
Berlin (kobinet) Die bundesweite Kampagne "Selbstbestimmt leben: Persönliches Budget" wurde heute in Berlin gestartet. Jeweils in einer Vormittags- und einer Abendveranstaltung werden in den nächsten Wochen potenzielle Budgetnehmer, das Fachpublikum und die Verwaltung informiert. Des Weiteren werden Diskussionsveranstaltungen durchgeführt, in deren Rahmen Fragen gestellt und Probleme erörtert werden können.
Ab dem 1. Januar 2008 haben behinderte Menschen Anspruch auf ein Persönliches Budget. Mit dieser neuen Leistungsform wird das klassische Leistungsdreieck zwischen Leistungsträger, Leistungsempfänger und Leistungserbringer aufgelöst. Bisher fest definierte Dienst- und Sachleistungen werden durch Barleistungen an die Betroffenen ersetzt. Mit diesem Geld können behinderte Menschen sich als Käufer, Kunden oder Arbeitgeber eigenverantwortlich für individuelle Unterstützungsleistungen entscheiden. Neben klassischen Leistungen zur Teilhabe können auch Leistungen der Pflegeversicherung und Leistungen der Hilfe zur Pflege der Sozialhilfeträger einbezogen werden.
Im Rahmen einer bundesweiten Informationstour wird die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer (SPD), in Zusammenarbeit mit den Beauftragten der Länder über die Persönlichen Budgets informieren.
Seitens des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales werden Bundesfachtagungen vor allem für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der gemeinsamen Servicestellen, der Integrationsfachdienste und Integrationsämter sowie die gesetzlichen Betreuer durchgeführt, damit umfassend und gut beraten rege von dem neuen Angebot Gebrauch gemacht werden kann.
"Menschen mit Behinderungen wissen selbst am besten, welche Unterstützungsleistungen sie benötigen und welche Art der Hilfestellung ihren Bedürfnissen am besten entspricht. Das Persönliche Budget ermöglicht es ihnen, als Experten und Expertinnen in eigener Sache selbst zu bestimmen, welche Art der Unterstützung sie wann, wo, wie und von wem in Anspruch nehmen", erklärte Karin Evers-Meyer zum Auftakt der Budget-Tour.
Der parlamentarische Staatssekretär des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Franz Thönnes, betonte, "der ab dem Neujahrstag 2008 geltende Rechtsanspruch ermöglicht damit nicht nur mehr Selbstbestimmung für behinderte Menschen. Wir sorgen auch dafür, dass Leistungen effizienter und bedarfsgerechter erbracht werden. Und, das Geld steht endlich denen zur Verfügung, für die es bestimmt ist."
In vielen anderen europäischen Ländern bestehen bereits ähnliche Regelungen für behinderte Menschen. Aus Sicht der Beauftragten und des Parlamentarischen Staatssekretärs ist die neue Leistungsform nun auch in Deutschland Ausdruck einer neuen Politik für behinderte Menschen. "Nicht fremdbestimmte Fürsorge, sondern ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderungen steht künftig im Mittelpunkt. Für mich gilt es jetzt, das Persönliche Budget bekannter zu machen und behinderten Menschen Mut zu machen, die neuen Möglichkeiten auszuprobieren", so Karin Evers-Meyer heute beim Startschuss der Budget-Tour in Berlin. omp