
Wien (kobinet) Eine sensationelle Neuentwicklung im Bereich der Medizintechnik kam in dieser Woche aus Wien: Otto Bock Healthcare Products GmbH hat eine gedankengesteuerte Arm-Prothese entwickelt. Der junge Steirer Christian Kandlbauer stellte sie erstmals der Öffentlichkeit vor. Der 20-Jährige ist der erste Anwender des intelligenten Arms außerhalb der USA, nachdem er nach seinem Unfall in einer Wiener Klinik operiert worden ist.
Der Wiener Otto-Bock-Standort ist das Kompetenzzentrum für komplexe medizintechnische Systeme innerhalb des Medizintechnikunternehmens, das Wiener Allgemeine Krankenhaus ist führend auf dem Gebiet der neuromuskulären Rekonstruktion. Eine Zusammenarbeit dieser Spitzeninstitution und der Medizinischen Universität Wien war für Otto Bock ein logischer Schritt auf dem Weg zur "gedankengesteuerten" Arm-Prothese.
Die intelligente Prothese kann gezielt über jene Nerven angesteuert werden, die auch ursprünglich für die Bewegung des Armes zuständig waren. Damit gibt sie ihrem Träger sieben Freiheitsgrade, das heißt sieben aktive Gelenke, und viel mehr Aktionsmöglichkeiten. Es ist kein Umdenken mehr notwendig, wie das bei konventionellen Prothesen bisher der Fall war. Der Patient führt die Bewegungen intuitiv aus, die Prothese kann diese gedanklichen Befehle direkt umsetzen.
Voraussetzung ist eine komplexe Operation, bei der eine Verlagerung der Nerven erfolgt. Durch diesen so genannten selektiven Nerventransfer können die Signale, die auch ursprünglich für die Steuerung des Arms verantwortlich waren, für die Steuerung der Prothese genutzt werden. Im Prothesen-Schaft sind Elektroden eingearbeitet, die diese Steuer-Signale aufnehmen. Ein elektronisches Analyseverfahren im Inneren der Prothese setzt die empfangenen Signale um und erkennt die gewünschte Bewegung. sch
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