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kobinet-nachrichten
24.08.2007 - 10:17
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Kassel (kobinet) Eine Gruppe von blinden und sehbehinderten Menschen hat gestern in Kassel bei einer speziellen Führung für Sehgeschädigte die documenta ertastet. Die documenta ist eine der bedeutendsten und weltweit am meisten beachteten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und läuft noch bis 23. September in Kassel.
"Um die documenta als blinder Menschen wirklich richtig erleben zu können, kommt man ohne eine gute Führung nicht drum rum. Viele der Kunstwerke sind für sich schon schwer zu verstehen und zu deuten. Wenn man dann noch als blinder Mensch nicht die Möglichkeit hat, die Kunstwerke zu ertasten und richtig erklärt zu bekommen, fällt der Kunstgenuss schwer", so Birgit Schopmans vom Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab), die gestern selbst bei einer documenta-Führung für Sehgeschädigte teilgenommen hat. Gestern war es also anders, da konnte die Gruppe Kunstwerke ertasten und bekam eine plastische Erklärung der Werke und der Idee dahinter. "Für mich bewegt sich die documenta zwischen Banalität und Genialität", brachte es Georg Riester auf den Punkt. Denn viele Kunstwerke bedürften schlichtweg der Erklärung dessen, was sich die KünstlerInnen dabei gedacht haben. "Es war auf jeden Fall sehr interessant und anregend, sich mit der zeitgenössischen Kunst zu befassen", sind sich die TeilnehmerInnen der Führung einig.
Die documenta findet alle fünf Jahre in Kassel statt und läuft seit 16. Juni noch bis 23. September. Spezielle Führungen für blinde Menschen können gebucht werden. omp
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