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kobinet-nachrichten 28.09.2007 - 06:55
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http://www.kobinet-nachrichten.org

Mahnwache vor Grünenthal

.

Köln (kobinet) Vor 50 Jahren, am 1. Oktober 1957, kam Contergan in Deutschland auf den Markt - vom Hersteller Grünenthal als gut verträgliches Schlaf- und Beruhigungsmittel für werdende Mütter angepriesen. Der Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer (BCG) in Köln hat aus diesem Anlass zu einer Mahnwache in Stolberg bei Aachen aufgerufen. Leser und Redaktion dieses Nachrichtendienstes wurden darauf in einem Leserbrief zur Meldung über den Contergan-Film des Westdeutschen Rundfunks aufmerksam gemacht.

Vor den Toren Grünenthals und zwei weiteren Werken des Familienunternehmens wird um 20 Uhr am Sonntag die Mahnwache aufziehen. Auf einer nächtlichen Pressekonferenz soll dann über den Aufruf zu einem Kaufboykott informiert werden. Der Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer will Produkte der Familie Wirtz boykottieren, der neben Grünenthal auch das Unternehmen Mäurer+Wirtz und die Dalli-Werke gehören.

Als das Grünenthal-Medikament mit dem Wirkstoff Thalidomid schließlich am 27. November 1961 vom Markt genommen wurde, hatte es nicht wieder gut zu machende Schäden angerichtet. Weltweit wurden 12.000 Kinder, davon etwa 5.000 in Deutschland, mit Fehlbildungen vor allem an Armen und Beinen geboren. Der spätere Contergan-Prozess gegen die Verantwortlichen der "Grünenthal Chemie" endete mit einem Freispruch "wegen geringer Schuld" und "wegen geringer Bedeutung für die Öffentlichkeit der Bundesrepublik Deutschland".

Von den 2.700 Opfern, die heute noch in Deutschland leben, fühlen sich viele nicht angemessen entschädigt. Das Pharma-Unternehmen hatte sich nach der Katastrophe verpflichtet, 100 Millionen Mark (51 Millionen Euro) in eine Stiftung einzuzahlen, der Bund brachte ebenfalls 100 Millionen Mark ein. Aus dem Fonds werden bis heute monatliche Renten - je nach Schwere der Behinderung bis zu 545 Euro - an die Opfer ausgezahlt, die auf weitere Klagen gegen Grünenthal verzichtet haben. sch

 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Basil Whitehead Tobin Donovan schrieb am 18.09.2008, 08:05

Lorene Gillespie

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trnirk azzgovu
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clylaf btvbhth
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Andreas Kohnke schrieb am 02.07.2008, 10:50

Steuerbefreiung

Hallo,
Ich möchte einfach nur einmal einen Gedanken los werden.
Wenn Ich mich dazu verpflichten muss etwas zu bezahlen, wo den dringenden Bedarf danach hat und Steuern zahlen muss, fliessen mehr Gelder aus meiner Geldbörse, als der Mensch mit dem Bedarf erhalten MUSS.
Sollte mich jetzt jemand von der Steuer befreien, dann fliesst die selbe Geldmenge, nach der ja der Bedarf besteht, aber die zusätzliche Last der Steuer ist von mir genommen.

Jetzt möge man mich loben, mich, der die fliessenden Gelder für den Bedürftigen von der Steuer befreit hat. Wenn man mag...

Danke.

der flugelch schrieb am 10.12.2007, 16:06

welcome to germany

diese firma hat doch schon alles erreicht. der skandal wurde heruntergespielt,
die masse an menschen in deutschland interessiert dieses leid nicht (mehr).
die contagan-geschädigten sind allein.

das war die taktik. die ist aufgeganen! das unternehmen hatte befürworter an den
richtigen stellen sitzen, hat sie wahrscheinlich noch sitzen.
alles aussitzen und opfer mundtot machen.
das notwendigste zahlen. die damalige zeit hat einen gerichtsbeschluss zugelassen, der zum nachdenken anregen sollte. für die damalige zeit wahrscheinlich normal. doch heute wird von seitens der politik auch nicht mehr darüber geredet und erst recht nix mehr getan.

wieviel "macht" haben unternehmen, wenn sie mit dem abbau von ARBEITSPLÄTZEN
drohen?

und nochwas:
gebt auf! ihr seid zu wenige, ihr erreicht nix mehr.
das will keiner mehr hören!
viel zu wenige um etwas zu verändern!


... und zudem auch noch behindert...

Herbert Nuschler schrieb am 14.11.2007, 21:09

Auch Henker haben Arbeitsplätze

Zu den großen Wohltätern der Menschheit, die uns Arbeitsplätze bescheren:

Auch die Rüstungsindustrie "gebiert" Arbeitsplätze. Was wird mit den Waffen aber gemacht? Es werden Tote und Schwer(st)behinderte produziert. Die Frage ist wohl immer, wem das Produkt dann dient, oder ob damit die Gesundheit und das Leben von Menschen geopfert wird.

Mit der gleichen Logik könnte oder müsste man dann auch sagen: Es soll die Todesstrafe eingeführt bzw. nicht abgeschafft werden, damit der HENKER eine Arbeit hat oder diese nicht verliert!!!
Perverser geht es nicht.
Leider gibt es immer solche, die der Wirtschaft hinten hineinkriechen (bis sie selbst oft mit 50 Jahren von dieser ausgespieen ("freigestellt") werden.

Susanne Metzger schrieb am 14.11.2007, 09:40

Boykott ist GUT

Ich mache bei diesem Boykott auch mit. Zum ersten Leserbrief fällt mir nur der Rechtsanwalt von Gründenthal ein der im Fernsehen gesagt hat, dass wir alle froh sein könnten das so etwas passiert ist. Dadurch hätte geforscht werden können.
Oh wir dankbar ist die Schreiberin doch der Firma Grünenthal: Schließlich schaffen die Arbeitsplätze und was zählen dann schon Menschenleben.
Ich krieche einem Arbeitsgeber auf jeden Fall nicht in den Hintern nur um meinen Arbeitsplatz zu behalten. Würde und Anstand sind für mich wichtiger

Susanne Metzger schrieb am 14.11.2007, 09:30

Boykott ist richtig

Auch ich werde mich am Boykott beteiligen und keine Produkte mehr von Grünenthal und Konsorten kaufen.
Zum ersten Leserbrief kann ich nur eins sagen: Dieser Mensch spiegelt unsere Gesellschaft wieder.

Herbert Nuschler schrieb am 12.11.2007, 18:36

Überlegt euch jede Tablette!

Noch einen kleinen Nachtrag.

Überlegt euch jede Tablette, die ihr nehmt, gut. Ich jedenfalls brauche fast nie eine. Ich boykottiere die Pharmafirmen grundsätzlich, weil ich die Tierfolter in ihren Tierlabors als absolut unethisch und unerträglich betrachte.

Wie sehr sich die Pharmakonzerne vor dem aufgeklärten Patienten fürchten zeigt ja der Umstand, dass Grünenthal den Film "Nur eine Tablette" unbedingt verhindern wollte, was zum Glück mißlang!

In den 60-er Jahren kam Grünenthalt ja auch mit einer ganzen Armada von 40 Rechtsanwälten, denen ein e i n z i g e r Staastanwalt entgegenstand. Der erstickte natürlich in den Akten. So kann man auch ein Urteil verhindern!

Wer sich in den damaligen Sumpf einlesen will, kann auf folgenden Link gehen:

www.tierversuchsgegner.org/wiki/index.php?title=Prozessbetrug#Die_Contergan-Story__Oder_die_Skrupel_der_Pharma-Industrie

Herbert Nuschler schrieb am 12.11.2007, 18:12

Boykott-Liste

Weil einige Male nach der Boykott-Liste gefragt wurde. Hier ist sie:

Dalli-Waschmittel, Tabac, Nonchalance, Tosca und 4711

(Firmennamen: Grünenthal oder Mäurer-Wirtz)


Mit freundlichen Grüßen

Herbert Nuschler

heinz sing dein gefühl schrieb am 11.11.2007, 16:54

wo gibts die boykott liste ?????

hallo geschädigte und nicht geschädigte -is doch ganz einfach-wer pillen herstellt und unter die leute bringt i s t v e r a n t w o r t l i c h für a l l e f o l g e n. mich interessiert jetzt erstmal die boykottliste,damit ich handeln kann.mein beitrag. und bitte denkt mal drüber nach --alle heilmittel sind schon da --in der natur -- man muß sie nur nicht aus profitgier verstecken und chemiescheiße produzieren um geld zu mache oder die gehirne zu manipulieren. liebe grüße heinz.

Hubert von Wenzl schrieb am 10.11.2007, 00:36

Hilde Hase - Naivität pur

Liebe Frau Hase (ihr Name ist wirklich Hase!)

Tun Sie nur so dumm oder sind Sie wirklich nicht gescheiter?

Sie schrieben:

Wenn es aber nur ums "liebe Geld geht", denke ich - gibt es mit
Sicherheit die Möglichkeit, sich auf einem direkten Weg mit der
Fa. Grünenthal auseinanderzusetzen.
mfg+++
Hilde Hase

-----

Das "liebe Geld" ist nun mal wichtig, wenn manche Leute mit 425 Euro /Mon. leben sollen.
Wofür es so schwer Geschädigte brauchen, ist wohl nicht schwer einzusehen - oder doch?

mfg
Hubert von Wenzl (kein Hase) (für ihren Namen können Sie allerdings nichts)


Wolfgang Ettwig schrieb am 09.11.2007, 23:21

Da steckt mehr dahinter

Hallo Leute,
ich habe seit einigen Jahren direkten Kontakt mit einer Contergan- geschädigten Person und hatte mit ihr in der Vergangenheit viele Gespräche darüber geführt. Jetzt, durch den Zweiteiler im Fernsehen, und die anschließenden Diskussionen habe ich aber erst erfahren können, was da intern wirklich ablief. Wenn man alles detailiert auf sich wirken läßt, Unternehmen, Wirtschaftsinteressen, Politik, Regierung, Arbeitsplätze, unterschiedl. Interessengemeinschaften und die versch. Verbundenheiten untereinander, dann stellt man wieder fest, es geht gar nicht um die Sache. Es geht nicht um den Geschädigten, es geht nicht um die Opfer, und schon gar nicht um den Menschen. Bei der Grünenthal- Zahlung, war es den entsprechenden Verantwortlichen, dazu gehörten nicht nur Anwälte sonder auch Mediziner....mit Sicherheit klar das diese Geldsumme von 100 oder 110 Millionen DM mehr als gering war. Sie wußten mit Sicherheit um die Folgeschäden. Auch aus dem Krieg zurückgekehrte Soldaten die geschädigt waren, die nur noch ein Bein oder einen Arm besaßen.... klagten später über Folgeschäden. Warum sollte das im Fall Contergan anders sein. Die Überlegungen zu der Geldleistung war ganz klar und berechnend durchdacht und deshalb für Grünenthal keine Summe. Die hätten auch eine höhere gezahlt, nur um aus dem ganzen Skandal herauszukommen.

Und IG Farben, Degussa- Zyklon B, ? die habens vertrieben, gewieß, aber wer hats entwickelt?

da steckt auch mehr hinter als viele wissen und auch ich wußte. Schaut mal nach unter Franz Haber nach und ihr werdet überrascht sein.

Also die Familie Wirtz sollte das Angebot eines Dialoges seitens der Geschädigten annehmen, aber damit kommt natürlich vieles wieder in Gang, da lebt einiges wieder auf, da befassen sich dann Menschen mit dem alten Skandal, die damals noch gar nicht lebten, das gibt Unruhe. Jetzt erfahren die Bundesbürger auch noch, daß sie durch die Steuern alleinige Zahler der Katastrophe sind und Grünenthal sich um nichts mehr kümmert.. Das gibt Frust, Wut und vielleicht Boykotte was der Arzneimittelkauf betrifft. Aber die Geschädigten sollten insgesammt nicht nachlassen aufzustehen, Grünenthal ständig daran zu erinnern, das es da noch eine offene Rechnung gibt, die beglichen werden muß, egal wie. Bleibt am Ball Leute, veranstalltet ein großes Treffen, ruft zur Gemeinsamkeit auf. Auch beim Krußß-Kampf hier in Rheinhausen, wurde die Solidarität plötzlich riesengroß. Ich bin als Marathonläufer und Ultraläufer damals für die Stahlarbeiter mit dem Feuer der Mahnwache nach Bonn gelaufen und wir haben denen eingeheizt. Wenn ihr eine Idee habt in dieser Richtundg und mich braucht... Ich laufe gerne für euch, wohin ihr wollt. Leute bleibt am Ball, hier geht es um Verantwortung und Schuld.

Ich grüße euch alle und wünsche euch weiterhin Kraft und Stärke,

Wolfgang Ettwig

Martina Stöckel schrieb am 09.11.2007, 19:02

Boykott? Logisches Verhalten!

Es geht für mich hierbei nicht um einen Boykott irgendeiner für mich zum Glück unwichtigen Firma, es geht hierbei um die Information, dass eine Firma wissentlich aus Profitgier Babys verkrüppelt hat. Folglich ist für mich nur eines wichtig, Produkte dieser Firma oder beteiligter Firmen zu kennen und nicht zu kaufen, ganz einfach um nicht dem Risiko ausgesetzt zu sein, dass mir oder den Meinen ähnliches widerfährt!
Oder würden Sie die gleiche Kaffemaschine "Made in China", die Ihnen gerade die Wohnung in Brand gesetzt hat, in der neuen Wohnung an der gleichen Stellle wieder hinstellen.
Aber Hallo!

Petra Uttenweiler schrieb am 09.11.2007, 12:11

Einem Skandal folgt dem anderen...

Leserbrief von Frau Petra Matzanke:

Hallo Frau Matzanke,

ich bin selbst auch eine Betroffene und möchte mich ihren Worten uneingeschränkt anschließen!

Auch ich habe furchtbare Panik, in einem Pflegeheim "dahinsiechen" zu müssen und zwar in einem Alter, in dem andere noch nicht mal an ihre Rente denken.

Es ist ein Unding, was hier in unserem Lande wiederholt passiert: Ein Skandal, auf dem ein Skandal folgt.

Herrn Sebastian Wirtz v. Fa. Grünenthal möchte ich einmal das Leben eines Contergangeschädigten aufzeigen, nur einen Tag gemeinsam zu verbringen, welch´ körperlicher Kraftakt wir jeden Tag auf uns nehmen müssen.

Fa. Grünenthal: Über 800 Mio Umsatz im Jahr! Spenden für den Kölner Dom zur Instandhaltung, Spenden aud dem Überschuss ins Ausland. Nicht mal einen Cent für Betroffene, die ihr Leben, durch die körperliche Verschleißerscheinungen, unter Schmerzen verbringen müssen. Von Zukunftsängsten ganz zu schweigen.

DAS macht so verdammt wütend !

Elisabeth Meyer schrieb am 09.11.2007, 05:34

Unglaublich

Ich bin erschüttert!!! Was ist das für eine Firma? Ich werde ab sofort jedes Medikament dieser Firma ablehnen. Typisch auch wieder diese Leserbriefe der Mitarbeiter. Jeder denkt nur an sich. Keine Solidarität zwischen den Mitmenschen.

Petra Matzanke schrieb am 08.11.2007, 12:23

Hurra ich lebe noch... Teil II

Meinen Eltern wurde damals zugesichert, dass alles menschenmögliche getan wird, dass unsereins ein normales gutes Leben leben darf. Von sozialen Einschnitten, Sparmaßnahmen, Preiserhöhungen (Benzinkosten) u. a. war damals noch keine Rede - man hat uns vergessen und wir müssen allein sehen wie wir zurecht kommen. Auch die Folgeschäden werden nicht ernstgenommen - sie werden als Alterswehwechen abgetan. Mit 46 Jahren als "alt" eingestuft zu werden ist demütigend.

Und wenn ich daran denke, dass ich irgendwann in einem Alten- oder Pflegeheim landen werde, wird mir richtig richtig schlecht ! Was bleibt mir dort noch ? Ich werde dabei zusehen wie ich entweder verhungere, verdurste, mich wundliege oder gar "ruhiggestellt" nur noch dahindämmern - ich habe nie die Chance bekommen bis dato mein Leben so einzurichten, dass ich "abgesichert" meinen Lebensabend verbringen darf.

Das hier sind winzige Teilausschnitte aus meinem reichen Erfahrungsschatz den ich im Laufe der Jahre sammeln durfte. Contergan galt zwar als Katastrophe - wurde aber als geringfügige Nichtigkeit abgetan. Damals waren sich alle einig - Staat, Gesundheitswesen und eine renommierte Firma. Da wurde ein kriminelles Verhalten an den Tag gelegt - einfach unglaublich.

Ich möchte dazu nur noch anmerken, dass die Fa. Grünthal, deren Vertreter, die damalige Bundesregierung und das damalige Gesundheitswesen mit meinen/unseren Eltern verhandelt hat. Mit MIR/UNS hat bis heute noch niemand Kontakt aufgenommen um mit MIR/UNS darüber zu sprechen, was damals geschah, was getan wurde und was noch getan werden könnte und was ich mir evtl. erhoffe !

Nochmal 50 Jahre und das leidige Thema "Contergangeschädigte und ihre Habgier" sind ausgestanden - ausgesessen von der renommierten Fa. Grünthal, dem Gesundheitswesen und den jeweiligen Regierungen. Sauber und mit enger Schadensbegrenzung kann Contergan dann in den Archiven verschwinden. Auch hierrauf kann Deutschland nicht stolz zurückblicken - dass allein in England die Contergangeschädigten 2.200 € pro Monat erhalten zeigt mir nur, dass wir Contergangeschädigten in Deutschland allenfalls lästiger Ballast sind !!

Also lasst uns wenigstens noch einmal winken, bevor wir den Arm oder das Bein nicht mehr heben können.

Es grüßt - trotz leicht bitter Note in diesem Text - eine aufgeschlossene, freundliche und lebensfrohe
Petra Matzanke

Petra Matzanke schrieb am 08.11.2007, 12:20

Hurra ich lebe noch ... Teil I

Ich bin eine Betroffene, 46 Jahre alt und sitze im Rollstuhl.

Erst einmal möchte ich meinen Eltern danken, dass sie nach dem ersten großen Schock darauf bestanden haben mich mit nach Hause zu nehmen und nicht das "Angebot" der Ärzte angenommen haben mit einer Unterschrift dafür zu sorgen, dass ich in einem "Heim" aufgezogen wurde. Sie haben mich gelehrt ein liebenswerter und selbstständiger Mensch zu sein. Sie haben im Laufe der Jahre verlernt mich als Rollstuhlfahrerin zu sehen - sie haben hart gekämpft gegen ihre Umwelt, gegen die Ungerechtigkeiten des damaligen Gesundheitswesen, der Fa. Grünthal und letztendlich auch gegen den Staat. Sie haben "verloren" und sind nicht daran zerbrochen.

Seit ca. 15 Jahren wird es immer schwerer "selbstständig" zu bleiben ! Dank der Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen wird mir sogar vorgeschrieben welche Bedrüfnisse ein neuer Rollstuhl überhaupt noch abdecken darf. Er soll billig und funktionstüchtig sein ! Keine Extras wie "Transitrollen", Stabilität, leichtgängig. Von wegen für jeden wird individuell sein Hilfsmittel angepasst ! Hier gibt es genau festgelegte Richtlinien und da weicht meine Krankenkasse keinen cm von ab. Es wird in Lagern nach reparierten gebrauchten Rollstühlen nachgeforscht um evtl. eine Neuanschaffung zu vermeiden. Ich hätte z. B. gerne mit meiner kleinen Familie (2 Töchter, mein Mann) Radtouren gemacht, aber ein Rollstuhlbike von 3.000 Euro kann ich mir einfach nicht leisten ! Die Krankenkasse begründete ihre Ablehnung damit, dass so ein Rollstuhlbike ein "alltäglicher" Gebrauchsgegenstand ist und somit keine Kostenübernahme erfolgen kann. Das so ein "Fahrrad" auch meiner Gesundheit und einem anderen Bewegungsablauf dient, dass wird geflissentlich ignoriert. Ein normales Rad würde mich 299,-- Euro kosten; aber keine 3.000 !! Ich wäre sogar bereit gewesen eine Eigenbeteiligung im Werte eines neuen Fahrrades zu übernehmen - die Krankenkasse stellt sich stur !
Und so wie die Krankenkasse sich stur stellt, so stellt sich jede Behörde quer. Sei es das Wohnungsamt, das Sozialamt - egal welches Amt - es ist ein Kampf gegen Windmühlen.

40 Jahre hat man dafür gesorgt, dass "Contergan" so langsam in Vergessenheit geriet - den Ortsverbänden der Contergangeschädigten wurde mehr oder weniger ein Maulkorb verpasst; der Bundesverband hat wohl eher nur halbherzig im Untergrund gearbeitet und jetzt wundert man sich, dass die Contergangeschädigten aufmucken.

Gerd Frank schrieb am 17.10.2007, 08:28

Gelöscht ???????????

Der Artikel wurde nicht gelöscht. Steht unter Contergan film wird gesendet .......

Regina Schwenke schrieb am 16.10.2007, 09:49

Wer entfernt unliebsame Leserbriefe

Ich habe als geschädigte Mutter zweier Contergankinder hier meinen Erfahrungsbericht mit der Firma Gruenenthal und meine Lebensgeschichte in Kurzform eingestellt. Dieser Beitrag vom 14. Oktober 2007 wurde entfernt. Wem paßten meine Erfahrungen mit Gruenenthal nicht?
Regina Schwenke/Berlin

christian berger schrieb am 15.10.2007, 13:05

an Frau Petra Uttenweiler!

Sehr geehrte Frau Uttweiler,

erstmal herzlichen Dank für Ihre Ausführungen bezüglich der Geschichte von Contergan.

als Bildender Künstler arbeite ich an einer Arbeit über dieses Pharmaprodukt.

Ich würde gerne mit Ihnen Kontakt aufnehmen, weil ich einige Fragen an Sie hätte, will hier aber weder meinen Namen noch meine offizielle Adresse hinterlassen (ich habe einfach schon zu oft wüste Boykotte erlebt, sodass ich vorsichtig geworden bin).

Sollten Sie Zeit finden, bzw. Interesse haben, mir einige Fragen zu beantworten, würde ich Sie bitten, mir unter der Adresse tommi32@gmx.at eine Email zu senden.

Mit freundlichen Grüßen



Wasilios Katsioulis schrieb am 06.10.2007, 11:22

75 Kommentare zum Thema

da scheint aber etwas ganz gewaltig noch im Argen zu liegen....

Offenbar sind die damaligen Ereignisse nicht so juristisch verarbeitet worden, dass die Betroffenen Geschädigten auch nur ansatzweise Genugtuung erfahren konnten.

Ich würde der Bundesregierung empfehlen zu prüfen, was getan oder zur Verfügung gestellt werden kann um den Betroffenen (ich bin nicht Contergan geschädigt) entgegenzukommen.

Wichtig erscheint mir nach Lesen der Kommentare insbesondere, dass die Firma sich mal offiziell dazu äussert, wie sie mit den Geschädigten weiter umgehen will. Ich denke nicht dass eine Blockadehaltung in Zeiten des Internets auch nur Ansatzweise heute noch Erfolg verspricht.

Hier heisst es Meiner Ansicht nach: 1. Schuld bekennen, 2. Sich bei den Geschädigten Entschuldigen (persönlich und herzlich; so schwer das vielleicht auch fallen mag), 3. Stiftung gründen und weiter entschädigen.

Geschäftsführer haben nach einem solchen Schaden auch immer eine soziale Verantwortung zu übernehmen!

Ilonka Stebritz schrieb am 03.10.2007, 15:55

Warum eine Mahnwache?

Sehr geehrte Damen und Herren,

für mich wichtige Kernstücke dieser Mahnwache und des damit einhergehenden Protestes ist aufzuzeigen, dass

- es ca. 4.000 Contergangeschädigte Babys gab, die nach der Geburt nicht lebensfähig waren oder innerhalb des 1. Lebensjahres verstorben sind.
- es mehr und mehr Contergangeschädigte gibt, die zunehmend Hilfe benötigen und die mit der Rente in derzeitiger Höhe diese Hilfen nicht bezahlen können.
- nach Eintritt in die Erwerbsminderungsrente ein riesiger Teil an Zuschussmöglichkeiten gänzlich weg bricht. Nur, wer in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis steht oder dem Arbeitsmarkt noch zur Verfügung stehen kann, kann noch auf Zuschüsse hoffen. Immer mehr Contergangeschädigte müssen aufgrund von Folgeschäden ihren Beruf an den Nagel hängen.
- durch Eintritt in die Erwerbsminderungsrente mitunter hohe Einkommenseinbußen einhergehen.
- die psychosoziale Problematik mit zunehmendem Alter anzusteigen scheint. Hier als Beispiel zu nennen ist u.a. Isolation und Vereinsamung durch Änderung des sozialen Umfeldes (z. B. Eltern und andere Familienmitglieder sterben, Kollegen fallen weg wegen Aufgabe des Berufes).
- nicht für jeden Contergangeschädigten die Möglichkeit bestand, überhaupt einen Beruf zu ergreifen, weil er von Anbeginn an voll erwerbsgemindert war. Es gibt eben nicht nur die „Vorzeigecontis“.
- ein Hilfebedürftiger Contergangeschädigter durch den Ausgang des Prozesses und seine Folgen zum Bittsteller an die Gesellschaft und den Sozialstaat gemacht wurde, obwohl der Schädiger bekannt ist.

Sicher haben die Contergangeschädigten auch noch die Möglichkeit, das Soziale Netz (oder das, was davon noch übrig ist) in Anspruch zu nehmen. Aber, wäre es nicht ebenso richtig den Schädiger dafür in Anspruch nehmen zu können/dürfen?

Jeder Bundesbürger, der einem anderen Menschen einen Schaden zufügt, muss dafür haften. Sollte dies für Unternehmen nicht umso mehr gelten? Wie hat es die Fa. Grünenthal bloß geschafft, sich „so leicht“ aus der Verantwortung zu stehlen?

Wegen der „Gründungsversammlung“:
Einer Portion Ironie und Humor bedarf es schon, diesen Teil des Protestes zu verstehen! ; )

Mit friedlichem Gruß

Ilonka Stebritz

Mümmelmann Mümmelmann schrieb am 03.10.2007, 11:49

Ergänzung

Hier war ein r zuviel "bereit"

Mümmelmann Mümmelmann schrieb am 03.10.2007, 11:44

Einigungsversuch?!

Das gegenüber hier die Firma Grünenthal muß zu Gesprächen berreit sein, um eine Lösung zu finden! Fakt aber ist das Grünenthal bzw. Mäurer und Wirtz nicht berreit ist!
Warum sonst versucht Grünenthal bzw. Mäurer und Wirtz die damalige Geschichte bzw. den Skandal soweit wie es nur eben geht zu verheimlichen, warum sonst lügt Grünenthal in Pressemitteilungen, warum sonst wurde versucht den Film, "eine einzige Tablette", zu blocken, könnten da evtl. Wahrheiten ans Licht kommen die, der Öffentlichkeit vorenthalten werden sollten???!
Grünenthal will nicht mit den Betroffenen reden, Angebote von den Betroffenen wurden bisher immer abgelehnt!
Ich werde heute zur Rehacare fahren! Man wird mich leicht erkennen!
Gruß
Mümmelmann


PS Folgender Satz stimmt so nicht Zitatanfang
>>>"Wir fordern von Grünenthal einen Schadensausgleich von fünf Milliarden Euro an die 2700 Opfer von Contergan, die heute noch in Deutschland leben", wurde Andreas Meyer, Vorsitzender des Bundes Contergangeschädigter und Grünenthalopfer (BCG), in der Financial Times Deutschland zitiert. <<<Zitatende
es müßte heißen "die heute noch leben"! Also an alle Conterganopfer!

Gerd Frank schrieb am 03.10.2007, 06:07

Boykott ja oder nein ?

Zunächst mal muß ich feststellen wie sich das Unternehmen gegenüber den Betroffenen verhalten hat, ist für mich wiederum Skandalös. Sie haben diese eigentlich vollkommen ignoriert. Wenn diese Firma ein Gewissen hätte wäre sie auf die Betroffenen zugegangen und hätte das Gespräch gesucht wie man eine Lösung findet. Aber ist die Firma eigentlich daran interessiert? Boykottaufruf (???) Ein Boykott kann nur Sinn machen wenn sich viele daran beteiligen, aber daran kann ich nicht so recht glauben Dieser Boykottaufruf kann letzendlich nur dazu dienen das das Unternehmen umdenkt und das Gespräch mit den Betroffenen sucht. Eines sollte der Fa Klar werden, dass sie sich mit der Klage Gegen den Film "Eine einzige Tablette" sich keinen Gefallen getan hat.
Den Leserbriefen Von Hellinger und Drewes habe ich nicht hinzuzufügen. Hier sehe ich Lösungsansätze, die aber schwer durchsetzen sind, solange die Fa und wahrscheinlich der Gesetzgeber nicht mitspielt. Die Rehacare wäre die Möglichkeit mit Betroffenen zu sprechen um nach Lösugen zu suchen.
Über Berger braucht man sich nicht weiter auslassen. Allein schon seine Aussagen sprechen schon für sich.

Arnd Hellinger schrieb am 03.10.2007, 01:14

Komplizierte Sach- und Rechtslage

Alex, Du hast natürlich Recht, wenn Du oben konstatierst, mein Vorschlag sei unausgereift und teilweise naiv. Das aber haben DenkANSTÖSSE, wie ich ihn mit meinem Leserbrief geben wollte, fast schon zwangsläufig an sich. Auch darfich annehmen, dass ich, befände ich miich im Besitz einer praktikablen Lösung für das hier diskutierte Problem, kaum länger den Status eines ALG2-Empfängers inne hätte.

Mein Ansatz war in der Tat, der Cntergan-Stiftung (so diese als juristische Perrson noch existieren sollte) verbindlich eine jährliche Zahlung der Grünenthal GmbH oder des sie tragenden Konzerns zuzugestehen. Wie sich der Betrag schlußendlich bemisst, sollten diie von mir im Leserbrief bezeichneten Parteien mt etwas gutem Willen auf dem Verhandlungsweg klären können. In diesem Kontext wäre natürlich schon interessant, zu erfahren, wie damals die Vergleichssumme von DM 200.000.000,-- genau ermittelt worden ist - meine Aussage dazu war rein hypothetisch.

Wie schon gesagt: Unter der Maßgabe, dass Grünenthal Gespräche zum Thema grundsätzlich ablehnt, rate ich den Betroffenen durchaus zur Klage. Wenn die auch fehlschlägt, darf man gerne über Boykottaufrufe etc. nachdenken, aber eben alles der Reihe nach.

Seine Munition direkt zu Beginn komplett zu verschießen, reduziert die Siegeschancen deutlich...

Alexander Drewes schrieb am 02.10.2007, 23:41

"Schadensersatzklagen oder ..." (Teil 2 und Schlus

(Fortsetzung Titel) "... gesetzliche Regelung als Problemlösung?"

(Fortsetzung von Teil 1 und Schluss)
So bleiben den Betroffenen eigentlich nur zwei Möglichkeiten, und für beide sehe ich düsteres Fahrwasser. Zum einen können sie tatsächlich noch einmal einen Prozess gegen die Firma Grünenthal anstrengen. Das wird nicht viel Sinn machen, weil die zivilrechtliche Schadensersatzrechtsprechung bei bereits vorhandenen Entschädigungslösungen, mögen dieselben auch noch so miserabel entschädigt worden sein (solange es dafür nur eine gesetzliche oder vertragliche Grundlage gab), eher restriktiv ist. Zudem könnten die Ansprüche, absurd aber wahr, auch bereits verjährt sein (auch für Schadensersatzansprüche gilt in aller Regel die längstmögliche zivilrechtliche Verjährungsfrist von 30 Jahren).
Zum anderen könnte natürlich der Bund hier ein Gesetz erlassen, dass eine Entschädigungsregelung vorsieht. Bei solchen Regelungen bin auch aber beinahe noch pessimistischer als im Klageverfahren. Zunächst wird sich der Bund - wenn überhaupt - auf eine eher symbolische Summe beschränken. Sodann hätten wir hier das Problem der Dynamisierung, das wir z.B. hinlänglich aus der Sozialen Pflegeversicherung kennen. Zum Schluss würde das Gesetz - mit absoluter Sicherheit - eine abschließende Regelung schaffen wollen, rein theoretisch mögliche Schadensersatzansprüche gegen das Unternehmen blieben folglich nach wie vor unbefriedigt.
Wie man es dreht und wendet, um einen Musterprozess werden die Betroffenen wohl nicht herumkommen.

Mag. Alexander Drewes, LL.M.,
mailto:Drewes.Alexander@web.de

Alexander Drewes schrieb am 02.10.2007, 23:38

"Schadensersatzklagen oder ..." (Teil 1)

(Fortsetzung Titel) "... gesetzliche Regelung als Problemlösung?"

So ist es denn also: Wenn den Harald Bergers dieser Welt nichts mehr einfällt (und man kann ihm nun wirklich nicht unterstellen, dass ihm inhaltlich zur Sache auch nur irgendetwas eingefallen wäre), wird einfach behauptet, die Opponenten säten Hass. Nicht, dass sich Herr Berger hier in diesem Thread auch nur bei einem einzigen Beitrag bemüßigt gefühlt hätte, zur Sache zu schreiben, er hatte - um es einmal, welch herrliches Wortspiel, ein wenig "nonchalant" zu formulieren - eigentlich bislang nichts Besseres zu tun, als unbelegte Behauptungen in den Raum zu stellen, Diskutanden zu beleidigen und sich in scheinheiligster Weise auf sein eigenes Schicksal zurückzuziehen, als er gemerkt hat, dass er mit seiner Art der Nicht-Argumentation hier nicht durchkommt. Manchmal zeigen wirklich schon wenige Beiträge, wes Geistes Kind ein Schreiber ist.
Ausgesprochen gut gefallen hingegen hat mir Arnd Hellingers Ansatz, einzig: Ich halte ihn - Arnd, und das von Dir! - für mehr als naiv.
Zunächst einmal scheinen die 200 Mio. DM als Gesamtentschädigungssumme wohl schon in 1968 - ersichtlich - viel zu wenig gewesen sein, ansonsten hätten nicht so erstaunlich viele Eltern das Angebot letztlich abgelehnt (das zudem mit einer ausgesprochen merkwürdigen Rechtskonstruktion versehen war, die - vorsichtig formuliert - dem Nötigungstatbestand wohl schon sehr nahe gekommen ist)
Dann schreibst Du, dass die Betroffenen und der Bund mit der Firma Grünenthal (zumindest vermute ich, dass Du diese meinst) eine Vereinbarung dahingehend abschließen sollen, dass das Unternehmen eine jährlich prozentual oder summenmäßig fest fixierte Summe abführt (Du denkst vermutlich an eine weitere Stiftungslösung oder etwas Ähnliches). Wenn Du weiterhin von 50% des Konzern-Gesamt_umsatzes_ schreibst, kannst Du eigentlich nur den Konzern_gewinn_ meinen. Wenn ein Unternehmen alljährlich 50% seines Umsatzes abführen muss, ist es schon nach einem Jahr pleite, weil die Fixkosten eines Unternehmens regelmäßig schon mehr als 50% des Umsatzes ausmachen (zumindest ist das in arbeitsintensiven Industriebranchen so).
In der Sache also im Grunde gut gedacht, aber die Beiträge der Betroffenen hier - selbst absolute Subjektivität unterstellt, und meine Recherchen in den letzten Tagen decken sich eher mit den Ausführungen der Betroffenen - zeigen aus meiner Sicht doch ziemlich eindrücklich den Unwillen sowohl des gesamten Konzerns als auch der sie tragenden Familie, über die ursprüngliche Stiftungslösung auch nur einen einzigen Euro zusätzlich zu bezahlen. (Ende von Teil 1, Fortsetzung und Schluss in Teil 2)

Mag. Alexander Drewes, LL.M.,
mailto:Drewes.Alexander@web.de

Arnd Hellinger schrieb am 02.10.2007, 16:53

So wird das doch nichts...

Vorweg: Ich bin weder Mitarbeiter oder Anteilseigner der Grünenthal Pharma GmbH. Dennoch meine ich, die hier geführte Diskussion mal etwas versachlichen zu können, da es schlicht nichts bringt, sich hier die Köpfe "digital" einzuschlagen, zumal die eigentlich Zuständigen - Bund, Grünenthal GmbH und Stiftung - hier ersichtlich gar nicht mitschreiben.

Tatsache ist leider, dass die im Vergleich von 1968 - man beachte dabei den damaligen Stand von Medizin und Rehabilitationswesen - festgelegte Entschädigungssumme von DM 200.000.000,-- seinerzeit wohl als ausreichend zur Abdeckung der wesentlichen Folgekosten des Skandals angesehen wurde. Man hat damals vermutlich auch auf eine geringere Lebenserwartung der Betroffenen spekuliert. Glücklicherweise haben sich diese Annahmen nun nicht bewahrheitet.

Und jetzt? Statt die Schlachten der 1960er Jahre zu wiederholen oder über eine Auflösung der Grünenthal GmbH zu diskutieren, solltem Bund und Betroffene m.E. lieber mit dem Unternehmen die jährliche Abführung eines klar zu definierenden Betrages - sagen wir: 50 % des Konzern-Gesamtumsatzes - an die Contergan-Stiftung vereinbaren, weil sich eben die Rahmenbedingungen seit 1968 in - damals - nicht absehbarer Weise verändert haben. Für den Konzern selbst könnte eine solche Lösung u.U. sogar gute PR bringen.

Wenn Grünenthal auf einen solchen Vorschlag natürlich nicht eingeht, sollten Betroffene den fraglichen Vergleich bei Gericht anfechten. Dazu fähige Anwälte sollten sich wohl finden lassen...

janine schulze schrieb am 02.10.2007, 11:17

Annahme

hallo,
frau uttenweiler mir ist klar das man damit die firma nicht bankrott bekommt. mich haben die zitate (auch wenn es so wär) so schockiert. mir ist klar das man von der firma noch geld einfordert, aber das einige solche opfer bringen würden - darüber bin ich einfach nur geschockt!!!!!!

gruß janine

Gerd Frank schrieb am 02.10.2007, 11:12

Mitleid ?

Sehr geehrter Herr Berger,
sie sind der verbohrt ist und nicht die Betroffenen. Sie zeigen mir eindeutig das sie den Tod ihrer Frau noch nicht verarbeite haben. Laut ihrer Aussage Sie würde gerne Arme und Beine dafür geben (??????) Bei soviel Selbstmileid kann ich nur den Kopf schütteln.
Sie versinken ja in meinen Augen regelrecht darin und laden ihren Frust hier ab, weil sie scheinbar damit nicht klar kommen die Schicksalsschläge die ihnen widerfahren sind. Was sie in dem letzten Leserbrief von sich gegeben haben ( betreff Arme und Beine) meinen sie doch wohl nicht ernst Oder ???????????. Wenn dem so ist, sollten Sie dringend eine entsprechenden Facharzt resultieren.
Im übrigen sie sollten mal genauer googeln wie die Fa Grünenthal mit den Betroffenen umgegangen ist und heute noch umgeht. Ich kann diese Menschen verstehen das Sie zum Boykott aufrufen.

Harald Berger schrieb am 02.10.2007, 10:15

Herr Mümmelmann

Zitat Mümmelmann
Das tut mir sehr Leid! Nein natürlich ist das ein schwerer Schlag!
Ist es Peanuts ohne Arme und Beine zu versuchen, zu Überleben?
der Mümmelmann.

Wenn ich dadurch meine Frau zurück bekommen, gerne. Aber das ist zur Zeit nicht das Thema. Im übrigen werde ich mich der Diskussion hier enthalten, weil alle (mit einigen Ausnahmen) ein verbohrtes Denken haben.

Ich kann nicht für mein Leiden andere unschuldige Menschen mit ins Unglück stürzen. Mir geht es einzig und alleine darum, das man diese provokanten T-Shirts hätte nicht anziehen dürfen um Produkte die nun wirklich nichts mit der Sache zu tun haben schlecht macht. Ich weiß, bei eurem verbohrten Denken kommt jetzt wieder die Äußerung, dass diese Produkte von der Firma Mäurer und Wirtz vertrieben werden.

Soll ich euch mal etwas sagen, immer wenn ich im Kaufhaus Nonchalance sehe, rührt es mich zu Tränen. Aber nicht weil ich daran denken muss, das dieses Produkt von Mäurer und Wirtz vertrieben wird, sondern weil es mich an meine Großmutter erinnert. In diesem Sinne..... sät euren Hass, aber lasst die Arbeitnehmer Ihre Familien ernähren.

Petra Uttenweiler schrieb am 02.10.2007, 08:56

An Frau Schulze:

Liebe Frau Schulze,

Firma Grünenthal wird, das kann ich Ihnen versichern, garantiert nicht in den Ruin gestürzt, wenn diese der Entschädigung für die vielen Opfer aufkommt. Hätten Sie sich ausführlich belesen, würden Sie NICHT zur Annahme gelangen, Fa. Grünenthal könnte zukünftig am Hungertuch nagen.

Und noch etwas:

Es tut mir leid, das sagen zu müssen: Ich habe das Gefühl, einige Leser/Schreiber sollten sich zuerst reichlich informieren/belesen, bevor sie solch´ unkompetenten...... entschuldigen Sie diesen Ausdruck......... MÜLL von sich geben. Dieser Müll hat nichts mit Meinungsäußerung zu tun, sondern ganz lapidar gesagt: Mit UNWISSENHEIT und IGnoranz und FAULHEIT (Faulheit sich zu belesen).

Tatsachen werden verdreht, Fakten übersehen, Dinge an den Haaren herbeigezogen. Gerne bin ich bereit, mich der Rede und Antwort zu stellen, aber BITTE nicht dumm und unqualifiziert.

DANKE!

Petra Uttenweiler schrieb am 02.10.2007, 08:37

Boykott

Zu Frau Schulze:

Die Produkte: Dalli-Waschmittel, Tabac, Nonchalance, Tosca und 4711 sollen boykottiert werden!

Petra Uttenweiler schrieb am 02.10.2007, 08:31

Hoffnung

Herr Drewes,

ich danke Ihnen für ihre Worte. Dem ist im Grunde genommen nichts mehr hinzuzufügen, was das respektvolle "Miteinander" angeht. Ich habe so langsam an der Menschheit zu zweifeln begonnen. Es gibt doch noch Menschen, die sich die Mühe machen und nachdenken. Danke, Herr Drewes!

Hier möchte ich auch nochmal ganz klar verdeutlichen, dass wir, die Betroffenen, nicht "nur" für uns kämpfen. Natürlich fordern wir Gerechtigkeit aus dem Conterganskandal. Auch Gerechtigkeit für Betroffene/durch 3. Geschädigte. Der Fall Contergan wurde bereits zum Präzedenzfall (Bluter-Aidsskandal, Holzschutzmittelskandal), dabei wird und wurde diese Form der Gesamtschadensbereinigung von "Contergan" kopiert. Die Bundesregierung ist den einfachen Weg gegangen: Die Entschädigungssummen auf den Steuerzahler abgewälzt. (Siehe Conterganfall: Seit 1995 übernehmen die Steuerzahler unsere Conterganrente). Wieso lässt sich das der Steuerzahler gefallen?

Daher fordern wir, dass dieses Band der Ungerechtigkeit durchbrochen wird. Dass die Schadensverursacher zur Verantwortung gezogen werden und nicht, wie es die Bundesregierung tat und heute noch tut, die Verantwortung dem Steuerzahler anlastet.





Janine Schulze schrieb am 02.10.2007, 08:23

zusatz a. drewes


zitat alexander drewes:
"Eine mögliche Arbeitslosigkeit gegen berechtigte Ansprüche der Betroffenen durch Thalidomid Behinderten aufwiegen zu wollen, ist einfach unsäglich."

das mag ja sein, aber ich glaub nicht das dies das bestreben von den opfern ist. sie wollen gerechtigkeit um ein einigermaßen normales leben führen zu können aber nicht so viele leute ins unglück stürzen die überhaupt nichts dafür können!

gruß janine

Gerd Frank schrieb am 02.10.2007, 08:20

Wort vergessen

Ich habe in meinem Leserbrief das Wort NICHT vergessen Wenn sie die Warnungen von Wissenschaftlern NICHT ignoriert hätten.

Janine Schulze schrieb am 02.10.2007, 08:15

zu alexander drewes

hallo,

zitat von alexander drewes:
"Natürlich kann man sich Gedanken darüber machen, was aus den Arbeitsplätzen wird, wenn die Firma Grünenthal endlich die Entschädigungssumme in Höhe von - geschätzt - 5 Mrd. € finanzieren müsste, dann wäre die Firma nicht nur illiquide, sondern bankrott. Auf der anderen Seite, und das klingt jetzt sehr gefühlskalt, entspricht aber schlichtweg den Fakten, wäre es nicht das erste Mal, dass ein Unternehmen wegen Managementfehlern "den Bach herunter geht"."

also, bisher habe ich versucht die sache neutral zu sehen und danke auch für die kurze zusammenfassung frau uttenweiler. ich finde auch das so wenig geld zum leben einfach nicht ausreicht aber das es einen egal ist das es dann ca. 2000 weitere menschen betrifft die dann arbeitslos werden kann ich nicht nachvollziehen!

gruß janine

Gerd Frank schrieb am 02.10.2007, 08:02

Zacken aus der Krone brechen ??

Es ist doch lächerlich was hier behauptet wird die Fa. Grünenthal würde pleite gehen. Bei dem Umsatz den diese jedes Jahr macht wäre es kein Problem eine bestimmte Summe in Millionenhöhe an die Stiftung zu zahlen. Bei den jährlichen Umsätzen die diese Firma macht dürfte es kein Problem sein. Ich finde die Fa. hat sich keinen Gefallen getan gegen diesen Film gerichtlich vorzugehen. Mir zeigt das eindeutig das sie ihre Fehler die sie in der Vergangenheit
gemacht hat bis zum heutigen Tag nicht einsieht, im Gegenteil sie sieht in den Betroffenen "miese Schmarotzer" die sich auf Kosten der Fa. bereichern wollen.
Es ist nun an der Zeit das die Fa Grünenthal endlich einsieht das sie nicht nur eine geringe Schuld hat sondern allein die Verantwortung zu tragen hat. Es wäre sehr wahrscheinlich nicht zu dieser "Katasthrope gekommen wenn sie die Warnungen von anderen Wissenschaftlern igonoriert hätte. Das spricht doch eindeutig dafür das ihnen soziale Verantwortung ein Fremdwort oder ihre Bedeutung nicht verstehen. Nämlich auf ihrer Homepage sprechen sie davon. Wenn diese Firma davon spricht ist das schlichtweg unverschämt.

A. H. schrieb am 02.10.2007, 06:24

Welche Produkte betreffen den Boykott?

Hallo,
welche Produkte der Fa. Grünenthal, ihrer Tochtergesellschaften und Tochterfirmen würden den Boykott betreffen?
A. Heinker.

Alexander Drewes schrieb am 02.10.2007, 03:51

"Wenn die Vergleiche so richtig ..." (Teil 2 und S

Fortsetzung Titel: "... zu hinken beginnen"

(Fortsetzung von Teil 1 und Schluss)
Ihr Vergleich zwischen durch Thalidomid Behinderten und am Zweiten Weltkrieg beteiligten Soldaten ist schon dermaßen dämlich, dass es wirklich schwer fällt, darauf überhaupt noch in angemessener Weise einzugehen. Aber es sei hier dennoch versucht, wenn ich nicht wirklich glaube, dass man in ein dermaßen verbohrtes Hirn wie das Ihre auch nur Ansatz Weise durchdringen kann.
Der Firma Grünenthal und der sie tragenden Familie Wirtz wäre es jederzeit möglich gewesen, das Produkt entweder erst gar nicht auf den Markt zu bringen oder es zumindest schnellst möglich vom Markt zu nehmen, als der Firma durch kompetente Ärzte nachgewiesen wurde, was das Präparat bei Embryonen anrichten kann. Man kann doch ein Kriegsgeschehen, dass für den Einzelnen mit beinahe vollständiger Unfreiheit dessen besteht, ob er Soldat werden will oder nicht, nicht mit der Situation eines Wirtschaftsunternehmens in Friedenszeiten vergleichen, dass ausschließlich auf seinen eigenen Profit aus ist und dem die Opfer des eigenen Profitstrebens auch 50 Jahre nach Verursachen dieser Opfersituation nach wie vor völlig gleichgültig zu sein scheinen (ich formuliere es absichtlich sehr vorsichtig). Kaum ein Soldat zieht wirklich freiwillig und gerne in den Krieg, zumal nicht spätestens nach dem Grauen schon des Ersten Weltkrieges.
Die "Söhne", wie Sie die Erben des Firmengründers nennen, sind durchaus und sehr wohl verantwortlich, weil es einen unmittelbaren Sachzusammenhang gibt, der bis heute durchgreift.
Daneben ist mir nun wirklich nicht klar, was der Tod Ihrer Frau mit dem hier zu behandelnden Sachverhalt zu tun haben soll. Traurig, dass Ihre Frau tot ist, nur tut das hier absolut nichts zur Sache!
Frau Hildegard H. wiederum mag man ins Stammbuch schreiben: Kein Mensch zwingt Sie, Leserbriefe in den kobinet-nachrichten zu lesen. Tun Sie es dennoch, können Sie sich doch wohl kaum darüber beschweren, dass hier informiert wird. Es macht daneben einen Riesenunterschied, ob ich informiere und aus dieser Information auch politische oder materielle Forderungen ableite oder ob man - wie Sie - ausschließlich agitiert, ohne dass auch nur im Ansatz ersichtlich würde, worum es Ihnen eigentlich zu tun ist.
Nur um hier - zuletzt - kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Ich selber bin zwar multipel behindert, bin aber - zum Glück - viel zu jung, um von der Contergan-Katastrophe betroffen sein zu können.

Mag. Alexander Drewes, LL.M.,
mailto:Drewes.Alexander@web.de

Alexander Drewes schrieb am 02.10.2007, 03:49

"Wenn die Vergleiche so richtig ..." (Teil 1)

Fortsetzung Titel: "... zu hinken beginnen"

Was in der vorliegenden Diskussion immer wieder erstaunt, ist, mit welcher Dialektik hier Äpfel und Birnen verglichen werden.
Natürlich kann man sich Gedanken darüber machen, was aus den Arbeitsplätzen wird, wenn die Firma Grünenthal endlich die Entschädigungssumme in Höhe von - geschätzt - 5 Mrd. € finanzieren müsste, dann wäre die Firma nicht nur illiquide, sondern bankrott. Auf der anderen Seite, und das klingt jetzt sehr gefühlskalt, entspricht aber schlichtweg den Fakten, wäre es nicht das erste Mal, dass ein Unternehmen wegen Managementfehlern "den Bach herunter geht". Eine mögliche Arbeitslosigkeit gegen berechtigte Ansprüche der Betroffenen durch Thalidomid Behinderten aufwiegen zu wollen, ist einfach unsäglich.
Es sei einem Hrn. Berger hier noch einmal ins Stammbuch geschrieben: Wie eine Demonstration abläuft ist, sofern dies friedlich verläuft und es auf der Veranstaltung nicht zu in die Öffentlichkeit getragenen verfassungwidrigen oder strafrechtlich relevanten Beleidigungen seitens der Beteiligten kommt, glücklicher Weise nicht in ihr Benehmen gestellt. Anders gesagt: Wie die Betroffenen demonstrieren, geht sie nun wirklich nicht im Mindesten etwas an! Sie können die Art und Weise der Vorgehensweise ja gerne kritisieren, das Recht, Ihre Kontrahentin zu beleidigen, haben Sie deswegen noch lange nicht.
(Ende von Teil 1, Teil 2 und Schluss im Anschluss)

Mag. Alexander Drewes, LL.M.,
mailto:Drewes.Alexander@web.de

Petra Uttenweiler schrieb am 01.10.2007, 20:48

Das minimale Fassungsvermögen...

>>> Berger Harald schrieb am 01.10.2007, 19:29

Zum Glück habe ich es auf dieser Plattform ja nur mit 3 von tausenden zu tun. <<<

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Herr Berger,

drei Betroffene äußern ihre Meinung und schon sind es ALLE Contergangeschädigten!


Sie zeigen das typische Syndrom eines Schubladendenkens.

Mümmelmann Mümmelmann schrieb am 01.10.2007, 20:13

Nachtrag an Herrn Mümmelmann

>>> Berger Harald schrieb am 01.10.2007, 19:29
Nachtrag an Herrn Mümmelmann

Zur Ihrer Frage mit dem schicken Auto und dem schönen Leben.

Ich habe mit 27 Jahren meine Frau verloren, ist das ein Schicksalsschlag oder in euren Augen Peanuts !!! Also erst Denken und dann Aussprechen. In diesem Sinne. Zum Glück habe ich es auf dieser Plattform ja nur mit 3 von tausenden zu tun. <<<

Das tut mir sehr Leid! Nein natürlich ist das ein schwerer Schlag!
Ist es Peanuts ohne Arme und Beine zu versuchen, zu Überleben?
der Mümmelmann

Mümmelmann Mümmelmann schrieb am 01.10.2007, 20:06

Was können die Söhne dafür !!!

>>>Harald Berger schrieb am 01.10.2007, 18:53
Was können die Söhne dafür !!!

Jetzt mal Klartext,
scheinbar wisst ihr nicht um was es sich hier dreht. Fakt ist: Mahnwache und stille Trauer - Okey!! Provozieren - Nicht Okey !! Es ist ein Drama, kein Zweifel. Und unterlasse nSie Behauptungen, ich wäre bezahlt worden.

So, nun mal ein paralleles Beispiel hierzu Herr Frank und Frau Uttenweiler. Waren Ihre Väter oder Großväter im Krieg??? Sollte es so gewesen sein, dann sind Sie (ja genau die genannten) Schuld an dem Tode Millionen Menschen. Na ist der Vergleich nicht fast genauso provokant? Also nochmal, was haben die Söhne mit der ganzen tragischen Geschichte zu tun? Nichts!! Genausowenig wie Sie als Kinder nichts dafür können, dass Ihre (wenn es so ist) Väter und Großväter im Krieg Menschen umgebracht haben. Klingelt es jetzt so langsam oder bleiben Sie immer noch in Ihrer verbohrten Welt sitzen und machen jeden Menschen für Ihr Schicksal verantwortlich. Die Verantwortlichen leben nicht mehr!!! Ihr könnt gedenken an die Schicksale aber nicht fordern von den Söhnen. <<<

Das kann ich Ihnen sagen die Verantwortlichen, immerhin leben diese noch! Genau so leben die Betroffenen noch! Solange ist der Senior noch nicht in Rente, Herr Sebastian Wirtz hat alle Zeit der Welt gehabt und die geistige Reife seinen Vater und auch seinen Großvater auf das Fehlverhalten der Familie Mäurer und Wirtz hinzuweisen! Alt genug war er und ist er!
Die Söhne haben übrigens davon profitiert und das tun sie ja offensichtlich immer noch! Herr Sebastian Wirtz ist bis Heute nicht in der Lage bei der Wahrheit zu bleiben, somit hat er alles übernommen auch als Sohn, ist er doch von Beruf Sohn!

Übrigens war es definitiv eine Mahnwache, niemand hat dort gefeiert, niemand, alle Teilnehmer der Mahnwache haben sich entsprechend des sehr Traurigen Anlasses, ehr ruhig und andächtig verhalten!
Die Polizei wird dieses gerne bestätigen!
Hier auch nochmals meinen besten Dank bei den Polizisten, für die sehr gute Zusammenarbeit!

der Mümmelmann


P S Wir die Betroffenen gehören nicht der Vergangenheit an, wir sind Gegenwärtig und Zukünftig!!!

Petra Uttenweiler schrieb am 01.10.2007, 19:45

...

Herr Berger,

Zitat: "Ihr könnt gedenken an die Schicksale aber nicht fordern von den Söhnen." Zitatende

NICHT der Sohn Sebastian Wirtz soll mit seinem Privatvermögen, für das Vergangene einstehen, sondern der Konzern Grünenthal selbst!

Ihre Aufführungen in allen Ehren - doch diese ist etwas weit an den Haaren herbeigezogen!

Und - ich distanziere mich von jeglichen aggressiven Verhalten hier auf dieser Plattform.

In diesem Sinne

Schönen Abend noch..

Berger Harald schrieb am 01.10.2007, 19:29

Nachtrag an Herrn Mümmelmann

Zur Ihrer Frage mit dem schicken Auto und dem schönen Leben.

Ich habe mit 27 Jahren meine Frau verloren, ist das ein Schicksalsschlag oder in euren Augen Peanuts !!! Also erst Denken und dann Aussprechen. In diesem Sinne. Zum Glück habe ich es auf dieser Plattform ja nur mit 3 von tausenden zu tun.

Harald Berger schrieb am 01.10.2007, 18:53

Was können die Söhne dafür !!!

Jetzt mal Klartext,
scheinbar wisst ihr nicht um was es sich hier dreht. Fakt ist: Mahnwache und stille Trauer - Okey!! Provozieren - Nicht Okey !! Es ist ein Drama, kein Zweifel. Und unterlasse nSie Behauptungen, ich wäre bezahlt worden.

So, nun mal ein paralleles Beispiel hierzu Herr Frank und Frau Uttenweiler. Waren Ihre Väter oder Großväter im Krieg??? Sollte es so gewesen sein, dann sind Sie (ja genau die genannten) Schuld an dem Tode Millionen Menschen. Na ist der Vergleich nicht fast genauso provokant? Also nochmal, was haben die Söhne mit der ganzen tragischen Geschichte zu tun? Nichts!! Genausowenig wie Sie als Kinder nichts dafür können, dass Ihre (wenn es so ist) Väter und Großväter im Krieg Menschen umgebracht haben. Klingelt es jetzt so langsam oder bleiben Sie immer noch in Ihrer verbohrten Welt sitzen und machen jeden Menschen für Ihr Schicksal verantwortlich. Die Verantwortlichen leben nicht mehr!!! Ihr könnt gedenken an die Schicksale aber nicht fordern von den Söhnen.

Petra Uttenweiler schrieb am 01.10.2007, 18:25

Oh Oh!

Frau Hase,

Sie werfen mir vor, dass ich keine andere Meinung zulasse?

Überprüfen Sie bitte mal Ihr Verhalten!

Sie werden unsachlich und persönlich!

Ein derartiges niveauloses Verhalten hat in einer Diskussion nichts zu suchen! Somit werde ich zukünftig auf weitere Beiträge ihrerseits nicht mehr eingehen.

Die "Kurzfassung" sollte zur Aufklärung dienen und anderen deutllich werden lassen, was damals passiert ist. Die Informationen im Internet sind zum Teil sehr verwirrend und undeutlich. Wie Frau Schluze bereits erwähnte, sind sehr viele Seiten über Contergan zu finden. Ich habe mir die Mühe gemacht und hier etwas Übersichtliches eingefügt.

Ich sehe darin nichts verwerfliches.

Ferner bin ich über so manche Äußerungen meiner Mitmenschen erschüttert!

Und...

lieber kurze Arme, als ein zu kurzer Verstand!



Mümmelmann Mümmelmann schrieb am 01.10.2007, 17:54

Kaufboykott = Neue Opfer

>>> Natalie Stetzkowsky schrieb am 28.09.2007, 12:32
Kaufboykott = Neue Opfer

Schlimm genug was den Contergan-Opfern passiert ist!
Sollen jetzt 50 Jahre später wieder Menschen leiden?
Was soll ein Kaufboykott bewirken? - Neue Arbeitslose? - Neue Leiden?
Da hat niemand mehr von!
Wir sollten froh darüber sein das die Familie Wirtz nicht nur in Deutschland sondern auch in Europa für Arbeitsplätze sorgt!

MfG
Natalie Stetzkowsky<<<

Frau Stetzkowsky,
sind Sie in der BRD geboren?
Frau Stetzkowski, bitte schicken Sie Mir eine 45 Magnum damit ich mir das Licht ausblasen kann! Dann bleibt für Sie ein Arbeitsplatz mehr übrig, und Sie können weiter ruhig schlafen.
der Mümmelmann

PS Kennen Sie en Spruch? Man soll die Kuh die man melkt nicht töten?
Die einzigen die bei Wirtz über die Arbeitsplätze entscheiden ist noch die Familie Wirtz!
Was tun Sie eigentlich wenn Mäuerer und Wirtz aufgekauft wird und die lukrativen Teile weiter geführt werden und die verlustbringenden Teile abgestossen werden, natürlich mit den entprechenden Arbeitnehmern die nicht mehrge braucht werden weil flüssig und zu teuer?
Sie hätten ja bei der Mahnwache mit den Betroffenen mal sprechen können?!
der Mümmelmann (ein Betroffener)

Mümmelmann Mümmelmann schrieb am 01.10.2007, 17:39

Wie verbohrt sind Sie eigentlich?

>>> Hildegard h schrieb am 01.10.2007, 16:05
mahnwache


Wie verbohrt sind Sie eigentlich?

Warum lassen Sie eigentlich keine andere Meinungen und auch keine Fragen anderer
Menschen zu?

Sie glauben doch nicht im Ernst, dass - wenn Sie die Leute mit Texten zuschreiben -
ein besseres Verständnis erwarten können?

in diesem unseren Land gibt es sehr viele Menschen und vor allen Dingen sehr viele Kinder, die von einem besseren Leben nur träumen können!<<<

Hilde,
Du hast aber nichts dagen das wir noch leben dürfen, nur am besten ohne Wünsche und Träume! Idealerweise unter irgendeiner Brücke oder im Wald.
Liebe Grüße
Mümmelmann

>>> Harald Berger schrieb am 01.10.2007, 13:26
Realitätsverlust

Leiden Sie unter Realitätsverluste? Eine Mahnwache ist und bleibt für mich eine Form des stillen Gedenkens. Aber die provozierenden T-Shirts die zum Kauf-Boykott aufrufen, sind indirekt ein Angriff gegen die dortigen Arbeitsplätze. <<<

Tja Herr Berger,
ich bin ganz Ihrer Meinung, sollen die Contis, die Zahl entspricht in etwas der Arbeitsplätze von der Firmengruppe Wirtz weltweit, wo sie bleiben. Ich würde hier ein Beschleunigtes biologisches Entsorgungsverfahren vorschlagen! Dann können sie Herr Berger leben, Contis stören ja nur! Wat müssen die auch leben!
Ich kann nur hoffen das Sie Herr Berger niemals ein unverschuldetes Handicap erleiden und dann Ihr Schädiger wegen geringer Schuld weiter, sich vor der Verantwortung drücken kann.
Übrigens die Menschen bei dem Zugunglück in Eschede sind auch zu gering abgefunden, nur stehen da noch mehr Arbeitsplätze auf dem Spiel! Aber ist ja egal, ob die Überlebenden noch leiden, Hauptsache die Arbeitsplätze sind sicher, denn Menschen die Leid erfahren, haben bei all Ihren Leid nicht auch noch ansprüche zu stellen! Hauptsache Herr Berger Sie fahren ein schickes Auto und Ihnen geht es sehr gut, denn noch haben Sie kein Leid erfahren scheinbar!
der Mümmelmann

Hildegard h schrieb am 01.10.2007, 16:05

mahnwache


Wie verbohrt sind Sie eigentlich?

Warum lassen Sie eigentlich keine andere Meinungen und auch keine Fragen anderer
Menschen zu?

Sie glauben doch nicht im Ernst, dass - wenn Sie die Leute mit Texten zuschreiben -
ein besseres Verständnis erwarten können?

in diesem unseren Land gibt es sehr viele Menschen und vor allen Dingen sehr viele Kinder, die von einem besseren Leben nur träumen können!



Uttenweiler Petra schrieb am 01.10.2007, 14:53

Kurzfassung Teil 9:

Heute ist bekannt, daß Grünenthals Garantieerklärung nichts anderes als ein Betrugsmanöver war.

Die Garantieerklärung ist nämlich nach dem Wortlaut ihrer ungekürzten Fassung eine Aufforderung an den Bundesjustizminister, unsere Interessen zu korrumpieren, und völlig ungeeignet irgendein Stiftungsgesetz in Kraft zu setzen.

Mit dieser vorgetäuschten Garantieerklärung konnte Grünenthal die Gerichte irreführen und ihnen eine Legitimation verschaffen, uns zu enteignen.

Die Folgen dieses Betruges sind verheerend. Wir verloren nicht nur unsere Vergleichsgelder an die Stiftung und erhalten von ihr eine Rente, von deren Höchstbetrag sich ein Schwerstgeschädigter noch nicht einmal eine Sozialbauwohnung leisten kann. Wir verloren auch die Möglichkeit, Grünenthal hinsichtlich der Nachfolgeschäden regreßpflichtig zu machen.

Dies führte dazu, daß viele von uns heute ohne Inanspruchnahme von Sozialleistungsträgern kein selbstbestimmtes Leben führen können.

Petra Uttenweiler schrieb am 01.10.2007, 14:52

Kurzfassung Teil 8:

In den folgenden Jahren überzog Grünenthal den Elterntreuhänder mit einer Vielzahl von Prozessen. Ihr Ziel war es, ihr in dem Schreiben an dem Bundesjustizminister zuvor abgegebenes Garantieversprechen, neben dem Vergleichsgeldern der Stiftung 100 Millionen DM plus Zinsen zu zahlen, mit unseren Geldern einzulösen.
Auf das ganze verabfolgte Proze&#946;geschehen dieser Zeit einzugehen und das schwere Unrecht, was uns darin immer wieder widerfahren ist, hier darzustellen, die Zusammenhänge aufzuzeigen und sich der juristischen Argumentation zu widmen (falls man bei der Grünenthals und den richterlichen Entscheidungsgründen überhaupt von einer solchen sprechen kann), die unverhohlene Dreistigkeit und Häme der Grünenthalanwälte in ihren Schriftsätzen und mündlichen Vorträgen zu schildern, das Antlitz einer Justiz zu skizzieren, die immer wieder Grünenthal begünstigte, würde den Rahmen dieses Vortrages sprengen. Allein schon wegen des unbeschreiblichen Engagements des Herrn Dr. Dr. Rupert Schreiber, der sich in dieser Zeit über jegliches Ma&#946; hinaus unter grö&#946;ten persönlichen und finanziellen Belastungen gegen ein einzigartiges Räderwerk von wirtschaftlicher Macht und politischer Korruption für unsere Rechte einsetzte, der sich sein Leben lang einer Sache widmete, mit der er im Grunde als Unbeteiligter nichts zu tun hatte, weil es ihm der Anstand verbot, unser Schicksal Personenkreisen zu überlassen, die es aus Opportunismus den kriminellen Interessen eines Pharmaunternehmens und eines korrupten Ministers in die Hände legen wollten, und der gerade wegen der vielen seine Person betreffenden Verleumdungen endlich in den Augen der Betroffenen rehabilitiert werden mu&#946; und auch ohne Schwierigkeiten rehabilitiert werden kann, wenn man nur seine Schriftsätze in diesen Verfahren liest und sie als unbefangener Laie mit denen der Gegenseite vergleicht, wenn man sich vergegenwärtigt, was er in den Prozessen zwischen 1973 und 1979 stets forderte, nämlich, da&#946; Grünenthal zweimal 100 Millionen DM plus Zinsen, und zwar einmal an die Stiftung und einmal an die Betroffenen, zu zahlen hat und da&#946; der Vorstand der Stiftung und des Bundesverbandes alles daran setzten, da&#946; diese Forderung nicht Wirklichkeit wurde, all` das verdient eine ausführliche Dokumentation, in der die Wahrheit unter Namensnennung aller Beteiligten aufgedeckt und offengelegt wird.

Für den heutigen Tag muß es genügen festzuhalten, daß Grünenthal zuletzt im Jahre 1979 ein Urteil erreichte, nach dem wir unsere Vergleichsgelder an die Stiftung mit der Begründung herausgeben mußten, wir wären mit der Stiftung und den Vergleichsgeldern zusammen ungerechtfertigt bereichert.

Petra Uttenweiler schrieb am 01.10.2007, 14:50

Kurzfassung Teil7:

In der Versammlung richteten sich erbitterte Angriffe gegen den Vertreter des Justizministeriums und den Grünenthalanwalt Wartensleben, da die Eltern sich bewu&#946;t waren, da&#946; sie übervorteilt würden. Fast ausnahmslos unterstützten die Eltern Herrn Dr. Dr. Schreiber und waren ihm dankbar, da&#946; er die geschädigten Kinder trotz harter Angriffe gegen seine Person nicht im Stich lie&#946;. Auf der Versammlung kam klar zum Ausdruck, da&#946; die überwiegende Mehrzahl der Eltern die Einbringung der Gelder in die Stiftung unter den bestehenden Bedingungen entschieden ablehnten.

Da nunmehr seitens Grünenthals zu befürchten war, daß die zum Inkrafttreten des Gesetzes erforderlichen 100 Millionen DM plus Zinsen aus dem Vergleich seitens der Eltern unter den bestehenden Bedingungen nicht zur Verfügung standen und um sich aber die Vorteile bezüglich des Regreßausschlusses aus dem Gesetz zu sichern, überraschte Grünenthal die Öffentlichkeit mit der Nachricht, sie würde über den Vergleich hinaus weitere 100 Millionen DM plus Zinsen zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Verfügung stellen. Diese Nachricht der Firma Grünenthal war enthalten in einem Schreiben an den Bundesjustizminister vom 25. Oktober 1972, da&#946; der Allgemeinheit und dem Elterntreuhänder nur in einer gekürzten Fassung bekannt war. Es wurde lediglich in dem von Grünenthal finanzierten und vom Bundesverband als angebliche Contergangeschichte den Geschädigten stets übergebenen Kommentar zum Stiftungsgesetz von Dr. Dietrich Böhm "Die Entschädigung der Contergankinder" in einer gekürzten Fassung als sogenannte Garantieerklärung Grünenthals abgedruckt. Nach Erhalt dieses Schreibens gab der damalige Bundesjustizminister Jahn das Inkrafttreten des Stiftungsgesetzes am 31. Oktober 1972 im Bundesgesetzblatt bekannt.


Uttenweiler Petra schrieb am 01.10.2007, 14:47

kurzfassung Teil 6:

Nachdem der Elterntreuhänder Dr. Dr. Rupert Schreiber versuchte, die Eltern in Rundschreiben über die wahre Sachlage aufzuklären, diskreditierte der Vorstand des Bundesverbandes daraufhin den Elterntreuhänder bei der Elternschaft, in dem er dem Elterntreuhänder unterstellte, sein Engagement für die Interessen der Contergankinder sei lediglich dadurch motiviert, durch eine Weiterführung des Vergleichs weitere Honorargelder in Millionenhöhe erhalten zu wollen. Ist es schon verdächtig, da&#946; sich Elternverbandsfunktionäre darüber grämen, da&#946; auf Grünenthal vertraglich vereinbarte Kosten zukommen, zumal der Treuhänder Schreiber eine Übernahme seiner anwaltlichen Gebühren seitens der Eltern stets abgelehnt und auch niemals Zahlungen von ihnen erhalten hat, so wird der Verrat offensichtlich, als sie den Eltern in einem Rundschreiben den Rat erteilten, dem Treuhänder Schreiber das Treuhandmandat zu entziehen und es auf die Grünenthalanwälte bzw. Treuhänder Dr. Dörr und Wartensleben zu übertragen.

Der Elterntreuhänder Schreiber ließ sich aber nicht beirren und versandte ein Rundschreiben, in dem ein Ermächtigungsformular beigefügt war, daß den Eltern ermöglichte, eine differenzierte Ermächtigungserklärung abzugeben. Die Eltern konnten sich entscheiden, die Vergleichsgelder bedingungslos der Stiftung zur Verfügung zu stellen, sie unter der Bedingung der Stiftung zur Verfügung zu stellen, da&#946; Kapitalentschädigung und kapitalisierte Rente mindestens so hoch sind wie der Betrag, den ihr Kind durch den Vergleich erhalten würde oder keine Ermächtigung abzugeben. Doch der Vorstand des Bundesverbandes stoppte die Befragung mit dem Vorwand, nochmals über alles diskutieren zu wollen. Auf einer Jahreshauptversammlung des Landesverbandes Baden-Würtemberg am 21. Oktober 1972 kamen die hier skizzierten Vorgänge und Akteure zur Sprache.

Uttenweiler p schrieb am 01.10.2007, 14:40

kurzfassung Teil 5:

Aufgrund dieser Nachteile forderte das Treuhändergremium - zunächst noch gemeinsam, später der Elterntreuhänder Dr. Dr. Schreiber alleine - den Bundesjustizminister dazu auf, unseren Eltern eine einklagbare Garantie abzugeben, da&#946; Kapitalentschädigung und kapitalisierte Rente mindestens so hoch sind wie der Betrag, den sie durch den Vergleich erhalten würden.

Bundesjustizminister Gerhard Jahn weigerte sich aber stets eine solche einklagbare Garantie abzugeben. Anstattdessen versprach er dem Vorsitzenden des Bundesverbandes der Eltern körpergeschädigter Kinder e.V., Hans-Helmut Schleifenbaum, einen Vorstandsposten innerhalb der Stiftung und sowohl dem Grünenthaltreuhänder Herbert Wartensleben als auch dem Rechtsanwalt Karl-Hermann Schulte-Hillen je einen Kommissionsvorsitz in den beiden Professorengremien der Stiftung - alle Zusagen wurden wahrgemacht -, so daß ihr anfänglicher Widerstand in Begeisterung für die Stiftung umgeschlagen war. Während der Elterntreuhänder Schreiber mit Überlegungen und Besprechungen beschäftigt wurde, wie eine Sicherstellung der geforderten Art bei der Bundesregierung zu erreichen sei, bereiteten Schulte-Hillen, Wartensleben und Schleifenbaum eine Aktion vor, um ihn bei der Meinungsbildung der Eltern auszuschalten. Das Ergebnis dieser Aktion war eine Reihe von Rundschreiben, die die angebliche Vorzüge der Stiftungslösung hervorhoben und den Eindruck vermittelten, eine weitere Verbesserung des Gesetzes sei weder nötig noch möglich. Hinsichtlich der Dynamisierung der Renten wurde darin behauptet, daß in den nächsten Jahren mit einer solchen gerechnet werden könne. Auch wurde der Eindruck erweckt, eine Auszahlung der Renten stünde unmittelbar bevor. In einem der Rundschreiben war ein Formular enthalten, mit dem die Eltern die Treuhänder ermächtigen sollten, die Vergleichsgelder in die Stiftung einzubringen.

Petra Uttenweiler schrieb am 01.10.2007, 14:39

kurzfassung teil 4:

Während der Vertragsverhandlungen entwickelte die damalige Bundesregierung ein Gesetz zur Errichtung einer Stiftung, nach dessen endgültigen Fassung durch Bereitstellung von 50 Millionen DM aus Bundesmitteln lebenslange Renten und einmalige Kapitalabfindungen an die Betroffenen ausgezahlt werden sollten. Das Stiftungsgesetz sollte nach seinem § 29 in Kraft treten, wenn unsere Eltern die 100 Millionen DM des Vergleiches plus Zinsen der Stiftung in vollem Umfange zur Verfügung stellten. Danach hatte der damalige Bundesjustizminister Gerhard Jahn (SPD), der federführend für die Bundesregierung die Verhandlungen führte, den Tag des Inkrafttretens bekanntzugeben.

Doch hatte das Stiftungsgesetz erheblich Nachteile:

So war ein Nachteil, da&#946; die Leistungen der Stiftung jederzeit durch ein einfaches Gesetz herabgesetz oder gestrichen werden konnten. Au&#946;erdem fehlten dem Gesetz, das in einer Zeit der Geldentwertung verabschiedet wurde, Bestimmungen, die zwingend vorschrieben, die Rentenansprüche dem laufenden Geldwertzerfall anzupassen (Dynamisierung), soda&#946; zu befürchten war, da&#946; die Eltern bares Geld für eine Anlage hergeben sollten, die nach ein paar Jahren weniger als die Hälfte wert gewesen wäre. Auch war nicht sicher, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang die Kapitalisierung der Rente möglich sein und auf welche Art die Höhe des daraus entstehenden Kapitalbetrages errechnet werden sollte. Darüberhinaus war unsicher, nach welchen Ma&#946;stäben die Renten- und Kapitalisierungsleistungen nach dem Conterganteil des Gesetzes bemessen werden sollten. Dafür enthielt es aber in ihrem § 23 eine gesetzliche Regelung, die jegliche Geltendmachung von weiteren Schadensersatzansprüchen - auch die der Nachfolgeschäden - durch uns Geschädigte gegen Grünenthal für immer ausschloß. Diese Bestimmung wurde durchgesetzt von dem Sozius der Rechtsanwaltskanzlei des Justizministers des Landes NRW Neuberger, die einen der Grünenthalverantwortlichen im Conterganstrafprozeß vertrat.

Petra Uttenweiler schrieb am 01.10.2007, 14:37

Kurzfassung Teil 3:

Als sich auch die Staatsanwaltschaft au&#946;erstande sah, dem Ablehnungsantrag entgegenzutreten, erklärte sich der betreffende Richter selbst für befangen und schied so aus dem Verfahren aus.

So ist es kein Wunder, daß am 18. Dezember 1970 wegen der angeblich geringfügigen Schuld der Angeklagten und einem angeblich mangelnden öffentlichen Interesse das Strafverfahren gegen die Grünenthalverantwortlichen eingestellt wurde.

Am 10. April 1970 schloßen unsere Eltern durch ihren Rechtsanwalt Dr. Dr. Rupert Schreiber mit der Firma Chemie Grünenthal einen Vergleich. Sie verzichteten darin auf Schadensersatzansprüche in Milliardenhöhe gegen einen Entschädigungsbetrag von 100 Millionen DM plus Zinsen, der nach § 2 Absätze 1 + 3 des Vetrages nach Schadensgrad bemessen an die Betroffenen ausgezahlt werden sollte. Gezahlt werden sollten die 100 Millionen DM in zwei Raten zu je 50 Millionen DM. Die erste Rate sollte nach § 9 des Vertrages sofort und die zweite bis zum 30.6.1973 zuzüglich 6½ Prozent Jahreszinsen ab Abschlu&#946; des Vertrages auf ein Treuhandkonto eingezahlt werden.

Das Treuhänderkonto wurde von einem Treuhändergremium verwaltet, das aus den Rechtsanwälten Dr. Dörr, Wartensleben und Schreiber bestand, wobei die Herren Dr. Dörr und Wartensleben die von Grünenthal bestellten Treuhänder waren und Herr Dr. Dr. Schreiber von den Eltern bestellt wurde. Der Rechtsanwalt und Notar Dr. Günter Dörr war Verteidiger des Angeklagten Dr.Dr. Schrader-Beielstein im Alsdorfer Strafproze&#946;. Der Rechtsanwalt Herbert Wartensleben war damaliger Leiter der Rechtsabteilung der Firma Grünenthal. Rechtsanwalt Dr.Dr. Rupert Schreiber war Privatdozent für Rechtswissenschaft an der Universität Köln und Nebenklagevertreter im Strafprozeß. Laut § 14 des Vertrages konnten die Treuhänder nur "einstimmig" beschlie&#946;en und hatten darüber zu entscheiden, welche Kinder bei der Verteilung der Gelder zu berücksichtigen sind. Ein Gutachtergremium sollte festlegen, "welche Kinder als fehlgebildet i.S. der Präambel anzusehen sind (medizinischer Zulassungsausschuß)".

Petra Uttenweiler schrieb am 01.10.2007, 14:35

Kurzfassung Teil2:

Erst nach dem die Öffentlichkeit durch einen Zeitungsartikel in der "Welt am Sonntag" vom 26. November 1961 unterrichtet wurde, zog Grünenthal Contergan aus dem Handel.

Am 18. Januar 1968 wurde das Hauptverfahren vor der Strafkammer des Landgerichts Aachen gegen die verantwortlichen Leiter und Angestellten Grünenthals eröffnet. Angeklagt wegen vorsätzlicher bzw. fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Tötung waren der damalige Grünenthaleigentümer Hermann Wirt, der ehemalige wissenschaftl. Direktor und Diplom-Chemiker Dr. med. Heinrich Mückter, der ehemalige Geschäftsführer Jacob Chauvistré, der ehemalige kaufm. Leiter Hermann Josef Leufgens, der ehemalige Prokurist und Vertriebsleiter Klaus Winandi, der ehemalige wissenschftl. Mitarbeiter, und frühere Abteilungsleiter Dr. med. Gotthold Erich Werner, der ehemalige wissenschftl. Mitarbeiter Dr. med. Günter Sievers, der ehemalige Arzt, früherer Abteilungsleiter Dr. med. Heinz Wolfgang Kelling und der ehemalige Prokurist Dr. rer. nat. und Dr. med. Hans Werner von Schrader-Beielstein. Die Anklage vertrat der Oberstaatsanwalt Dr. Josef Havertz.

Durch ihre teuer bezahlte Lobby nahm Grünenthal Einfluß auf das Strafverfahren.

So hatte Grünenthal während des Strafprozesses zugegeben, die Presse manipuliert zu haben, um der Öffentlichkeit die tatsächlichen und für sie vernichtenden Ergebnisse der Beweisaufnahme zu verheimlichen. Da auch die Anklageseite den Medien mit Informationen zur Verfügung stand, konnte die grünenthalfreundliche Berichterstattung nicht aus Mangel an Informationsquellen entstehen.

Der ehemalige Justizminister des Landes NRW Neuberger (SPD), dessen Anwaltssozietät einen der Grünenthalverantwortlichen vertrat, wurde in seiner Eigenschaft als oberster Dienstherr der Staatsanwaltschaft während des Strafprozesses zugunsten Grünenthals tätig und nahm maßgeblich Einfluß auf das Verfahren.

Am 242. Verhandlungstag des Conterganstrafprozesses mu&#946;ten die Vertreter der Nebenkläger gegen den beisitzenden Richter, dem Landgerichtsdirektor Melster, einen Befangenheitsantrag stellen, weil dieser bei einem heimlichen Gespräch mit einem Verteidiger der Grünenthalverantwortlichen gesehen wurde.

Petra Uttenweiler schrieb am 01.10.2007, 14:33

Kurzfassung Teil 1

1955 bis 1957 wurde - unter Leitung des Chemikers Dr. Heinrich Mückter - bei der Firma Chemie Grünenthal GmbH (in Folgenden Grünenthal genannt) in Stolberg die Substanz N-Phthalyglutaminsäure-imid entwickelt. Diese neue Substanz erhielt die Bezeichnung Thalidomid und bildete die Grundlage des ab 1. Oktober 1957 in den Handel gebrachten Schlaf- und Beruhigungsmittels Contergan. Sie wurde ferner den Präparaten Grippex und Algosediv beigefügt. Im Ausland erfolgte der Verkauf entweder im Rahmen des Exportgeschäfts oder aufgrund von Lizenzen, die Grünenthal an ausländische Firmen vergab.

Grünenthal verkaufte Contergan, ohne es ordnungsgemäß geprüft zu haben, und behauptete, es sei vollkommen ungefährlich, ohne dabei die Einnahme während der Schwangerschaft auszuschließen.

Grünenthal hatte Contergan weiter verkauft, als tausende Meldungen bei ihr eingingen, die über Gesundheitsschäden durch dessen Einnahme berichteten.

Sie verkaufte Contergan selbst dann noch weiter, als ihr gleichzeitig von einem deutschen und einem australischen Arzt berichtet wurde, daß Contergan - eingenommen von Frauen in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft - schwerste Mißbildungen bei ungeborenen Kindern verursachen würde.

Einer Beantragung der Rezeptpflicht für Contergan hat sie sich ebenso stets widersetzt wie der von vielen Experten geforderten Rücknahme aus dem Handel.

Anstattdessen versuchte sie warnende Ärzte einzuschüchtern oder durch Einflußnahme auf die Redaktionen von wissenschaftlichen Zeitschriften Veröffentlichungen zu verhindern, die über fundierte Ergebnisse von Untersuchungen über die Schädlichkeit des Contergan berichteten.

Hierdurch hat sie Mißbildungen bei ca. 7000 Kindern an Armen und Beinen, Augen und Ohren, inneren Organen und Genitalien verursacht, die so schwer waren, daß ca. 4000 von ihnen ihre Körper-und Gesundheitsschäden nicht überlebten. Weniger bekannt ist, daß Grünenthal hierdurch auch bei tausenden Menschen äußerst schmerzhafte und irreparable Nervenschäden (Thalidomidpolyneuritis) verursachte, die nach längerem Contergan-Gebrauch, der von Grünenthal selbst empfohlen wurde, auftraten.

janine schulze schrieb am 01.10.2007, 14:29

hab da noch mal ne frage ?

hallo,
ich wollt noch mal ne dumme frage stellen. die 545 EUR rente sind die nur aus der stiftung oder bekommt ihr noch von anderer stelle unterstützung? mir ist klar das man von dem geld nicht leben kann deshalb wertet diese frage neutral ist nur interessehalber.

gruß janine

Janine Schulze schrieb am 01.10.2007, 14:16

Aufklärung

hallo
ich denke das größte problem ist wirklich die aufklärung des gesammten falls. ich habe auch viel im internet gelesen. jede seite hat eine andere meinung aber kaum eine neutrale ist zu finden das man sich ein bild davon machen kann. das sich hier alle angehen ist glaub ich auch nicht sinn und zweck der diskussion aber jede meinung sollte auch nicht akzeptiert sondern respektiert werden. ich finde die mahnwache auch eine sinnvolle sache zum gedenken an alle opfer. was das geld angeht was von grünenthal noch gefordert wird sollte auf einen anderen weg gefordert werden. was den kaufboykott für die dalli produkte angeht finde ich auch nicht gut weil dadurch die falschen betroffen sind. auch was die neuen grünental produkte angeht (ich weiß es nicht) gehe ich davon aus das neue verfahren und sorgfältigerer prüfungen die produkte nicht schlechter machen. und viele der patienten die für die neuen medikamente dankbar sind.

gruß janine

Petra Uttenweiler schrieb am 01.10.2007, 13:40

Bitte sachlich bleiben!

Herr Berger, ich möchte Sie bitten, sachlich zu bleiben und nicht persönlich werden! Daher übersehe ich mal Ihre Frage!

Dass Sie auf meine Frage nicht antworten, war mir bewusst!

Ich kann Herrn Frank nur zustimmen:

Erst ausreichend informieren, dann DENKEN und sich dann ÄUßERN ! Dies ist die Reihenfolge, Herr Berger! ;-)




Gerd Frank schrieb am 01.10.2007, 13:27

nichts begreifen

aber rummeckern das sind mir grad die richtigen Fakt ist nun mal das die firma Grünethal nach 50 Jahren immer noch zu tut als hätte sie an dem ganzen Drama nur eine geringe Schuld. Das ist der eigentliche Skandal und heute wieder versucht die betroffenen zu verhöhnen das sie gegen den Film vorgehen. Bevor ihr einige rummmeckern sollte sich einige mal richtig informieren welch mieses Spiel die Firma Grünenthal mit den Betroffenen betrieben haben. Ansonsten sollten die von der Sache keine Ahnung haben schweigen, ihr macht euch damit nämlich lächerlich nicht die Betroffenen. Man könnte glatt denken die Firma Grünenthal hat euch bezahlt das ihr Stunk macht auf der Seite von Kobinet . Auf eure unqualifizierten Kommentare können wir verzichten. Ein Tipp Erst mal googeln dann meckern. Nämlich eure Kommentare zeigen eindeutig das ihr keine
Ahnung habt was wirklich geschehen ist.

Harald Berger schrieb am 01.10.2007, 13:26

Realitätsverlust

Leiden Sie unter Realitätsverluste? Eine Mahnwache ist und bleibt für mich eine Form des stillen Gedenkens. Aber die provozierenden T-Shirts die zum Kauf-Boykott aufrufen, sind indirekt ein Angriff gegen die dortigen Arbeitsplätze.

Petra Uttenweiler schrieb am 01.10.2007, 13:17

Eine ganz simple Frage!

Herr Berger, ich habe eine Frage:

Würden Sie sich für 545,-- Euro im Monat Arme und Beine abschneiden lassen?

Nein! Das würden Sie nicht tun!

Hier geht es nicht um die Mitarbeiter der Firma Grünenthal. Hier geht es um nichts anderes wie Gerechtigkeit. Fa. Grünenthal erzielt genug Gewinn.

Belesen Sie sich bitte.

Wären Sie oder Ihr Kind von Contergan betroffen, würden Sie der gleichen Meinung sein, die Sie hier verlauten lassen? Denken Sie darüber nach, bevor Sie antworten. (Doch eigentlich brauche ich hierauf keine Antwort!)





Harald Berger schrieb am 01.10.2007, 12:53

Verständnis jedoch nicht für alles

Ich finde es genauso tragisch, was den vielen Menschen wiederfahren ist. Eine Mahnwache ist sicher gerechtfertigt.

Aber was hat der Großteil der Arbeitnehmer heute für eine Schuld an diesem Leid? Genau wie Frau Hase ist es meine Meinung, dass ein Boykott Arbeitsplätze gefährden könnte. Denkt an die Familien, die diese Menschen ernähren müssen. Das könnte man in Zukunft den Conterganopfern zum Vorwurf machen.

Außerdem, die Opfer wollen Geld und rufen dann zum Boykott der Produkte auf. Was ist das für eine Logik?

Gruß

anon anon schrieb am 01.10.2007, 12:42

Hallo

Gerd Frank,

das hat nichts mit Neid zu tun. Aber vielleicht sollte man an anderer Stelle mal nachfragen wo die
Unterstützung bleibt (für Pflege oder Transportmittel) z.B. bei den Krankenkassen.
Ich hätte nichts dagegen wenn Grünenthal den Betroffenen mehr Geld geben würde, aber ich
finde hier wird Grünenthal generel als Sündenbock hingestellt. Klar kann man das nicht mit einer Privatperson vergleichen der ein 'Unglück' passiert ist. Ich finde nur es sollte bei einer Mahnwache mehr um aufklärung gehen als ums Geld.

Gerd Frank schrieb am 01.10.2007, 11:55

ENTSETZT

Es ist eine Schande das behinderte Menschen neidisch sind. Ihr solltet euch schämen. Ich bin selbst behindert Ich gönne en Betroffenen jeden einzelnen € . Anstatt neidisch zu sein solltet ihr diese unterstützen und solidarisch sein.

anon anon schrieb am 01.10.2007, 11:13

Darum geht es nicht...

Hallo Frau Uttenweiler,

darum geht es nicht. Ich habe auch eine Gehbehinderung weil die Hebamme bei der Geburt etwas
falsch gemacht hat und bin auf Hilfe angewiesen.
Aber ich verurteile die Hebamme nicht. Sie hat auch einen Fehler gemacht wie Grünenthal aber
ich verlange nicht das sie für mein Leben aufkommt.
Grünenthal hat einen Fehler gemacht klar und ist auch auf Gewisse weise dafür aufgekommen.
Ich finde das wichtigste ist das man durch so eine Mahnwache daran errinert und dafür sorgt
das man nicht vergessen wird.

Uttenweiler Petra schrieb am 01.10.2007, 11:06

Hallo?

Zu anon anon:

"Wir" wohl schon einige Jahre früher! Darin liegt der Unterschied!

Aber ok, dieses Niveau ist nicht meines! Sorry!

anon anon schrieb am 01.10.2007, 10:43

Hallo?

Hallo Frau Uttenweiler,
was meinen Sie von was wir später leben? Wir werden auch nicht mehr Rente bekommen und auf
Hilfe angewiesen sein!!!

Uttenweiler Petra schrieb am 01.10.2007, 10:24

Schon mal daran gedacht...

Frau Hase, schon mal daran gedacht, dass viele Betroffene gar nicht an dieser Aktion teilnehmen können, da entweder die Entfernung nach Aachen-Stolberg zu groß ist, keine Begleitperson zur Verfügung steht, bzw. welche, die Kinder haben, die schulpflichtig sind?

Ich frage mich, was Sie derart aggressiv macht, Frau Hase? Ist es unser Streben nach Gerechtigkeit? Eine weitere Entschädigungszahlung der Fa. Grünenthal? In der Pressemitteilung wird erwähnt, dass wir um weitere Entschädigungszahlung kämpfen, was ist falsch daran? Fakt ist, unsere Rente reicht nicht aus, um unsere Selbstständigkeit länger zu gewährleisten. Wussten Sie, Frau Hase, dass seit 1995 der Steuerzahler unsere vollen Rentenzahlungen übernommen hat?

Ich frage Sie, Frau Hase, möchten Sie einmal einen Tag in mein Leben treten? Sehen, wie der Alltag eines Contergangeschädigten abläuft? Ich lade Sie gerne dazu ein und ich versichere Ihnen, Ihre Gedankenwelt und ihr...aggressives Denken uns gegenüber wird sich bereits in wenigen Minuten ändern!

Ich kann ein solch´derartiges Verhalten meiner Mitmenschen, die all´ihre Gliedmaßen besitzen, die jedes Jahr in Urlaub fahren könnten (weil sie keine Begleitperson benötigen), die jedem Hobby nachgehen können, welches ihnen Spaß bereitet, die leichter Arbeit finden, die ihr Leben selbstständig, ohne fremde Hilfe führen können, die sich nicht beim Zwiebelschneiden, das Kinn lädieren , die einen Lebenspartner finden können (und die damit verbundenen Annehmlichkeiten), die ihre Kinder nicht mit den Zähnen tragen müssten, die ihr Leben selbst bestimmen können, die nicht tagelang vorausplanen müssen, wer zum Einkaufen mitgeht, usw. usw. usw. nicht verstehen.


Frau Hase, Sie mögen diese Aktion für lächerlich empfinden. Sie dagegen tun mir nur leid!

Hildegard hase schrieb am 01.10.2007, 09:41

mahnwache???????


ich habe es mir gedacht und jetzt weiss ich es: - es geht nur um Geld!!!!!!

habe mir soeben noch ein Bild von diese "Mahnwache" gemacht.
Was sehe ich??????

"Mitgliederversammlung der Grünenthaleigentümer" und "wir sind Grünenthal"

Wenn das die Überraschung ist - einfach nur lächerlich!!!!!!!!!

Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies im Sinne aller Betroffenen ist, es sind
ja auch nur 20 Leute da!

Lösungen werden sooooo nicht herbeigeführt!

Gerd Frank schrieb am 01.10.2007, 09:17

Gott namens Grünenthal

Die Inhaber sollen endlich dazu stehen und sich so darstellen als wären sie die Wohltäter. Ihr Verhalten zeigt mir eindeutig das für sie ein "conterergan" betroffener " nur Haufen S......... ist. auf dem man rumtreten kann und die Betroffenen in eklatanter Weise auch noch nach 50 Jahren zu verhöhnen. Die sollten mal echt in sich kehren und darüber nachdenken wie sie den Menschen "helfen" können.
Auf deren Homepage ist von sozialer Verantwortung die Rede. Ihr Verhalten heute nach 50 Jahren spricht dagegen. Für mich ist das schlichtweg eine Unverschämtheit wenn die Fa Grünenthal von sozialer Verantwortung spricht.

Uttenweiler Petra schrieb am 01.10.2007, 08:49

Etwas zum Nachdenken...

Frau Stetzkowsky schreibt:
Zitat: Wir sollten froh darüber sein das die Familie Wirtz nicht nur in Deutschland sondern auch in Europa für Arbeitsplätze sorgt! Zitatende

Letztendlich auf unseren Kosten, der Contergangeschädigten. Wir vezichten auf weitere Entschädigung, damit es weitere Arbeitsplätze gibt?

Erzählen Sie DAS, liebe Frau Stetzkowsky, den mittlerweile über 70 Jahre alten Eltern, die heute ihre contergangeschädigten "Kinder", rund um die Uhr pflegen. Welch´ körperlicher Akt diese Eltern täglich ausführen, muss man hier wohl nicht erwähnen. Um einen Pfleger einzustellen, reichen Euro 545,-- wohl kaum aus! Denn dieser Betrag, Frau Stetzkowsky, ist die Höchstrente der Contergangeschädigten.

Es macht mich verdammt wütend, Frau Stetzkowsky, wenn hier Kommentare abgegeben werden, von Menschen, die keine Ahnung haben, aber ihr Urteil abgeben müssen. Daher empfehle ich Ihnen, Frau Stetzkowsky, sich zuerst einmal über dieses Thema "Contergan" ausreichend zu belesen...

Firma Grünenthal hat unser "Leid" nie interessiert. Allein diese Tatsache macht wütend. Diese Ingnoranz, die diese Firma heute noch an den Tag legt, ist die Wiederholung des eigentlichen Skandals von damals. Es ist ein Skandal, was damals vor 50 Jahren passiert ist und es ist ein Skandal, wie wir, die Contergangeschädigten, heute dastehen. Die Folgeschäden der atypischen Bewegungsabläufe, die der Alltag mitsich bringt, holt uns ein. Ein Frührentnerdasein. Schmerzen. Die pure Angst, die Selbstständigkeit sickert dahin, verfolgt uns. Der ewige Kampf, um das bisschen Selbstständigkeit im Alltag, mit den Ämtern. Ausgelaugt. Die Kräfte neigen sich ihrem Ende.

Ein etwas besseres Leben? Eine Selbstverständlichkeit für die Übernahme der Kosten für ein Fahrzeug, Kosten für Hilfsmittel, die den Alltag erleichtern? Übernahme eines höheren Kostenanteils für Pfleger, für die Entlastung der pflegenden Eltern. Dies sind nur kleine Beispiele, die jedoch eine große Wirkung hätten.


Aus dem Skandal "Contergan", bleibt eine Frage:

Hätten wir nicht zumindest ein Leben ohne körperliche Schmerzen, ohne körperliche Spätfolgen, verdient?
An der Behinderung ansich hatten und haben wir doch schon genug zum Tragen!








anonym anonym schrieb am 01.10.2007, 08:40

Was soll eurer Meinung Grünenthal denn tun?

Mahnwache schön und gut. Man soll so was schreckliches um Gottes Willen auch nicht vergessen.
Aber was verlangt Ihr? "nur" Geld? Geht es nur darum eine Firma in den Ruin zu treiben?
Sollte es nicht darum gehen das soetwas nie wieder passiert? - Mahnwache -?

Gruß

Gerd Frank schrieb am 30.09.2007, 11:00

Schlag ins Gesicht !!!

In ihrer Homepage spricht die Fa Grünenthal von sozialer Verantwortung, für mich der blanke Hohn. Wenn es wirklich so ist wie sie schreibt dann würde sie zu ihrer Verantwortung stehen und nicht den Skandal zu vertuschen wie sie es bis heute noch macht. Für mich ist das schlichtweg eine Doppelmoral die ihres Gleichen sucht. Es ist nur zu hoffen das diese Fa endlich zur Besinnung kommt, aber glauben kann ich nicht so recht daran. Wie sagt man doch so schön " Die Hoffnung stirbt zuletzt"

Gerd Frank schrieb am 30.09.2007, 08:25

Firma in Schutz nehmen (?)

Ein eindeutiges NEIN. Die Mitschuld dem Gesetzgeber zu geben ist ganz einfach, weil es ja nur ein mangeldes Arzneimittelgesetz gab ist für mich nicht der springende Punkt. Fakt ist das die Fa. Grünenthal die Fehler die Sie gemacht hat bist heute nicht einsieht. Sie hat in meinen Augen versucht die Schuld auf Andere zu schieben. Sie sieht sich als Opfer. Fakt ist der Mensch macht Fehler davon kann sich niemand freisprechen, aber wenn man Fehler begeht sollte sie eingestanden werden. Der Name Grünenthal bleibt mir zumindest ein Begriff im negativen Sinne. Was mich persönlich aufregt ist das die Fa ein Gericht bemüht einen Film zu verhindern der die fatalen Folgen dieses Medikaments zeigt. Das zeigt doch eindeutig die Moral der Fa. Mir scheint es die Geschädigten sind in ihren Augen keine Menschen sondern kaputte " Autos" mit kleinen Fehlern die für ein paar € die KäuferInnnen eine Entschädigung bekommen. Die Fa sollte nun nach 50 Jahren Stärke zeigen und die Betroffenen vernünftig zu entschädigen und nicht sich mit Gerichten rumschlagen ob der Film aus welchen Gründen auch immer der Film nicht den damaligen Gegengebenheiten entspricht. Wenn nun die Fa glaubt mit Vertuschung und vergessen hat sie zumindst bei mir girrt.

Alexander Drewes schrieb am 30.09.2007, 00:40

Vorsicht mit hergeholten Vergleichen (Teil 3 und S

(Teil 3 im Anschluss an Teil 2)
Völlig "neben der Spur" ist jedoch die Ansicht, die Firma Grünenthal solle wegen des damaligen Skandals in Liquidation gehen und hierbei auch noch den Vergleich zu den IG Farben heranzuziehen. Der Vorstand der I.G. Farben hat während des Dritten Reiches, insbesondere während des Zweiten Weltkrieges Menschen zu Tausenden als Arbeitssklaven missbraucht, wobei es den Vorständlern völlig gleichgültig war, ob und in welcher Anzahl die Menschen unter den ungeheuren Anstrengungen, unter denen sie ihre Arbeit verrichten mussten, gestorben sind. Diese Opfer wurden nebenbei, wenn überhaupt, völlig verspätet und auch nur staatlich entschädigt.
Daneben ist es eine Fama, zu behaupten, die I.G. Farben AG hätte sich freiwillig aufgelöst, sie wurde vielmehr von den Westalliierten (großenteils) und der Sowjetischen Militäradministration (für den Bereich der sowjetischen Besatzungszone faktisch durch Verstaatlichung) aufgelöst.
Ohne das Leid der durch "Contergan" Behinderten in irgendeiner Weise kleinschreiben zu wollen, aber: Ein derartiger Vergleich - hier 12.000 Behinderte, dort Hunderttausende von Zwangsarbeitern, von denen die Mehrzahl - so krass muss man das schreiben - ganz bewusst durch Arbeit und unmenschliche Schikanen umgebracht worden sind) ist eine Ungeheuerlichkeit.
Man kann von Martin Walsers Paulskirchenrede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Jahre 1998 halten, was man will, aber mit einem hatte Walser sicher Recht: Wenn man in nahezu jedem denkbaren Zusammenhang die "Auschwitz-Keule" schwingt, und dies - wie vorliegend durch die Leserbriefschreiberin - auch noch in einen völlig schiefen Zusammenhang bringt, verniedlicht man in Wahrheit das Grauen, das von Auschwitz ausgegangen ist (zur Erklärung: die I.G. Farbenindustrie AG hatte in Auschwitz-Monowitz eines ihrer größten Stammwerke, in dem praktisch ausschließlich Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz III "beschäftigt" wurden; zudem stellte die zur I.G. Farben gehörende Firma Degesch das Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B her, dass zum Massenmord in den Gaskammern der Vernichtungslager in den vom Deutschen Reich kontrollierten Gebieten, so neben Auschwitz unter anderem in Chelmo, Treblinka, Majdanek und Sobibor). Also, Vorsicht mit Vergleichen zwischen dem Dritten Reich und dem größten Arzneimittelskandal, den bis die Bundesrepublik bis dato gesehen hat.

Mag. Alexander Drewes, LL.M.
mailto:Drewes.Alexander@web.de

Alexander Drewes schrieb am 30.09.2007, 00:38

Vorsicht mit hergeholten Vergleichen, Teil 2

(Teil 2 im Anschluss an Teil 1)
Auf der anderen Seite ist es natürlich so, dass es eine angemessene Entschädigung für derartige, durch Medikamente verursachte Behinderungen, im Grunde nicht geben kann. Auch war man damals einfach noch nicht so weit, für derartige Produktversagen in angemessenem Umfang Rückstellungen gebildet zu haben (es hat ja sodann auch noch einmal knapp 20 Jahre gedauert, bis in Deutschland entsprechende Bestimmungen in einem damals wesentlich revidierten Arzneimittelgesetz in Kraft getreten sind, die eine Gefährdungshaftung des Herstellers für Körperschäden vorsieht, die trotz bestimmungsgemäßem Verbrauch des Arzneimittel eingetreten sind; seit 2002 gibt es für Betroffene weitere Beweiserleichterungen). Insofern ist es wiederum ein wenig billig, wenn man ausschließlich der Firma Grünenthal und der sie tragenden Firma Wirtz den "Schwarzen Peter" zuschreibt. Es gab zum Zeitpunkt des Auftretens der ersten Fälle von "Contergan" keine staatliche Regelung darüber, was passieren sollte, wenn bei der Anwendung eines Medikamentes bei einer Vielzahl von Verwendern etwas derart schrecklich "schief geht".
Es ist nämlich, anders als einer der Leserbriefschreiber meint, sehr wohl Sache des Staates, für ein derart unglückseliges Geschäftsgebaren aufzukommen, wenn er es zunächst verabsäumt hat, entsprechende Sicherheitsvorschriften zu erlassen und sich sodann auch noch "nur" mit einem hälftigen Betrag von ebenfalls 100 Mio. DM an den Entschädigungen zu beteiligen. (Ende von Teil 2)

Mag. Alexander Drewes, LL.M.,
mailto:Drewes.Alexander@web.de

Alexander Drewes schrieb am 30.09.2007, 00:35

Vorsicht mit hergeholten Vergleichen, Teil 1

Es ist schon erstaunlich, mit welch verhobenen und teilweise unglaublichen Vergleichen hier zum Teil gearbeitet wird.
Zunächst einmal stellt es das gute Recht eines jeden Einzelnen dar, gegen einem von ihm als Missstand angesehenen politischen, gesellschaftlichen oder auch wirtschaftlichen Zustand zu demonstrieren, wenn sich das Kind vorliegend auch Mahnwache nennt. Da der Geschäftsbetrieb durch eine Demonstration an einem Sonntagabend schwerlich gestört werden kann (es handelt sich schließlich um ein Pharmaunternehmen und nicht zum Beispiel um einen Presseverlag, der eine Tageszeitung publiziert), wird die Firma Grünenthal es wohl hinnehmen müssen, wenn außerhalb ihres eigenen Geländes gegen ihre Geschäftspolitik im Hinblick auf die Vorgänge des sog. "Contergan"-Skandals Ende der fünfziger, Anfang der sechziger Jahre demonstriert wird.
Dass dabei auch die - ebenfalls der Familie Wirtz gehörenden - Firmen Daili (die überwiegend im Bereich Waschmittel und Seife produziert) und Maurer + Wirtz (diese Firma stellt überwiegend Parfümerieprodukte her) mit einem Kaufboykott belegt werden sollen, mag man bedenklich finden, kennt man die Hintergründe, unter denen die Familie Wirtz im Anschluss an den "Contergan"-Skandal förmlich gezwungen werden musste, einen Fonds in Höhe von 100 Mio. DM einzurichten (die Bundesrepublik schoß ebenfalls 100 Mio. DM zu) und mit welcher Hinhaltetaktik damals jahrelang agiert worden ist, wird einem die Wut der Betroffenen vielleicht ein wenig besser verständlich. Verständlich ist es mithin auch, wenn die von der Familie Wirtz geführten Firmen insgesamt abgestraft werden sollen, schließlich soll die Familie als solches ja mit dem - wohl berechtigten - Stigma versehen werden, damals in schrecklicher Weise versagt zu haben.
Fraglich und problematisch bleibt der Aufruf, den Kauf von Waren dieser Firmen zu boykottieren, nichtsdestotrotz. Einmal ganz abgesehen davon, dass natürlich viele Produkte mit dem Bereich Pharmakologie gar nichts zu tun haben. Eine Schwierigkeit ergibt sich wirtschaftsrechtlich auch eher dadurch, dass die Firmen Schadensersatzforderungen geltend machen könnten, wenn sie konkrete Schäden durch den Boykottaufruf nachweisen könnten. (Ende Teil 1)

Mag. Alexander Drewes, LL.M.,
mailto:Drewes.Alexander@web.de

Hell driver023 schrieb am 30.09.2007, 00:32

"Mahnwache vor Grünenthal"

Zitatanfang: an die Opfer ausgezahlt, die auf weitere Klagen gegen Grünenthal verzichtet haben. Zitatende

Verzichtet? Verzichtet hat niemand auf weitere Klagen!
Es wurde ein Vergleich erzwungen, die Eltern wurden erpresst!
Ich bitte um Richtigstellung, warum sonst soll es einen Kaufboykott geben?!

Grünenthal/ Mäurer und Wirtz steht bis heute nicht zu Ihrer Verantwortung und die BRD hat zusätzlich versagt und alle Augen zugedrückt, das tut Grünenthal Mäurer und Wirtz und die BRD jetzt noch. Es gab tausende Tote und gibt Tausende Schwerstbehinderte Menschen mit schwersten Folgeschäden!!! Dabei sollten die Eltern auch nicht in Vergessenheit geraten, auch Ihnen wurde schwerstes Leid angetan woran die Eltern heute noch zu leiden haben und die verstorbenen Eltern gelitten haben.
Hier wird nur Gerechtigkeit gefordert bzw. ein Ausgleich! Die häusliche Pflege(Höchststufe plus eigene Zuzahlung) kostet heute ca. ab 2100 Euro, die Höchst Rente beträgt ca. 540 Euro!
Liebe Grüße
Hell

Gerd Frank schrieb am 29.09.2007, 12:05

Hinweis

nach Aussage der Fa Grünenthal wird dieses Präparat nicht mehr selbst von ihnen vertrieben, das kann man glauben oder auch nicht.

Gerd Frank schrieb am 29.09.2007, 11:12

Missverständnis ??????????

Frau Hase kann es sein das sie da etwas missverstehen ????? Die Betroffenen wollen sich denke ich ausschließlich mit Firma Grünenthal auseindersetzen die auf ihre Kosten noch Gewinne macht, ist ihnen bekannt, (?) dass dieses Medikament heute noch auf dem Markt ist Lediglich der Name wurde geändert. Sie arbeiten in einem Schwesterunternehmen dieser Firmenteil kann natürlich nichts für den Skandal. Die Gewinne des Mutterkonzern müssen da herhalten. Darum geht es den Betroffenen, und außerdem das sie endlich anständig entschädigt werden.

Maik Nothnagel schrieb am 29.09.2007, 10:06

Viel öffentliches Intresse

Hallo Ihr Contis,

vor zehn Jahren, also zum 40. Jahrestag war ich damals zum ersten mal als ein "OSSI" mit bei Eurer Mahnwache. Dies hat mich nachhaltig beeindruckt, vorallem die Kerzenaktion! Ich werde nie vergessen wie dann das Werktor aufging und wir zur Seite tretten mussten, weil Fahrzeuge aus dem Werk rausfuhren. Das hat mir sehr deutlich gezeigt, was Grünenthal für uns übrig hat. Durch Eurere Aktion habe ich überhaupt erst erfahren, das Thalodomid noch auf dem Markt ist und in der sogenannten Dritten Welt gegen Lebra eingesetzt wird und in Brasilien es wieder viele neue "Peers" von uns gibt. In Deutschland gibt es das Medikament auch noch.
Wir sind zwar älter geworden und die Folgeschäden machen sich auch immer mehr bemerkbar, aber leiser werdet Ihr nicht und das ist gut so.
Ich kann leider diesmal nicht noch Stollberg kommen, aber in meinen Gedanken bin ich bei Euch. Viel Erfolg mit der Aktion, denn sie ist verdamt wichtig.
Mit kämpferischen Grüßen

Maik Nothnagel
MdL, Thüringen

Sabine Hartenberg schrieb am 29.09.2007, 08:59

Liquidation

Die Firma sollte in Liquidation gehen oder zumindest einen festen Anteil Ihres Gewinns an die Opfer des von ihm verschuldeten Contagan Skandals ausschütten,

sie sollte sich hierbei ein Beispiel nehmen an der IG Farbenindustrie, die nach dem 2 Weltkrieg noch Jahrzehnte über die sogenannten "Liquidationsanteilsscheine" existierte aber letztendlich nachdem viele Zwangshäftlinge entschädigt wurden, aufgelöst wurde.

Die beiden Geschichten sind natürlich nicht unmittelbar miteinander vergleichbar, aber beide Firmen haben unendliches Leid über Menschen gebracht, dass heute immer noch anhält!

Da nützt Verdrängung NICHTS, sondern nur Konfrontation mit der Realität!

Hildegard hase schrieb am 29.09.2007, 08:56

Mahnwache

zum letzten Brief folgendes:

Contergan ist und bleibt eine schmerzliche Geschichte in Stolberg -
daran gibt es überhaupt keinen Zweifel und es darf auch in Zukunft
niemals in Vergessenheit geraten!!!!

An der Mahnwache werde auch ich mich beteiligen.

Wenn es aber nur ums "liebe Geld geht", denke ich - gibt es mit
Sicherheit die Möglichkeit, sich auf einem direkten Weg mit der
Fa. Grünenthal auseinanderzusetzen.

mfg+++
Hilde Hase

Gerd Frank schrieb am 29.09.2007, 08:49

Nachtrag letzter Leserbrief.

Nachdem ich mal genauer gegoogelt habe möchte ich meinen Kommentar folgendes hinzufügen. Mit nicht einsehen meine ich das der Vergleich ein Fehler war. Der Skandal Ist außerdem auch das der Staat mit in die Pflicht genommen wird bei diesem Vergleich, es wird dann damit entschuldigt das das damalige Arzneimittelgestz schlecht war. Ich finde die Verantwortung trägt allein die Firma Grünenthal. S. Wirtz soll sich nun Gedanken machen wie den Betroffenen weiter geholfen werden kann. Ich bin echt mal gespannt was da dann rauskommt, hoffentlich nicht wieder so eine lächerliche Rente von bis zu 500 €

Gerd Frank schrieb am 29.09.2007, 07:38

Milliardengewinne

Zum letzten Leserbrief möchte ich folgendes anmerken: Ich kann verstehen das sie einen Boykott nicht für gut heißen, da sie selbst betroffen sind. Ich glaube kaum das ein Boykottaufruf zum Ruin führt, da sich nur wenige daran beteiligen. Ich sehe es aber dennoch sinnvoll, das die Firma endlich merkt das die Betroffenen nicht vergessen haben, welchen Skandal die Firme angerichtet hat bis heute nicht einsieht. Sie versucht per Gericht einen Film zu verhindern. Im Klartext heißt es doch sie wollen mit allen Mitteln den Skandal den sie selbst verschuldet haben, das dieser in Vergessenheit gerät. Die Firma soll endlich einsehen das sie "Mist" gebaut hat und die Betroffenen anständig zu entschädigen und nicht mit so einer lächerlichen Summe die ich in einem meiner Leserbriefe schon nannte in Anbetracht ihrer heutigen Gewinne ist das eine lächerliche Summe. Wie die Firma Grünenthal mit den Betroffenen umgegangen ist der Skandal ansich.

Hildegard hase schrieb am 29.09.2007, 06:27

mahnwache grünenthal

hallo,

ich komme aus dieser Region und interessiere mich nicht erst seit heute
für Contergan und die Folgen. Es war und ist eine Tragödie - die Betroffenen
haben mein ganzes Mitgefühl und ich ziehe den Hut vor Menschen, die
trotz ihrer Behinderung ein starkes und gutes Leben führen.

Eins kann ich jedoch nicht verstehen, warum nun die Produkte der Fa.
Dalli boykotiert werden sollen . Wie war das mit den Äpfeln und Birnen?????
Da ich selber bei der Fa. Dalli mein Brot verdiene, finde ich es mehr als bedenklich,
Arbeitsplätze zu gefährden!!!!

mfg++++
Hildegard Hase

Gerd Frank schrieb am 28.09.2007, 16:07

Skandal "Grünenthal"

In Anbetracht der hohen Gewinne die diese Firma heute noch macht ist es ein Skandal der seines Gleichen sucht. Entschädigungen wurden nur geringe bezahlt (100 Millionen DM) Im übrigen wurde das Verfahren eingestellt am 18.12. 1970 wegen geringer Schuld. Viele Betroffenen gingen leer aus und bekommen nun Geld vom Staat. Ob das so richtig ist? Grünenthal sollte endlich dazu stehen, Ihren Fehler endlich wieder "gut zu machen und nicht Gerichtskosten verschwenden ob der Film gesendet werden darf, fall er auf Sendung geht auch noch Schadenersatz. "Grünenthal" sollte sich schämen so ein "mieses" Spiel mit Betroffenen zu treiben.

Gerd Frank schrieb am 28.09.2007, 15:30

zum 1. Leserbrief

Mir kommen gleich die "Tränen "wenn ich ihren Kommentar lese echt lachhaft was sie da schreiben. Das was Grünenthal da angerichtet hat ist ein Skandal. Der Konzern hätte dicht machen müssen, das sind für mich "Verbrecher " die heute noch versuchen den Skandal herrunter zu spielen. Ich kann den Boykottsehr gut verstehen. Ich boykottiere übrigens Grünenthal seit Jahrzehnten. Bekomme ich Medikamente von der Firma von dieser Firma verschrieben verweigere ich die Annahme.

A. Heinker schrieb am 28.09.2007, 13:45

Boykott

Hallo,
ich mache beim Boykott mit.
Da mir die Anreise zur Firma Grünenthal nicht möglich ist, werde ich am Sonntagabend eine weiße Kerze ins Fenster stellen und wenigstens auch in Gedanken bei der Mahnwache dabei sein. Ich hoffe, dass sich dieser Mahnung noch weitere Leser/innen der kobinet-nachrichten anschließen werden.

Ich finde es billig, einfach nur auf die Arbeitsplätze bei Grünenthal zu verweisen; ein Totschlagargument, mit dem auch das Weiterbestehen von Rüstungsfirmen legitimiert werden kann. Wer will das?

A. Heinker.

Natalie Stetzkowsky schrieb am 28.09.2007, 12:32

Kaufboykott = Neue Opfer

Schlimm genug was den Contergan-Opfern passiert ist!
Sollen jetzt 50 Jahre später wieder Menschen leiden?
Was soll ein Kaufboykott bewirken? - Neue Arbeitslose? - Neue Leiden?
Da hat niemand mehr von!
Wir sollten froh darüber sein das die Familie Wirtz nicht nur in Deutschland sondern auch in Europa für Arbeitsplätze sorgt!

MfG
Natalie Stetzkowsky

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