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11.04.2007 - 09:15

Gute Pflege wird bestraft, schlechte belohnt.

Berlin (kobinet) Der Münchner Sozialpädagoge Claus Fussek prangert Missstände in Heimen an und fordert die Zusammenlegung von Pflege- und Krankenkassen. In einem Interview mit der Berliner Zeitung sagte der Pflegeexperte über die jetzige irrsinnige Situation: "Gute Pflege wird bestraft, schlechte belohnt." In der Realität würden Menschen oft in die Betten gepflegt, damit mehr Geld fließe.

"Prävention und Rehabilitation waren und sind Kernstück der Pflegeversicherung. Mit Hilfe einer guten Krankengymnastik oder Bewegungstherapie kann verhindert werden, dass ein alter Mensch zum Pflegefall wird. Die Krankenkassen aber haben wenig Interesse daran, weil sie hier für Leistungen zahlen, von denen am Ende die Pflegekasse profitiert, weil der alte Mensch nicht gepflegt werden muss", so Fussek.

Ein Paradigmenwechsel sei nötig, gute Pflege möglich, schon heute. Es sei ähnlich wie beim Klimawandel, sagte Fussek: "Wir haben kein Erkenntnisproblem. Die Zahlen und Ursachen sind bekannt, aber es geschieht nichts. Dabei muss man nur die demografische Entwicklung betrachten. Wir wissen auch, dass die häusliche Pflege nur mit Hilfe von schätzungsweise 70.000 sogenannten Illegalen aus Osteuropa aufrecht erhalten wird. Wir kennen den Personalmangel in Pflegeheimen, wir wissen, dass in vielen Heimen unwürdige Zustände herrschen. Aber statt etwas zu tun, leisten wir uns ständig neue Studien und Modelle, die belegen, was wir längst wissen."

Zur Absicht der Koalition, die ambulante Pflege zu stärken, erklärte Fussek: "Das fordern wir seit Jahren. Doch die Politiker wollen dies kostenneutral gestalten. Das geht nicht. Die ambulanten Dienste müssen wie Pflegekräfte in Heimen in Minuten abrechnen. Zweimal eine Viertelstunde am Tag, das bringt nichts. Das hat mit realen Bedürfnissen nichts zu tun. Man kann nicht sagen: 'Wir gehen nicht mehr auf Toilette, weil das Essen länger gedauert hat.' Ich bin für die Abschaffung der Pflegestufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel muss das Thema Pflege zur Chefsache erklären."

Es sei genug Geld im System von Pflege- und Krankenkasse. Pflege dürfe nicht wie ein Wirtschaftsprodukt vermarktet werden. "Börsennotierte Heimträger kann ich nicht durch die Pflegeversicherung subventionieren. Es muss klar sein, wohin die Gelder fließen. Dazu brauchen wir eine wirksame Kontrolle und nicht Besuche der Heimaufsicht oder des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, die vier Wochen vorher angemeldet werden müssen." sch
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

anonym pflegedienstleitung schrieb am 27.08.2009, 20:38

Die Pflege und ihre Problematik

Die Ausbildung in der Pflege ist teilweise gut oder schlecht. Auch Fabrikarbeiter werden nach 10 Jahren Fabrikarbeit für die Pflege von den Arbeitsämtern als geeignet umgeschult. Der MDK prüft nur Akten oder befragt Patienten im Beisein der Geschäftsführung. Angehörige oder auch Patienten haben aber manchmal Vorstellungen von der Pflege, die unbezahlbar ist und unrealistisch. Die Gesetze werden nicht vollendet vom Bundestag verabschiedet. Danach beginnt Flickschusterei. Dies ist besonders problematisch in der Pflege, da es um Menschen geht. Menschen- die pflegen und gepflegt werden.

Volkmar Bockisch schrieb am 01.02.2009, 00:20

Dipl.päd.(Schwerpunkt Psychologie)/Pflegewissensch



Volkmar Bockisch schrieb am 22.01.2009, 23:01
Der Alltagsbegleiter nur Augenwischerei?

Sehr geehrte Damen und Herrn,
in letzter Zeit werden viele Alltagsbegleiter ausgebildet, ich halte dies für sehr bedauerlich, denn wir haben in den Einrichtungen qualifiziertes Fachpersonal die nur die Möglichkeit bekommen sollten ihr erworbenes Wissen auch einzusetzen.Denn die Examinierten Altenpfleger können mehr als nur den H.............abwischen.
Der Alltagsbegleiter kann in dieser Form kein neuer Beruf sein, da die Fähigkeiten in Umgang mit Demenzerkrankten schon beim Examinierten Altenpfleger angesiedelt ist. Dies bedeutete für mich, dass die Einrichtungen dazu übergehen sollten, die Fähigkeiten des Fachpersonals zu nutzen und denen entsprechend auch Zeit zur Verfügung zu stellen um eine adäquate Versorgung zu gewährleisten. Denn das Fachpersonal ist in dem Bereich der Begleitung von Demenzerkrankten und die Einsatzmöglichkeiten von Methoden um das Krankheitsbild hinauszuzögern hinreichend ausgebildet.
Für mich stellt sich eher die Frage, werden da nicht Personen (Hilfskräfte) schnell geschult um dementsprechend der Gesetze genüge zutun und die Zuwendungen vom Staat zu kassieren?
Ich möchte Sie ermutigen, doch eher den Berufsstand der ex. Altenpflege zu stärken.
Damit Pflege eben nicht nur auf H............. oder Pflegen kann jeder reduziert wird.
Sollten Sie Fragen haben rufen Sie mich ruhig an unter 0177/2851119

Volkmar Bockisch schrieb am 22.01.2009, 23:01

Der Altersbegleiter nur Augenwischerei?

Sehr geehrte Damen und Herrn,
in letzter Zeit werden viele Altersbegleiter ausgebildet, ich halte dies für sehr bedauerlich, denn wir haben in den Einrichtungen qualifiziertes Fachpersonal die nur die Möglichkeit bekommen sollten ihr erworbenes Wissen auch einzusetzen.Denn die Examinierten Altenpfleger können mehr als nur den H.............abwischen.
Der Alltagsbegleiter kann in dieser Form kein neuer Beruf sein, da die Fähigkeiten in Umgang mit Demenzerkrankten schon beim Examinierten Altenpfleger angesiedelt ist. Dies bedeutete für mich, dass die Einrichtungen dazu übergehen sollten, die Fähigkeiten des Fachpersonals zu nutzen und denen entsprechend auch Zeit zur Verfügung zu stellen um eine adäquate Versorgung zu gewährleisten. Denn das Fachpersonal ist in dem Bereich der Begleitung von Demenzerkrankten und die Einsatzmöglichkeiten von Methoden um das Krankheitsbild hinauszuzögern hinreichend ausgebildet.
Für mich stellt sich eher die Frage, werden da nicht Personen (Hilfskräfte) schnell geschult um dementsprechend der Gesetze genüge zutun und die Zuwendungen vom Staat zu kassieren?
Ich möchte Sie ermutigen, doch eher den Berufsstand der ex. Altenpflege zu stärken.
Damit Pflege eben nicht nur auf H............. oder Pflegen kann jeder reduziert wird.
Sollten Sie Fragen haben rufen Sie mich ruhig an unter 0177/2851119


Mit freundlichen Grüßen


Volkmar R. Bockisch
Dipl.päd.(Schwerpunkt Psychologie) / Pflegewissenschaft

Christina Müller schrieb am 20.12.2008, 22:02

Die "Masse" schweigt...

Ich habe mehr als 17 Jahre in einer diakonischen Einrichtung der Altenpflege gearbeitet...habe mich für die Bewohner und Mitarbeiter mit Leib & Seele eingesetzt...Endresultat => erst wurde ich krank (Mobbing),dann arbeitslos und jetzt leben mein Sohn und ich vom Existensminimum!
Die meisten meiner ehemaligen Kollegen "jammern",doch bei allen Mitarbeiterversammlungen wurde geschwiegen!
Allein ist man völlig machtlos! Der/die Bewohner/in können sich zm grössten Teil nicht mehr äussern,wer es aber doch noch kann,ist unbequem und bekommt dies auch zu spüren!
Ich habe mich entschlossen,Deutschland zu verlassen,denn mit meiner Einstellung habe ich hier keine Perspektive mehr!
Mein Wunsch bleibt => Alten-und Pflegeheime brauchen einen besseren Stellenwert in unserer Gesellschaft! Jeden von uns kann es mal treffen,denn wir werden alle nicht jünger!

Christina M.

Hans-Peter Terbeck schrieb am 02.07.2008, 18:26

Kurzzeitpflegeverweigerung

Meine Mutter, 89 J. wurde jetzt etwa fünf Wochen in einem Krankenhaus nach Lungenödem und Infarkt behandelt und sollte anschließend für 28 Tage eine Kurzzeitpflege in einem von mir selbst ausgesuchten Pflegeheim antreten, um danach ggf. dort eine Langzeitpflege genießen zu können.
Da sie trotz oder gerade wegen der bisherigen Begutachtungen durch den MDK keine Einstufung in eine Pflegestufe erfahren konnte, habe ich die Krankenkasse DAK gebeten, zur Kostensicherung der Kurzzeitpflege der Pflegeeinrichtung eine Kostenübernahmebestätigung zukommen zu lassen.
Dies wurde rigoros verweigert und auf meine Frage, wohin denn meine Mutter, die etwa 120 km von mir entfernt noch eine eigene Wohnung unterhält, zur möglichen Wiederherstellung der Mobilität gebracht werden könne, erhielt ich als Antwort, dass dies der Krankenkasse völlig gleichgültig sei.
Zunächst müsse eine Begutachtung durch den MDK stattfinden und diese würde keineswegs im Krankenhaus erfolgen.
Mein Hinweis, dass meine Mutter keinesfalls allein in ihre Wohnung verbracht und dort verweilen könne, weil sie weder mobil sei, noch die üblichen Verrichtungen erledigen könne, blieb ebenfalls unbeachtet.
Ich wäre für Hinweise dankbar, wie ich der Krankenkasse begegnen kann, da m.E. meiner Mutter bei ihrem Gesundheitszustand die Kurzzeitpflege nach SGB XI zusteht.
H.P.Terbeck
Bachstr. 91
49497 Mettingen

Gustl Soder schrieb am 17.03.2008, 09:52

Altenpflege wie sie sein sollte !

Sehr geehrter Herr Fussek!

Wir,meine Frau und Ich,haben Sie schon des öfteren im Fernsehen erlebt.
Wir begrüssen es, daß Sie so mutig und entschlossen für die Älteren einstehen.
Meine Mutter starb am 25.02.d.J 88 -jährig in einem Wohn und Pflegeheim in
Kirchbichl,Tirol -Österreich.
Sie hat sich bis zuletzt sehr wohl und wie zuhause gefühlt. Wir können es nur
bestätigen, bei all unseren Besuchen bei ihr.
Das Plegepersonal war immer freundlich ,ruhig und motiviert mit den Patienten
umgegangen. Es war wie in einer FAMILIE. So wie dort würde ich es mir mit allen
Plegeheimen wünschen.
Wenn Sie mal Zeit hätten, besuchen Sie doch das dortige Wohn u. Plegeheim
und lassen Sie sich überraschen.

Wohn & Pflegeheim
Lindenstrasse 29
A-6322 Kirchbichl


Mit frdl.Gruß
Gustl Soder

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