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04.09.2007 - 09:02

Chance für ein völlig einzigartiges Leben.

Ettlingen (kobinet) Marie Hélène Adam möchte nach ihrem Studium ein Volontariat beim Südwestrundfunk beginnen. Margit Glasow hat die angehende Journalistin für die jetzt erschienene Ausgabe des Magazins Rehatreff (3 - 2007) gefragt, wie sie in der Medienwelt zurechtkommt und inwieweit dabei ihre Behinderung eine Rolle spielt. In den Praktika für Rundfunk und Fernsehen beim SWR fand sie es "unglaublich spannend, mit so unterschiedlichen Menschen Gespräche führen zu dürfen".

Für ihr Hörfunkfeature auf SWR2 "Warum ist es nicht normal, verschieden zu sein?" hatte die 23-Jährige vor zwei Jahren den Medienpreis "MitMensch" der Diakonie erhalten. Seit der Aufzeichnung einer Fernsehserie, bei der die 14-Jährige im Publikum dabei sein konnte, wollte sie in einen Medienberuf.

Bei Aufnahme des Journalistikstudiums war ihr klar, "dass Menschen von weniger als einem Meter Körpergröße auf dem Campus und in Redaktionen nicht gerade häufig anzutreffen sind". Sie beschäftigte die Frage, wie sie große Geräte wie Kameras alleine bedienen oder bei Interviews das Mikrofon hin und her reichen sollte. Schwieriger war zuvor der Weg zum Abitur. Das begann schon bei der Einschulung, als ihren Eltern mitgeteilt wurde, so ein Kind gehöre nicht in die Regelschule. Die Schreib- und Lernfähigkeit wurde angezweifelt.

"Letztendlich gelang mein Weg in die Regelschule nur, weil eine einzige Lehrerin bereit war, mich zu unterrichten. Weil diese Lehrerin sich nämlich vorstellen konnte, dass ihr das hätte auch passieren können und dass sie für ihre Tochter eine ganz normale Schulbildung gewollte hätte", weiß heute Marie Hélène Adam. "Ich habe die Chance bekommen, ein völlig einzigartiges Leben zu führen. Und mein Leben würde ich gegen kein anderes eintauschen."

Mit einer Behinderung hat man nach ihren Worten "zunächst die gleichen Chancen", in den Medien Fuß zu fassen. "Aber man muss schon real seine Möglichkeiten einschätzen. Ich werde zum Beispiel nie die rasende Reporterin werden, der Kraftaufwand wäre viel zu groß", sagt sie. "Man muss sich einfach über seine Einsatzmöglichkeiten im Klaren sein. Ich würde deshalb gern nach dem Studium ein Volontariat beim SWR beginnen." Nach ihrem im Februar abgeschlossenen Journalistikstudium studiert die junge Frau aus Karlsruhe jetzt noch Germanistik. sch
 

 
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