
Kassel (kobinet) Der seit 2003 für die Grünen im Hessischen Landtag agierende Rollstuhlnutzer aus Kassel, Dr. Andreas Jürgens, will es noch einmal wissen und bewirbt sich für eine weitere Legislaturperiode auf der Landesliste der Grünen. Dies teilte der langjährig in der Behindertenbewegung Aktive und Sprecher des Forums behinderter JuristInnen den kobinet-nachrichten mit.
Am 16. Juni schlägt für den in Kassel lebenden Juristen und derzeitigen behinderten- und rechtspolitischen Sprecher der hessischen Landtagsfraktion der Grünen die Stunde der Wahrheit. Denn bei den Grünen entscheidet die Landesmitgliederversammlung über die Platzierung der einzelnen Kandidaten für die Wahlliste und dabei können alle Mitglieder, die zur Landesdelegiertenversammlung anreisen, abstimmen. "Ich hoffe, dass ich das Vertrauen der Mitglieder und damit die Chance für eine weitere Legislatur im Hessischen Landtag bekomme, denn ich will noch viel erreichen. Während ich bisher aus der Opposition heraus den Finger in viele Wunden gelegt habe, hoffe ich, dass es uns gelingt die CDU-Regierung von Roland Koch abzulösen und mit einer rot-grünen Regierung endlich wieder Akzente in der Behindertenpolitik in Hessen setzen kann", so Andreas Jürgens. Dass es in Hessen noch viel zu tun gibt, daran lässt er keinen Zweifel. "Gerade im Bereich der schulischen Integration ging es in den letzten Jahren eher rückwärts als vorwärts. Das ist beschämend und muss unbedingt geändert werden, denn behinderte und nichtbehinderte Kinder müssen gemeinsam aufwachsen, wenn sich das Bild über behinderte Menschen endlich nachhaltig ändern soll", so Andreas Jürgens.
Auch im Bereich des Lebens Daheim statt im Heim will der Jurist klare Akzente setzen. "Behinderte Menschen haben mehrfach bewiesen und gefordert, dass sie genau wie alle anderen Menschen auch, lieber in der selbst gewählten Umgebung und mitten in der Gemeinde statt außen vor wohnen, arbeiten und leben wollen. Dafür gilt es die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Diese reichen von einer adäquaten Assistenz, über Hilfen zum unterstützten Wohnen bishin zu einer barrierefreien Infrastruktur", so Andreas Jürgens. Was ihm dafür noch fehlt sind vor allem viele behinderte und nichtbehinderte Menschen bei den Grünen, die am 16. Juni den Weg nach Wetzlar finden und ihn auf einen aussichtsreichen Listenplatz wählen. In Kassel wurde er einstimmig zum Direktkandidaten für die Landtagswahl Ende Januar nächsten Jahres gewählt und weiß eine starke Basis hinter sich. Ob das reicht zeigt sich am 16. Juni. omp