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02.09.2007 - 00:29

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen.

Mainz (kobinet) Der Rückgang der Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter im August um 0,8 Prozent gibt nach Ansicht des arbeitsmarktpolitischen Sprechers der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), Hans-Peter Terno, keinen Anlaß zu übertriebenem Optimismus.

"Die Tatsache, dass die Schulabgänger sich nicht negativ auf die Arbeitslosenzahl Schwerbehinderter auswirken, liegt in der Natur der Sache. Schwerbehindert werden die meisten Menschen im Verlauf ihrer Erwerbsbiografie und Schulabgänger aus Förderschulen kümmern sich in der Regel erst nach Schulabschluss um einen Schwerbehindertenausweis", merkt Hans-Peter Terno an. "Selbst im prosperierenden Rhein/Main-Gebiet sind Schwerbehinderte nach wie vor in Büroberufen kaum zu vermitteln. Das gilt insbesondere für unspezifische Helferberufe", wissen die Mainzer Mitarbeiter des Zentrums für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) aus ihrer Beratungspraxis.

Als ehemaliges Mitglied des AfBM Ausschuß für schwerbehinderte Menschen im Bundesinstitut für Berufsbildung fordert Terno Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften auf, sich endlich zu individualisierten Berufsausbildungen Schwerbehinderter zu bekennen. "Wir brauchen mehr und ´differenziertere Ausbildungsberufe für Schwerbehinderte, die individuelle Fähigkeiten aufgreifen und sie mit den Notwendigkeiten der Wirtschaft verbinden. Für Menschen ohne Behinderung gibt es ständig Neuschöpfungen von Ausbildungsberufen, Schwerbehinderte schauen in die Röhre." Immerhin sei die Bundesregierung mit den Änderungen von SGB II und III auf dem richtigen Weg, für die Ausführung aber fehlen die passenden Berufsbilder. Solange das so bleibt "nährt sich das Eichhörnchen mühsam", ist der arbeitsmarktpolitische Sprecher der ISL überzeugt. omp
 

 
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