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kobinet-nachrichten 29.03.2007 - 00:53
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Keine Abwertung kranker und behinderter Menschen

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Marburg (kobinet) Die Bundesvereinigung Lebenshilfe und eine Reihe weiterer Verbände plädieren dafür, dass es keine Abwertung kranker und behinderter Menschen bei der Debatte zu Patientenverfügungen geben dürfe. Diese dürfe nicht auf rechtliche Regelungen der Selbstbestimmung reduziert werden, sondern müsse das Instrument Patientenverfügung in ein Gesamtkonzept zur Sterbebegleitung einbetten.

Der Bundestag diskutiert heute erneut über eine gesetzliche Regelung von Patientenverfügungen. Hierzu haben die Behindertenverbände, die das Berliner Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW) tragen, den Fraktionsspitzen schon im Vorfeld eine Stellungnahme an die Hand gegeben. Darin lautet eine Hauptforderung: "Der Deutsche Bundestag darf die Debatte nicht auf die rechtlichen Regelungen der Selbstbestimmung reduzieren, sondern muss das Instrument Patientenverfügung in ein Gesamtkonzept zur Sterbebegleitung einbetten." Der Staat habe vielmehr eine Fürsorgepflicht für kranke und sterbende Menschen. So müsse die Versorgung von Menschen am Lebensende ganzheitlich in den Blick genommen werden, zum Beispiel durch Stärkung der Palliativmedizin.

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe und die anderen Verbände des IMEW befürchten, dass in der Diskussion kranke und behinderte Menschen abgewertet werden. In Formulierungen bestehender Patientenverfügungen werde häufig ein Menschenbild vermittelt, das nur ein unabhängiges Leben im Vollbesitz körperlicher und geistiger Fähigkeiten als lebenswert beschreibt. Ein "glückendes" Leben hängt aber nicht von Beeinträchtigungen und vom Grad der Wahrnehmung der eigenen Autonomie ab. Das zeigen die Erfahrungen der Behindertenverbände, der Eltern und Betreuungspersonen behinderter und kranker Menschen, heißt es in einer Presseerklärung im Vorfeld der heutigen Bundestagsdebatte. omp
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

A. Heinker schrieb am 29.03.2007, 08:53

Korrektur des Namens der homepage

Sorry, es muss www.sundhed.dk heißen.
A. H.

A. Heinker schrieb am 29.03.2007, 08:08

auch in Dänemark

Womöglich kommen die Wümsche nach einem voraussagenden und "normgerechten" Tod aus der EU? Es macht stutzig, dass die (der Verbreitung und der Abozahlen nach) zweitgrößte dänische Tageszeitung (von der inhaltlichen / politischen Ausrichtung und dem journalistischen Anspruch mit dem Tagesspiegel in Berlin vergleichbar) Politiken (www.politiken.dk) justament heute sich positiv zum voraus geplanten Tod äußert. Und verweist auf die homepage www.sudnhed.dk, wo die elektronische Todesentscheidung (für einen "selbst bestimmten" Tod) per Mausklick festgelegt werden kann.
A. H.

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