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kobinet-nachrichten
06.09.2007 - 08:30
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Straßburg (kobinet) Die Selbstbestimmt Leben Philosophie soll zukünftig im Europaparlament verstärkt voran gebracht werden. Das ist ein Ergebnis der gestrigen Demonstration zum Europaparlament im Rahmen des heute zu Ende gehenden Freedom Drives des Europäischen Netzwerks zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen (ENIL) in Straßburg.
Mit rund 250 Leuten demonstrierten wir gestern bei Sonnenschein zum Europaparlament in Straßburg", berichtete Corina Zolle, die Leiterin der deutschen Delegation beim Freedom Drive den kobinet-nachrichten. Am Europaparlament angekommen, habe es zuerst zwar einige Probleme mit dem Sicherheitsdienst gegeben, weil dieser die Demonstranten nicht in den Hof des Europaparlaments lassen wollte. "Zuerst wollten sie nur einige wenige von uns zu Gesprächen mit den Abgeordneten in den Hof lassen, wir schafften es dann aber, dass wir alle rein kamen", erklärte Corina Zolle. So war es dann auch möglich mit VertreterInnen des Parlaments, die zu den Demonstranten in den Hof kamen, ins Gespräch zu kommen, allen voran der Präsident des Europäischen Parlamentes, Hans Gert-Pöttering, der die Demonstranten empfing.
Richard Howitt, Voritzender Disability Intergroup, erwies sich dabei als starker Verfechter des Selbstbestimmt Leben Gedankens. "Er hat angeboten, dass er in der Disability Intergroup - das ist eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe der Abgeordneten zu Behindertenfragen - eine Fortbildung zum Thema Selbstbestimmung Behinderter durchgeführt wird. Auf diese Weise könnten dann auch andere Abgeordneten lernen, worum es dabei genau geht", so Corina Zolle.
Jan Andersson, der an der Entwicklung des schwedischen Assistenzgesetzes beteiligt war, haben die Demonstranten aufgefordert, sich auch für ein europäisches Assistenzgesetz einzusetzen. "Die Abgeordneten signalisierten uns, dass wir durch diesen mittlerweile dritten Freedom Drive innerhalb des Europaparlaments schon viele Leute erreicht haben, die sich für unsere Anliegen interessieren. Deshalb sollten wir auch weiterhin mit den Abgeordneten in Kontakt bleiben", so Corina Zolle.
Der Freedom Drive geht heute mit einem Treffen des Vorstandes von ENIL mit VertreterInnen des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Straßburg zu Ende. omp
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