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kobinet-nachrichten 17.06.2003 - 14:36
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Betreutes Wohnen auf Wohnungen ausdehnen

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Bad Arolsen (kobinet) Die Hessische Landesregierung setzt auf den Ausbau des Betreuten Wohnens, um die Wohnbedingungen für ältere Menschen zu verbessern und zu sichern. «Das Betreute Wohnen darf sich nicht nur auf speziell für diesen Zweck geschaffene Wohnanlagen beschränken. Es muss auch in angestammten Wohnungen und Wohngebieten möglich sein», erklärte die hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger heute bei einer Fachtagung «Betreutes Wohnen in vertrauter Umgebung», die das Sozialministerium im Rahmen des Hessentags in Bad Arolsen veranstaltete.

Es gelte, für dieses Betreute Wohnen zu Hause das erforderliche, bedarfsgerechte Dienstleistungsangebot und die Vernetzung von professionell und ehrenamtlich erbrachten Dienstleistungen vor Ort aufzubauen. In Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Verbänden, Vereinen, Institutionen und der Wohnungswirtschaft müsse eine Unterstützungsstruktur entstehen, die es mit Hilfe der Wohnberatung und Wohnungsanpassung sowie einem bedarfsgerechten Angebot an ambulanten Diensten und einer intakten Nachbarschaft erlaube, solange wie möglich selbstbestimmt in der eigenen angestammten Wohnung leben zu können.

Für das Betreute Wohnen zu Hause sind in Hessen nach den Worten der Ministerin bereits einige vielversprechende Ansätze entwickelt worden. Sie verwies auf die Initiativen des Diakonischen Werks und der Kommunalen Wohnbau GmbH Rheingau-Taunus, der Nassauischen Heimstätte Frankfurt, der Vereinigten Wohnstätten 1889 eG Kassel. Vorbildlich sei auch das Engagement der Bürgerhilfe Bad Arolsen, die mit ihrer ehrenamtlichen Unterstützung dazu beitrage, dass älter werdende Mitbürger auch bei Hilfebedarf in ihrer Wohnung bleiben könnten.

Der Bau von altengerechten Wohnungen mit Betreuungsangeboten werde auch im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus gefördert. Um parallel den Ausbau von Wohnanlagen für Betreutes Wohnen voranzubringen, werde in der künftigen Entwicklung der stationären Pflege in Hessen die Verbindung mit dem Betreuten Wohnen angestrebt. «Hierauf wird im Rahmen der Investitionsförderung von Alteneinrichtungen ein Schwerpunkt gelegt», teilte Silke Lautenschläger mit.

Die Verbindung einer stationären Pflegeeinrichtung mit altengerechten Wohngruppen stelle eine besonders leistungsfähige Form des Betreuten Wohnens dar. Die Ministerin sieht im Betreuten Wohnen eine zukunftsweisende Wohnform, die weiterentwickelt werden müsse, da sie den Bedürfnissen der alten Menschen und dem Prinzip des «Selbstbestimmt Leben bis ins hohe Alter» Rechnung trage. Dieses Angebot gehe über den bisherigen Angebotsrahmen ambulanter Dienste hinaus. «Das Konzept ist bestechend. Es ermöglicht als Alternative zum Heim eine weiterhin selbständige Lebensführung und ein bestimmtes Maß an Betreuung».

In Hessen sind nach den Worten der Ministerin unter der Federführung des Sozialministeriums Empfehlungen für das Betreute Wohnen in Zusammenarbeit mit den Kommunen, Trägern, der Landesseniorenvertretung, Architektenkammer Hessen, dem Finanz- und Wirtschaftsministerium erarbeitet worden.

Der Pressesprecher des NETZWERK ARTIKEL 3, Ottmar Miles-Paul, begrüßte die Neuorientierung des Hessischen Sozialministeriums auf die Unterstützung im ambulanten Bereich und bezeichnete diese Reform als längst überfällig. In vielen Ländern Europas und in Nordamerika sei der Abbau von stationären Einrichtungen und der Ausbau ambulanter Unterstützungsformen längst Standard. «Wir brauchen eine schnellstmögliche Umkehr bei der Unterstützung von behinderten und älteren Menschen zum Leben in der Gemeinde, so dass wir hoffen, dass es in Hessen nicht nur bei ersten Gehversuchen in diese Richtung bleibt, sondern es sich um einen wirklichen Perspektivenwechsel handelt», so Miles-Paul. hjr

Porträtfoto: Silke Lautenschläger

 

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