
Erfurt (kobinet) Maik Nothnagel wollte vor kurzem das tun, was derzeit viele Menschen machen, nämlich in eine Solaranlage investieren, die sich nach ca. 12 Jahren amortisiert. Doch aufgrund seiner Körperbehinderung erhielt der behindertenpolitische Sprecher der Landtagsfraktion der Linkspartei in Thüringen von verschiedenen Banken keinen Kredit.
"Ich bin der behindertenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag und jetzt mitlerweile acht Jahre Mitglied des Thüringer Landtages. Somit verfüge ich über einen regelmäßigen Verdienst, aus dem ich mir ein paar Rücklagen bilden konnte. Im Jahre 2006 wollte ich von der Rhön-Rennsteig-Sparkasse einen Kredit in Anspruch nehmen, um eine Solaranalage zu finanzieren. Mit dieser Anlage wollte ich elektrische Energie ins öffentliche Stromnetz einspeisen (EEG). Die Anlage hätte sich dadurch in ca. 12 Jahren armortisiert. Diese Anlage sollte auf die neue Sporthalle der Gemeinde Wernshausen installiert werden. Das Projekt scheiterte, weil ich von der o.g. Sparkasse und auch von anderen Geldinstituten keinen Kredit bekommen habe. Die Begründung dafür war meine Körperbehinderung, die ich seit meiner Geburt habe", mit diesem Anliegen wandte sich Maik Nothnagel an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, wie dieser den kobinet-nachrichten mitteilte. omp
A. Heinker schrieb am 20.11.2007, 14:24
Hallo,
ich bin der Meinung, dass jede Rückfrage und jedes andere Nachforschen, weshalb der Kredit verweigert wurde, überflüssig ist. Die Demütigung ist groß genug, als sich noch mehr "Beulen" zu holen.
Jedes Nachfragen bringt die niederträchtigen Bänker/innen erneut in eine für sie günstige Position.
Herr Kachelrieß, Worte in Ihrem Schreiben suggerieren - sicherlich NICHT mit Vorsatz, davon gehe ich aus - dass Herr Nothnagel sich "nur" falsch verhalten habe und deshalb nicht für die Gewährung eines Kredites in Frage kam.
Vielleicht sollte mal eher geschaut werden, ob nicht das merkwürdige scoring (hier tatsächlich Behinderung als Negativeintrag), mit dem Finanzinstitute ihre Kund/innenschaft "bewerten", herhalten musste, um Herrn Nothnagel keinen Kredit zu geben.
A. Heinker.
Werner Kachelrieß schrieb am 19.11.2007, 11:55
eserbrief schreiben zum Artikel:09.11.2007 - 09:00
"Kein Kredit wegen Körperbehinderung"
Ich bin selbst Seit über 20J. Körperbehindert und habe schon etliche Kredite über Sparkassen
abgewickel (Hauskauf, Hausumbau, Autokauf,usw....) . Aber diese begründung habe ich noch nie gehört. Ich kann es fast
nicht glauben daß dies die begründung für die Kreditablehnung war,man sollte bevor
man soetwas glaubt erstmal bei dieser Sparkasse rückfragen, ob das wirklich der grund
für die verweigerung des Kredits war, oder doch nicht etwas anderes.
Hell Driver schrieb am 13.11.2007, 00:02
Diskriminierung behinderter ist einfach nur ätzend, ich sage mir immer man wird hier zu Lande behindert!
Es geht nur um Profit und das auf Kosten der Menschlichkeit! Alte Menschen bekommen keinen Kredit mehr bzw. sehr schwer, Behinderte dito. und es dürfte weiter gehen!
Die Solidargemeinschaft brökelt auch, leider, der Sozialstaat geht so langsam flöten.
Menschlichkeit ist nicht mehr modern!
der Hell, nicht verbittert aber wütend! [img]korn666r.free.fr/photos/momie.gif[/img]
A. Heinker schrieb am 12.11.2007, 14:20
Hallo,
jede/r (hier: Mitarbeiter der Rhön-Rennsteig-Sparkasse und andere, im Text mit dem Abg. Maik Nothnagel anonym gebliebenen Finanzinstituten) blamiert sich, so gut sie / er kann.
A. Heinker
Stefan Krusche schrieb am 12.11.2007, 13:51
Lieber Maik,
ein besseres Beispiel für eine Diskriminierung ist kaum noch zu finden. Wenn schon ein amtierender Landtagsabgeordneter keinen Kredit wegen einer körperlichen Behinderung erhält, wie werden dann erst Kreditanfragen von behinderten Bürgern Thüringens mit geringerem Einkommen bearbeitet?
Ich kann nur hoffen, dass Du bei dieser Sache am Ball bleibst und die Kreditablehnung nicht auf sich beruhen lässt. Ziehe das durch, wenn's sein muss, bis zum Europäischen Gerichtshof! Bin ziemlich sicher, dass Du gewinnen wirst und die Sparkasse am Ende blamiert ist.
Viel Erfolg und herzliche Grüße
Stefan Krusche
Wasilios Katsioulis schrieb am 10.11.2007, 22:31
im Dezember 2007 halte ich einen Vortrag zum Thema Versicherungsschutz für Menschen mit Behinderungen auf Einladung der Europäischen Kommission.
Das von Ihnen angesprochene Problem mit den Banken wird ein Kollege am gleichen Tag thematisieren. Ich rechne damit, dass sowohl das eine (Versicherungen) als auch Ihr Problem (Banken) im Rahmen der neuen EU - Richtlinie für den Schutz vor Diskriminierung im Zivilbereich Bestandteil der Richtlinie werden wird, weil Art. 13 EG Vertrag sowohl Frauen als auch Behinderte gleichermassen schütz. Allerdings sind Frauen noch besser gestellt als Behinderte, weil es eine Richtlinie 2004/113/EG gibt, die nur sie schützt. Ich habe dies im Rahmen meines Petitionsverfahrens bemängelt und mir wurde daraufhin mitgeteilt, dass ich auf eine "Lücke im Gesetz" gestossen sei, die gefüllt werden müsse.
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