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kobinet-nachrichten
30.08.2007 - 09:35
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Straßburg (kobinet) Vom 4. - 6. September treffen sich behinderte Menschen aus verschiedenen Ländern der Europäischen Union in Straßburg, um mit einem Freedom Drive für ihre Rechte einzutreten. Dies teilte Corina Zolle vom Forum selbstbestimmter Assistenz behidnerter Menschen (ForseA) mit, die als nationale Ansprechpartnerin für den Freedom Drive in Deutschland fungiert.
Der Straßburger Freedom Drive ist Teil einer europaweiten Initiative zur Stärkung von Menschen mit Behinderungen. Der Freedom Drive bietet die Möglichkeit, gemeinsam zum Europaparlament zu fahren, mit den Europaabgeordneten und Repräsentanten wichtiger europäischer Institutionen ins Gespräch zu kommen und die Anliegen von Menschen mit Behinderungen vorzubringen. Im Europäischen Parlament wird außerdem ein Treffen mit dem Vorsitzenden des Ausschusses für Menschen mit Behinderungen, Richard Howitt, stattfinden.
Mehr als 125 Freiheitsfahrer aus Norwegen, Schweden, Großbritannien, Deutschland, Irland, Bulgarien, Spanien, Belgien, Frankreich und Spanien werden zu diesem dritten Freedom Drive vom 4. bis 6. September in Straßburg erwartet. Die TeilnehmerInnen werden die Bestätigung der UN-Konvention, sowohl von der Europäischen Kommission als auch von den Mitgliedsstaaten, fordern. Ältere Forderungen, wie die Deinstitutionalisierung und die Etablierung des Modells der Persönlichen Assistenz, die stärkere Zusammenarbeit von Kommission und Mitgliedsstaaten, die umfassende Einbeziehung des Themas Behinderung bei der Formulierung politischer Richtlinien sowie die vollständige Teilhabe von Menschen mit Behinderungen sollen weiter vorangetrieben werden.
Entscheidendes Anliegen des Freedom Drives 2007 ist, dass das Konzept des selbstbestimmten Lebens zentraler Bestandteil der Europäischen Behindertenpolitik bleibt. Weiterhin wird gefordert, dass 5 Prozent der EU Entwicklungshilfen behinderten Menschen in Entwicklungsländern zugute kommen.
Die Vorsitzende des Europäischen Netzwerks zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen (ENIL), Bente Skånsgard, betont: "Wir wollen sichergehen, dass diese Forderungen umgesetzt werden und nicht nur rhetorische Grundsätze bleiben."
Hintergrund:
Der Freedom Drive ist eine Initiative des Europäischen Netzwerks zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen (ENIL) und wird unterstützt durch das Centre for Independent Living Carmichael House, Dublin.
ENIL ist eine 1989 gegründete Nichtregierungsorganisation von Menschen und Organisationen, die sich zum Ziel gesetzt haben, für das Prinzip des selbstbestimmten Lebens in ganz Europa zu werben. Sie kämpft für Chancengleichheit und gegen Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen. Alle Mitglieder folgen den Werten und Grundsätzen des Independent Living-Konzeptes. Dieses Konzept versteht sich als Philosophie und als Bewegung von Menschen mit Behinderungen, die für Selbstbestimmung, Chancengleichheit und Selbstachtung eintreten und arbeiten. Sie fordern, dass Menschen mit Behinderungen in ihrem Alltag die gleiche Kontrolle und die gleichen Entscheidungsmöglichkeiten erhalten wie alle anderen europäischen Bürger. omp
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