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02.03.2007 - 09:48

Fesselnde Fürsorge und ihre tödlichen Folgen.

München (kobinet) In zahlreichen Pflegeheimen gehören sogenannte Fixierungen und freiheitsentziehende Maßnahmen nach wie vor zum Alltag. Deshalb steht der nächste Münchner Pflegestammtisch am 7. März um 19.00 Uhr im Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz in München unter dem Motto: "Fesselnde Fürsorge und ihre tödlichen Folgen".

"In zahlreichen Pflegeheimen gehören sogenannte Fixierungen und freiheitsentziehende Maßnahmen nach wie vor zum Alltag, obwohl diese bewegungseinschränkenden Maßnahmen zu den schwersten Eingriffen in die Menschenrechte gehören. 'Qualvoller Tod durch Gurt und Gitter', 'Gefesselt und ruhig gestellt', 'Tote durch Fixierung: Hohe Dunkelziffer', 'Fesseltod im Pflegeheim' waren die Schlagzeilen in den vergangenen Tagen. Eine öffentliche Empörung, zum Beispiel von Vertretern der Kirchen, Menschenrechtsgruppen oder führenden Politikern: Fehlanzeige", heißt es in der Veranstaltungsankündigung.

Freiheitsentziehende Maßnahmen müssten auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden, erklärte Bayerns Sozialministerin Christa Stewens bereits im vergangenen Jahr, als über Todesfälle durch mechanische Fixierungen in der Pflege berichtet wurde. "Es muss deutlich werden, dass freiheitsentziehende Maßnahmen keine Maßnahmen 'zur Sicherung von Bewohnern' bei Personalengpässen sein dürfen", so die Organisatoren des Stammtisches. Die bayerische grüne Landtagsfraktion forderte erneut schärfere Gesetze im Leichenschauwesen. Künftig müssten alle Fälle von "unsachgemäßer Fixierung in Betten" aufgedeckt werden.

"Mindestens 22 pflegebedürftige alte Menschen mussten qualvoll sterben, weil sie sich in falsch eingesetzten Gurtsystemen oder an Bettgittern zu Tode strangulierten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von der Referentin Prof. Andrea Berzlanovich, die am Münchner Institut für Rechtsmedizin alle Todesfälle der letzten zehn Jahre in Zusammenhang mit Gurten oder Gittern untersuchte. Aber es geht auch anders: 'Fixierung von der Regel zur Ausnahme!' Dr. Ottilie Randzio, Leiterin des Bereichs Pflege beim Medizinischen Dienst in Bayern berichtet über Pflegeheime, in denen Fixierungen die Ausnahmen sind: 'Wir dürfen fixieren, wir müssen aber nicht.'", heißt es in der Ankündigung.

Den Leitfaden "Verantwortungsvoller Umgang mit freiheitsentziehenden Maßnahmen in der Pflege" wird Ministerialrätin Sigrid König, Leiterin des Referates Pflege und Pflegeversicherung im Bayrischen Sozialministerium, vorstellen und einen kurzen Überblick über die Ziele des Leitfadens und die Tätigkeit der Unterarbeitsgruppe geben. Für Fragen stehen auch wieder kompetente Vertreter und Vertreterinnen des Sozialministeriums, des Medizinischen Dienstes, der Heimaufsichten, der Bezirke, der Beschwerdestelle der LH München und der Pflegekassen zur Verfügung. omp
 

 
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