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kobinet-nachrichten 11.01.2007 - 17:05
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http://www.kobinet-nachrichten.org

Behinderte Frauen gründen europäisches Netzwerk

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Berlin (kobinet) Vom 2. bis 4. Mai 2007 treffen sich behinderte Frauen in Berlin im Rahmen einer europäischen Konferenz um das Netzwerk zu gründen. Veranstalterinnen sind das Weibernetz e.V., Disabled Peoples International (DPI) und International Training Advice Research . Die Veranstaltung findet im Rahmen des Europäischen Jahres der Chancengleichheit statt. Tagungssprachen sind Deutsch, Englisch und die deutsche Gebärdensprache. Der Tagungsbeitrag ist 75 Euro. Für Übernachtung und Reisekosten gibt es einen Zuschuss. Die Tagung wird finanziert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. "Europapolitik und damit verbunden die europäische Lobbyarbeit werden immer wichtiger. Daher ist es dringend notwendig, die europäische Vernetzung behinderter Frauen voran zu treiben. Das Europäische Jahr der Chancengleichheit für alle bietet hierfür eine gute Gelegenheit" berichtet Gracia Trapp im Namen der Veranstalterinnen. Geplante Inhalte der Konferenz sind: • Austausch über die Lebenssituation behinderter Frauen in Europa und über vorhandene Netzwerke • Darstellung europäischer Strategien zur Nichtdiskriminierung behinderter Menschen • Darstellung nationaler Erfolge bei der Gleichberechtigung behinderter Frauen • Erarbeitung von Zielen und organisatorischen Abläufen in einem europäischen Netzwerk behinderter Frauen • Gründung eines europäischen Netzwerks behinderter Frauen • Zusammenarbeit mit nationalen und europäischen Frauenorganisationen • Verhältnis zu Behindertenorganisationen Das genaue Programm der Konferenz demnächst auf der Internetseite des Weibernetzeswww.weibernetz.de veröffentlicht. elba Kontakt: Weibernetz e.V., Homeoffice - Konferenzorga, Gracia Trapp, Tel. (0049) 06131 14674-485), Fax (0049) 06131 14674-440  

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Elisabeth Riediger-Wirthensohn schrieb am 17.01.2007, 20:16

Vernetzung erst Länderflächendeckend!

Eine europäische Vernetzung mit dem Ziel einer anerkannten politischen Interessensvertretung behinderter Frauen, wird auf lange Sicht hin eben viele Frauen in den deutschen Bundesländern eher nicht erreichen. Die Länder ihrerseits werden eher, mangels Verbände und Organisationen aus denen es zur Gründung von ähnlichen Netzwerken kommen könnte, in ihren bisherigen Strukturen verharren.- Dank Föderalismusreform. Damit bleiben behinderte Frauen weiterhin ohne eine Lobby in diesen Ländern.

Dies schließt nicht aus,dass ein auf europäischer Ebene gegründetes Netzwerk auf lange Sicht hin, nach und nach, mit seinem Wirken auch behinderte Frauen in deutschen Bundesländern irgendwie tangieren wird.

Seit Januar 2003 fördert das damalige Bundesfamilienministerium, unter Familienministerin Renate Schmidt, die vorher ehrenamtlich arbeitende Interessensvertretung behinderter Frauen, Weibernetz e.V. für weitere 3 Jahre.- Die 3 Jahre sind um.

Für den Aufbau eines europäischen Netzwerkes wird es wohl auch auf Bundesebene eine Finanzspritze für Weibernetz e.V. geben.

Auch das Europäische Jahr der Menschen mit Behinderungen unter dem Motto: "Nichts über uns ohne uns", im Jahr 2003, deren Projekte ebenso von der Bundesregierung mit vier Millionen Euro unterstützt wurden, führte leider nicht dazu, dass es heute flächendeckend Netzwerke für behinderte Frauen in den deutschen Bundesländern gibt.

Meine persönliche Meinung ist: Für den Aufbau von Netzwerken, in Projekte für behinderte Frauen, sollten Gelder erst nach unten fließen, damit es heute schon zur Chancengleichheit,z.B. für behinderte Frauen, mit politischer Interessensvertretung kommen kann. Grüsse, Elisabeth Riediger-Wirthensohn

Martina Puschke schrieb am 17.01.2007, 13:44

Vernetzung überall!

Vielen Dank für die Forderung nach Netzwerken für behinderte Frauen in allen Bundesländern! Als bundesweite Interessenvertretung im Weibernetz können wir nämlich die wichtigen Belange behinderter Frauen auf Landesebene nicht vertreten. Das ist Aufgabe der Verbände und Organisationen auf Landesebene. Und hier fehlt es in einigen Ländern in der Tat an Organisationen für behinderte Frauen.

Eine europäische Vernetzung steht diesem Ziel jedoch nicht im Wege. Sie ist im Zuge der steigenden Bedeutung der europäischen Politik sehr wichtig neben all der Arbeit, die auf Bundes- und Landesebene geleistet werden muss.

Martina Puschke

Elisabeth Riediger-Wirthensohn schrieb am 12.01.2007, 10:49

Netzwerke für alle in Deutschland!

Eben nur in 11 Bundesländern gibt es Netzwerke und Koordinierungsstellen für behinderte Frauen, die damit eine anerkannte politische Interessensvertretung erfahren.

Behinderte Frauen, die auf Länderebene in völlig anderen Strukturen leben müssen, erfahren damit keine politische Interessensvertretung.

Dank Föderalismusreform gibt es für diese betroffene behinderte Frauen auch keine Aussicht auf Änderung, d.h. sie erfahren keine Lobbyarbeit.

Die Inhalte/Ziele der geplanten Konferenz, um ein europäisches Netzwerk zu gründen, gehen damit an den betroffenen Frauen, die in Bundesländern leben, welche keine "Länderlobbyarbeit" durch Weibernetz erfahren dürfen, glatt vorbei.

Diese behinderte Frauen bleiben "draußen", bleiben Opfer höherer politischer Strukturen. Grüsse, Elisabeth Riediger-Wirthensohn

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