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kobinet-nachrichten 09.10.2007 - 17:08
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Tiefensee-Pläne unter scharfer Kritik

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Berlin (kobinet) Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee ist mit seinen Plänen, Bundeszuschüsse für wenig ausgelastete Strecken und Stationen der Deutschen Bahn zu streichen, heute auf scharfe Kritik bei Wohlfahrtsverbänden und Jungen Sozialdemokraten gestoßen. Als Schlag ins Gesicht behinderter Menschen kritisiert der Paritätische die Pläne des sozialdemokratischen Politikers, die Förderung arrierefreier Bahnhöfe zu streichen, wenn dort weniger als 1000 Fahrgäste pro Tag registriert werden.

"Ein Förderstopp läuft darauf hinaus, dass die ohnehin schon zu geringe Zahl behindertengerechter Bahnhöfe weiter schrumpft", sagte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Wohlfahrtsverbandes. Dies sei nicht nur ein herber Rückschlag für Menschen mit Behinderungen, sondern treffe auch ältere Menschen und Eltern mit kleinen Kindern. "Tiefensee zeigt, dass er unter dem Gesichtspunkt der demographischen Entwicklung absolut nicht auf der Höhe der Zeit ist", so Schneider. "Was wir brauchen, ist ein barrierefreier Ausbau aller Verkehrsnetze, soll diese Gesellschaft auch im Jahr 2030 noch eine mobile Gesellschaft sein."

"Statt einen Kahlschlag im öffentlichen Personen- und Nahverkehr (ÖPNV) zu organisieren, sollte der Bundesverkehrsminister dafür sorgen, dass die öffentliche Daseinsvorsorge gewährleistet bleibt. Wir warnen davor, im Zuge der geplanten Bahn-Privatisierung weitere Strecken still zu legen, Bahnhöfe zu schließen und den Service weiter abzubauen", erklärte der Bundesgeschäftsführer der Volkssolidarität, Dr. Bernd Niederland. "Leidtragende eines Förderstopps sind vor allem Ältere, Familien mit Kindern, Menschen mit Behinderungen sowie soziale Benachteiligte." Diese Personen seien neben Berufspendlern besonders auf funktionierende, kundenfreundliche und bezahlbare Angebote öffentlicher Verkehrsmittel angewiesen. Die Rendite künftiger Bahn-Aktionäre dürfe nicht die Oberhand über den öffentlichen Versorgungsauftrag der Deutschen Bahn erlangen.

Juso-Chef Björn Böhning hat Bestrebungen kritisiert, Investitionen in wenig genutzte Zugstrecken und Bahnhöfe zurückzufahren. "Das ist die logische Konsequenz aus der Strategie, die Bahn zu einem Logistikkonzern auszubauen, statt die Regionen verkehrlich anzubinden", sagte der Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation dem Tagesspiegel in Berlin. sch


 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Peter Kohlhaas schrieb am 11.10.2007, 18:29

Zuschüsse und weitere Infos

Wenn wir richtig informiert sind, sind die unter 1000-Kunden-Bahnhöfe sowieso schon von dem Service Station u. Service geräumt.
Da ist zu fragen, warum dann Zuschüsse ?
Hier wird die DB für eine schlimme Einsparmaßnahme noch belohnt.

Aber wir sind sehr für weitere informelle, begründete Mitteilungen dankbar.
Verein ohne Barrieren e.V.
Peter Kohlhaas

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