, viel Energie darauf investiert die herkömmlichen Internetprogramme zum E-Learning möglichst barrierefrei zu gestalten, das ist schon ein erster Erfolg dieses Projektes. Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass die TeilnehmerInnen sich nicht ständig treffen, sondern die Lerneinheiten am Computer bearbeiten und sich über's Internet austauschen. Am Ende gibt es jedoch ein Seminar in Kassel, da wir einerseits wollen, dass sich die TeilnehmerInnen auch direkt kennen lernen und einiges wie Rhetorik doch besser bei einer Präsenzveranstaltung vermittelt werden kann. kobinet-nachrichten: Das hat also gerade für behinderte Menschen, die nicht so viel reisen können oder wollen einen großen Vorteil? Ottmar Miles-Paul: Ja, genau das ist eine der großen Chancen des E-Learnings für uns in der Behindertenselbsthilfe, denn es eröffnet, wie das Internet allgemein, viele neue Möglichkeiten des Lernens. Deshalb freuen wir uns auch, dass wir dies nun dank der Förderung des Gesundheitsministeriums auch einmal modellhaft ausprobieren können. kobinet-nachrichten: Worum geht es bei der Weiterbildung genau inhaltlich? Die politische Selbstvertretung ist ja ein weites Feld. Ottmar Miles-Paul: Das kann man wohl sagen. Wer sich politisch für seine Interesse stark macht, muss eine ganze Menge berücksichtigen. Deshalb haben wir mit der Weiterbildung auch einen weiten Bogen gespannt, der von der Einschätzung der eigenen Interessen und Stärken über die Philosophie und Geschichte der Behindertenbewegung, das Verständnis von Behinderung bis zu konkreten Feldern wie Barrierefreiheit, Gleichstellungsgesetze und Persönliche Assistenz und Budgets reicht. Hinzu kommen wichtige Grundsätze für die Öffentlichkeitsarbeit, rhetorische Übungen und natürlich ein Grundwissen über das politische System und wie man das nutzen kann. Gisela Hermes: Dabei ist uns auch besonders wichtig, dass das Ganze nicht nur theoretisch bleibt. Deshalb haben wir in die Weiterbildung eingebaut, dass sich jeder Teilnehmer ein konkretes Projekt aussucht, mit dem die Teilhabe behinderter Menschen verbessert wird. Das wird dann sozusagen das Fleisch in der Suppe sein, denn daran lernen die TeilnehmerInnen konkret, welche Hürden es bei der Durchsetzung politischer Ziele gibt und welche Möglichkeiten genutzt werden können. kobinet-nachrichten: Wann geht das Ganze genau los und wie lange kann man sich noch bewerben? Ottmar Miles-Paul: Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 15. Januar und dann geht es ab dem 1. Februar 2007 los. Bis 30. April 2008 läuft dann die Weiterbildung. Nähere Infos gibt's auf den Seiten der bifos Online Akademie unter www.bifos-ok.de. kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit der Weiterbildung. elba 

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