
Hamburg (kobinet) Das Motto des "Tages der Gehörlosen" 2007 lautet "Gebärde mit mir" (kobinet 11.9.07). Hintergrund ist, dass in der Frühförderung und Schulausbildung von gehörlosen, schwerhörigen und mit Cochlear Implantat (CI) versorgten Kindern die Gebärdensprache noch immer keine Selbstverständlichkeit ist. Darauf weist der Deutsche Gehörlosenbund in einer Presseinformation hin.
Seit Mitte der 70er Jahre wird der "Tag der Gehörlosen", den der Weltverband der Gehörlosen (WFD) 1951 ins Leben rief, auch in Deutschland begangen. Die Gehörlosenverbände nehmen ihn jährlich zum Anlass, um auf die Situation und Schwierigkeiten der bundesweit ca. 80.000 gehörlosen Menschen aufmerksam zu machen. Als "gehörlos" verstehen sich hörbehinderte Menschen, die in der Kommunikation die Gebärdensprache bevorzugen. Nach wie vor gibt es viel Unkenntnis und Vorurteile gegenüber gehörlosen Menschen und der Gebärdensprache. Der "Tag der Gehörlosen" ist nach Ansicht des Deutschen Gehörlosen-Bundes ein geeigneter Anlass, um die Öffentlichkeit über Gehörlosigkeit und die Gebärdensprache zu informieren. Ein buntes Kultur- und Freizeit-Programm soll an diesem Tag die Begegnung zwischen Hörenden und Gehörlosen erleichtern und fördern.
Programmpunkte am "Tag der Gehörlosen" sind z.B. Diskussionsrunden, Info-Stände, Gebärdensprach-Schnupperkurse, Aufführungen von Gehörlosen-Theatergruppen und vieles mehr. Das Motto des "Tages der Gehörlosen" 2007 lautet "Gebärde mit mir". Hintergrund ist, dass in der Frühförderung und Schulausbildung von gehörlosen, schwerhörigen und mit Cochlear Implantat (CI) versorgten Kindern die Gebärdensprache noch immer keine Selbstverständlichkeit ist. Dabei würden sie alle sehr von Gebärdensprache profitieren. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass eine zweisprachige Erziehung für Kinder mit Hörbehinderung das Beste ist. Anders als so oft behauptet, schadet Gebärdensprache nach Informationen des Deutschen Gehörlosen-Bundes keinesfalls dem Erwerb der Lautsprache - sondern ganz im Gegenteil: "Kinder, die mit Gebärdensprache aufwachsen, können besser sprechen, schreiben und Texte verstehen. Außerdem ist es für die psychosoziale Entwicklung von großer Bedeutung, dass Kinder zu Hause in Gebärdensprache kommunizieren können. Sie haben eine bessere Bindung zu ihren Eltern, weil sie sich in jeder Situation mitteilen können und verstanden fühlen. Bis heute finden diese Erkenntnisse in der Frühförderung und Schulausbildung zu wenig Berücksichtigung", so der Deutsche Gehörlosen-Bund.
Der Tag der Gehörlosen 2007 soll auf diese Aspekte in der Öffentlichkeit aufmerksam machen und für Gebärdensprache von klein auf werben. Der Tag der Gehörlosen wurde gestern in Cloppenburg gestartet, am 22. September finden in Berlin, Erfurt und Gießen und am 13. Oktober in Hamburg Veranstaltungen statt. omp
Nähere Informationen gibt's im Internet unter www.gehoerlosen-bund.de