Brüssel (kobinet) Zum Auftakt des Europäischen Jahres der Chancengleichheit wurde in Brüssel über die zunehmende Bedeutung des barrierefreien Tourismus beraten. Einen Bericht über die Tagung am 18. und 19. Januar in Wort und Bild hat Thomas Golka heute auf www.fdst.de ins Netz gestellt. Die Abteilung Tourismus des Generaldirektorats Unternehmen und Industrie bei der Europäischen Kommission hatte mit Unterstützung des Projekts OSSATE die Beratung organisiert. Nach Schätzungen der Abteilung Tourismus gehören rund 130 Millionen Menschen in der Europäischen Union zur Gruppe der Touristen mit besonderen Bedürfnissen. Das sind ältere Personen, Familien mit kleinen Kindern sowie Menschen mit Behinderungen und mit vorübergehenden Einschränkungen. Diese Gruppe von Touristen werde wachsen und könne einen zunehmend interessanten Markt darstellen, wenn mehr Zugänglichkeit und eine höhere Dienstleistungsqualität realisiert werde, so die Abteilung Tourismus. Dieses Potenzial sei heute noch nicht ausgeschöpft. Daher war es Zielsetzung der Konferenz, über gute Beispiele des barrierefreien Tourismus in Europa zu informieren sowie das Bewusstsein für den Einfluss und die zunehmenden Möglichkeiten im barrierefreien Tourismus stärken. Dr. Rüdiger Leidner, Ideengeber der Konferenz und abgesandter Experte für Tourismus bei der EU-Kommission, präzisierte seine Vorstellungen: "Mein Ziel war das Zusammenführen aller Beteiligten am barrierefreien Tourismus, um die Frage der Zugänglichkeit als Querschnittansatz bei der EU-Kommission zu verankern, wo sie zur Zeit noch als Spezialkategorie läuft." Zum Thema Informationsangebote präsentierte OSSATE die Internetdatenbank Europe for all, die ein dreistufiges Bewertungsverfahren bevorzugt. Ivor Ambrose von E-Worx, Griechenland: "Ohne die Selbstauskunft können wir die Zahlen der Datensätze nicht schnell genug steigern. Mittels klarer Kennzeichnung von Eigen- und Fremdbewertung sowie eines beschreibenden Datensatzes kann jeder Nutzer die Informationen gewinnen, die er benötigt." Die Diskussion im Anschluss drehte sich um die Zuverlässigkeit der Datenerfassung bei Selbstauskunft und die Kostenfrage bei der Fremdvermessung einerseits, andererseits um den Wert von vergebenen Symbolen für das Marketing. Corinna Abele vom HausRheinsberg berichtete über die Auswirkungen des barrierefreien Hotels für Stadt und Region im Themenblock "Barrierefreie Infrastruktur bei Reisezielen". Dabei zeigte sie zu einem die vielen Anpassungen in Region und Zuwachs an neuen Dienstleistungen vor Ort auf und nannte auch Probleme, die sich zum Beispiel ergeben, wenn sich die Bahn aus der Fläche zurückzieht. Franco Ianniello, Mitarbeiter im Generaldirektorat Unternehmen und Industrie, zog ein positives Fazit für die Konferenz, da sie die Beteiligten zusammen gebracht habe, die sich nun zusammen auf den Weg machen könnten: "Denn Europa lebt von der Unterschiedlichkeit, es wird auch nicht in Brüssel gebaut, sondern bei Ihnen vor Ort in ganz Europa!" sch