
Berlin (kobinet) Angesichts alarmierender Missstände in der stationären und ambulanten Pflege hat die sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Silvia Schmidt heute einen raschen Ausbau von mehr Assistenz gefordert.
Die Behindertenbeauftragte ihrer Fraktion bekräftigte ihre Forderung nach einer umfassenden Reform der Pflege. Dazu gehöre der Ausbau eines flächendeckenden Dienstleistungs- und Unterstützungsangebotes und die Schaffung von umfassender Assistenz im ganzen Land. Die Anzahl der Pflegefachkräfte reiche in den Heimen derzeit nicht aus. "Und die Angehörigen, die aufopferungsvoll ihre Angehörigen pflegen, sind oft überfordert. Deshalb muss es sehr viel mehr Assistenten geben: Pflegefachkräfte und Menschen, die bereit sind, Einkäufe, Haushalt, Begleitung oder Behördengänge zu übernehmen", so Schmidt.
"Dekubitus, Austrockung, Mangelernährung und seelische Vereinsamung darf es in nicht länger geben. Solch ein Umgang mit Menschen, die eingeschränkt sind und Unterstützung brauchen, ist eine Schande in einem der reichsten Länder der Welt", betonte die Abgeordnete. Der Vorschlag der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Elke Ferner, einen TÜV für Pflegeheime einzuführen, sei zu begrüßen. Auch ambulante Dienste sollten einem einheitlichen Bewertungssystem unterworfen werden. sch