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03.11.2007 - 10:24

Barrierefreiheit für Menschen mit Lernbehinderungen.

Haslach (kobinet) Am 16. November findet in Haslach-Bollenbach eine Fachtagung zum Thema "Einfach für Alle - Barrierefreiheit für Menschen mit Lernbehinderungen" statt. Über den Stand der Vorbereitung dieser Veranstalter sprach kobinet-Korrespondent Hartmut Smikac mit Helmut Walther vom Club 82, einem der Initiatoren dieser Fachtagung. omp

Kobinet-nachrichten: Herr Walther, Sie sind einer der Organisatoren der Fachtagung "Einfach für Alle - Barrierefreiheit für Menschen mit Lernbehinderungen". Könnten Sie bitte zu Beginn unseres Gespräches erst einmal etwas dazu sagen, warum Sie sich entschieden haben, diese Tagung durchzuführen?

Helmut Walther: Dass Stufen für Rollstuhlfahrer Barrieren darstellen, ist ohne weiteres verständlich. Für Menschen mit Lernschwierigkeiten gibt es aber auch Hindernisse, die ihnen eine selbständige Nutzung verschiedenster Lebensbereiche erschweren. Diese Barrieren sind wenig bekannt. In der Fachtagung wollen wir diese Hindernisse aufdecken und zeigen, wie sie beseitigt werden können. Wir möchten außerdem mit Verantwortlichen der Region aus Gesellschaft und Wirtschaft ins Gespräch kommen und ihnen das Thema nahe bringen. Deshalb wird es neben den Vorträgen auch eine Podiumsdiskussion geben.

kobinet-nachrichten: Im Faltblatt zu dieser Fachtagung weisen Sie darauf hin, dass Sie auch Ideen haben, wie man es besser machen könnte, Barrierefreiheit für Menschen mit Lernbehinderungen abzubauen. Worauf kommt es dabei aus Ihrer Sicht an und was könnte man allgemein besser machen?

Helmut Walther: Bei der Barrierefreiheit für Menschen mit Lernschwierigkeiten kommt es darauf an, Informationen leichter verständlich darzustellen. In einigen Referaten werden deshalb gute Beispiele und einige Ideen gezeigt. Wir hoffen, dass wir auf diesem Wege Entwicklungen hier vor Ort anstoßen können. Vielleicht können wir beispielsweise Gastronomen dafür interessieren, zukünftig auch Bildspeisekarten zu verwenden oder Banken auf einen leichter verständlichen Kontoauszug umzustellen.

kobinet-nachrichten: Auf Ihrer Fachtagung werden auch Vertreter von anderen Verbänden aktiv beteiligt sein. Welches sind Ihre wichtigsten Partner bei der Vorbereitung dieser Tagung und in welcher Hinsicht wird deren Mitarbeit für das Thema von Bedeutung sein?

Helmut Walther: Eingeladen haben wir Claudia Wessels von der Lebenshilfe Bremen. Sie betreibt schon seit einigen Jahren ein Büro für leichte Sprache und bietet Übersetzungen von schwieriger in leichte Sprache an. Zum Thema "barrierefreies Internet" freuen wir uns auf Anette Flegel von der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Sie wird www.lebenshilfe-angesagt.de vorstellen. Ein besonderes Novum ist ein bildorientiertes Leitsystem für den öffentlichen Nahverkehr, welches vom Arbeitskreis Selbstbestimmung und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg für Reutlingen entwickelt wurde. Es kommen Jörg Tröster und Karl Kleinbach. Frau Holtz von Holtz & Faust aus Münster wird einen barrierefreien Reiseführer für Münster vorstellen. Das alles sind schon sehr gute Anfänge, wie man Lebensbereiche auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten so zugänglich machen kann, dass eine weitgehend selbständige Nutzung möglich ist.

kobinet-nachrichten: Wie soll es nach dieser Tagung weitergehen? Ist vorgesehen, die Ergebnisse der Tagung zu publizieren? Falls sich Einzelpersonen, die nicht an der Tagung teilnehmen konnten, für ihre Ergebnisse interessieren, woher könnten sie eventuell weitere Informationen zur Tagung erhalten?

Helmut Walther: Wir werden eine Tagungsmappe im Internet bereitstellen, welche die Referate enthält. Nach der Tagung müssen wir sehen, welche Möglichkeiten hier im Kinzigtal weiter verfolgt werden können. Ziel ist es auch, unsere Region für den barrierefreien Tourismus fit zu machen. Unser Reisebegleitservice "Allen Reisen" wird dadurch interessanter werden. Aber an der Theorie muss auch noch weiter gearbeitet werden. Barrierefreiheit für Menschen mit Lernschwierigkeiten bedeutet nicht nur die Anwendung von leichter Sprache.

kobinet-nachrichten: Herr Walther, ich bedanke mich herzlich für dieses informative Gespräch und wünsche Ihnen für die Fachtagung viel Erfolg.
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Luis Zubizarreta schrieb am 03.11.2007, 18:13

IMPULSE

Ich wünsche Herrn Walther viel Erfolg für die Tagung "Einfach für alle..." Eine grosse Barriere ist m.E. ,dass Mitmenschen als GEISTIG behinderte abgestempelt werden von der LEBENSHILFE-DEUTSCHLAND und von vielen SCULBEHÖRDEN!!!Die LEBENSHILFE-ÖSTERREICH hat diese diskriminierende Bezeichnung abgeschafft,seit dem 13.01.2006!Vielleicht kann die Fachtagung mit Herrn Walther hier deutliche IMPULSE setzen.

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