
Hamburg (kobinet) Beim Koordinationstreffen der Bundesinitiative Daheim statt Heim in Hamburg hat der Pressesprecher der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), Ottmar Miles-Paul, gestern die Forderung nach einem Baustopp für Heime bekräftigt. Man dürfe die Strukturen der Ausgrenzung nicht weiter ausbauen.
"Während Skeptiker der Initiative Daheim statt Heim anscheinend Angst haben, dass es in Deutschland morgen keine Heime mehr geben könnte, erleben wir im Alltag, dass ständig neue sogenannte 'Heime' für behinderte und ältere Menschen gebaut werden. Damit muss endlich Schluss sein und dafür Alternativen konsequent aufgebaut werden", erklärte Ottmar Miles-Paul. Mit jedem Stein der für derartige Einrichtungen aufgebaut würde, entstehe ein weiterer Baustein für die Aussonderung behinderter Menschen, der nur schwer wieder abgebaut werden könne. "Es ist an der Zeit, dass die Politik, ähnlich wie in Bremen, Kassel oder Bielefeld, auch endlich auf höchster Ebene Klarheit darüber schafft, dass wir in Deutschland keine weiteren Heime wollen und brauchen und dafür das Leben in der Gemeinde gefördert wird", so Ottmar Miles-Paul. hjr
Robin Hood schrieb am 12.10.2007, 20:46
...wird sich an derartigen Machenschaften und Situationen recht wenig ändern.
Diese sogenannten Interessenvertreter kommen aus vielen Bereichen der Wirtschaft und sind u.a. Vertreter von: Baukonzernen, Caritativen Trägern oder Betreibergesellschaften.
Diese Interessenvertreter gaukeln unseren Volksvertretern durch (eigens erstellte) Statistiken und fadenscheinige Modellrechnungen vor, wie bitter nötig diese Einrichtungen sind! Sie haben dabei aber nur ein Ziel, Ihre eigenen Interessen durchzusetzen, die auf Gewinnmaximierung ausgelegt sind.
Und unsere derzeitigen Volksvertreter, Sie nicken diese Wünsche, im Namen- und zum Wohle des Volkes ab! Trotz daß keiner von Ihnen selbst darin wohnen möchte! Ist das nicht auch behindert!?
Dagegen sind Behindertenorganisationen und deren Vertreter zwar auch durch Lobbiisten vertreten, aber mit mäßig politischem Erfolg. Diese Verteter und Verbände bekämpfen sich lieber selbst und versuchen, durch mehr oder weniger geschickte Manöver sich gegenseitig auszuboten. (Siehe DIN 18030)
Ähnlich sieht auch die Arbeitsmarktpolitik der derzeitigen Bundesregierung aus! Wo bleiben denn die guten Ideen, die Einbeziehung von Betroffenen etc.
Außer Spesen, nichts gewesen...
Rund 6,6 Millionen Deutsche sind amtlich als schwerbehindert anerkannt. Bei vier von fünf ist dabei eine Krankheit Grund ihrer Behinderung. Insgesamt gelten rund zehn Prozent der Deutschen als behindert.
Etwa zwei Millionen Deutschen sind derzeit pflegebedürftig, gepflegt werden sie dabei überwiegend von Angehörigen. Ihre Zahl wird nach der Vorhersage der sogenannten Experten in den kommenden Jahrzehnten stark zunehmen. Wollen all diese Menschen ins Heim? Oder können Ihre Angehörigen dies finanzieren?
Hier stellt sich die Frage, ob bei 10% der Betroffenen, die bisherigen Volks- und Regierungsvertreter, diese Gruppe ausreichend vertritt und den Mut hat, gegen diese Mißstände und diese Lobbiisten Ihre Meinung öffentlich zu vertreten, aber auch durchzusetzen. "Im Namen des normalen Volkes"
Auch Parteien wie (Linke, Grüne oder FDP) können nicht mehr als diese, prozentuale Größe aufweisen, des weiteren wird die o.g. Gruppe auch von diesen Parteien nicht wirklich unterstützt.
Bleibt die Frage, was können wir dagegen tun? Meines Erachtens sollten Interessen auch von Betroffenen vertreten werden. Denn nur als Gemeinschaft evtl. als (Partei) und nicht als Einzelkämpfer kommen wir weiter!
Robin Hood