
Hannover (kobinet) Die veränderte Altersstruktur der Bevölkerung erfordert ein Umdenken und keine Panikmache. Dies verdeutlichte der Sozialverband Deutschland bei einer Anhörung vor der Enquete-Kommission "Demographischer Wandel" des Niedersächsischen Landtages. Aus der Stellungnahme des mit 250.000 Mitgliedern größten Sozialverbandes des Landes ging unter anderem hervor, dass beispielsweise der Grundsatz "Rehabilitation vor Pflege" aus dem SGB XI in der Praxis so gut wie nicht beachtet wird. Da der überwiegende Teil der Menschen auch im Alter selbstbestimmt leben möchte, müssen zudem Beratungs- und Unterstützungsangebote geschaffen werden, die Rehabilitation oder ambulante Hilfen aufzeigen. "Aus unserem Pflege-Notruftelefon wissen wir, wie oft vorschnell der Umzug in ein Pflegeheim eingeleitet wird, obwohl das bei entsprechender Rehabilitation gar nicht nötig wäre", erklärte heute der 1. Landesvorsitzende Adolf Bauer. "Eine polemische und Ängste schürende Debatte in den Medien hilft niemandem weiter", fügte Bauer hinzu. Beispielsweise sei bei der jüngsten ZDF-Serie in großen Teilen ohnehin von falschen Voraussetzungen ausgegangen worden, um völlig unrealistische Schreckensbilder zu kreieren, betonte der SoVD-Landesvorsitzende. Anhörungen von Fachverbänden wie die vor dem Landtag in Hannover seien dagegen geeignet, eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema Demographie zu suchen und notwendige Entwicklungen anzustoßen. "Der SoVD Niedersachsen wird in diesem Zusammenhang auch mit seinem Modellprojekt `Case und Care Management´ dazu beitragen, mehr Menschen in Niedersachen Zugang zu trägerneutraler Pflegeberatung zu verschaffen", so Bauer. sch