
Hamburg (kobinet) Im Rahmen einer Veranstaltung unter dem Motto "Vom Ich zum Wir: Chancen und Risiken von Gemeinschaft" der Evangelischen Akademie Hamburg plädierte Prof. Dr. Klaus Dörner gestern Abend in der Hamburger Hauptkirche St. Petri dafür, behinderten Menschen neben der Teilhabe auch die Möglichkeit, etwas für die Gesellschaft geben zu können, zu eröffnen.
In seinem Impulsvortrag beleuchtete Prof. Dr. Klaus Dörner eine Reihe von Begriffen, die in der Behindertenarbeit verwandt werden, kritisch. "Ich hoffe, dass es dem Begriff der Teilhabe nicht so geht, wie seiner Schwester, 'der Selbstbestimmung' - dass dieser missbraucht wird", so Prof. Dr. Klaus Dörner. Am Begriff der Teilhabe sei ihm aufgefallen, dass es dabei nur um das Haben gehe. Das Leben bestehe aber aus Geben und Nehmen. Etwas für die Gesellschaft geben zu können, um auf gleicher Augenhöhe agieren zu können, sei für alle Menschen sehr wichtig. Deshalb müsse man behinderten Menschen die Möglichkeit geben, auch eine "Teilgabe" leisten zu können, führte Prof. Dr. Klaus Dörner in seinem Plädoyer für ein gleichberechtigtes Leben behinderter und älterer Menschen in der Gemeinschaft aus.
Wolfram Scharenberg von der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, der die Veranstaltung moderierte machte deutlich, dass sich die Stiftung in vielfältiger Weise bewegt habe und dass in den letzten Jahren eine Vielzahl von Mauern abgerissen wurden, die zuvor behinderte Menschen ausgegrenzt haben. Pastorin Hilke Osterwald zog eine Parallele der Situation von behinderten Menschen zu der von anderen benachteiligten Gruppen. Gemeinschaft zu schaffen, um mit schwierigen Situationen zurecht zu kommen, finde in vielen Bereichen statt und bringe Menschen auf eine ganz neue Art und Weise näher, betonte sie. omp