Berlin (kobinet) Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft haben heute bessere Rahmenbedingungen für seniorengerechtes Bauen gefordert. Selbstständiges Wohnen im Alter erhöht nach ihrer Ansicht nicht nur die Lebensqualität, sondern entlastet auch die Sozialsysteme. Die Realisierung dieses Versorgungsansatzes scheitere jedoch am fehlenden Angebot geeigneter Neu- und Altbauwohnungen.
In einem gemeinsamen Positionspapier fordern jetzt 25 Verbände der Bau- und
Wohnungswirtschaft sowie die IG Bau die Förderung des seniorengerechten Bauens durch die Erweiterung der KfW-Förderung und angepasste steuerliche Regelungen.
Derzeit ist nur rund 1% der Mietwohnungen (ca. 240.000 Wohnungseinheiten) altersgerecht ausgestattet. Nach Einschätzungen von Marktexperten sind bis 2020 mindestens 800.000 weitere Wohnungen notwendig. "Wenn es durch geeignete Fördermaßnahmen gelingt," so die Verbände in dem Positionspapier, "nur 100.000 Wohnungseinheiten altersgerecht anzupassen, können Aufwendungen für die Pflegeversicherung in Höhe von 2 Milliarden Euro jährlich eingespart werden."
Eine entsprechende Ausweitung des Immobilienangebotes jedoch, kritisiert Dr. Ronald Rast, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau (DGfM), "scheitert derzeit an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen". Erste Prognosen gehen davon aus, dass die Baufertigstellungszahlen 2008 die Bedarfsanalyse des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung unterschreiten werden.
Um notwendige Maßnahmen im Segment des altersgerechten Bauens zu gewährleisten, fordern die Verbände eine Einbindung von seniorengerechten Baumaßnahmen in die KfW-Förderprogramme und eine Anpassung im Steuerrecht für derartige Bauinvestitionen mit erhöhten Abschreibungen von 5% für die Dauer von 20 Jahren. sch