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26.11.2007 - 15:17

Erblindende Mörderin.

Dass Menschen, die von retinitis pigmentosa (Augenerkrankung, die zum Tunnelblick führt), durchaus zu kreativen Morden fähig sind, erfuhr man gestern im Tatort. Hans-Peter Terno hat den Krimi für die kobinet-nachrichten bewertet. omp

Von Hans-Peter Terno

Der gestrige Tatort war schon eine kräftige Mixtur: Tafel für Einkommensschwache, ALG II-Problematik, Niedergang der Sanitätshäuser, bevorstehende endgültige Erblindung, verlorenes Kind und vom Erzeuger unerwünschte Schwangerschaft waren nur die kräftigsten Beilagen. Die Hauptrolle spielte ein mit Zyankali präparierter Tampon, der ausgeliehen, nicht die Zielperson umbrachte. Man erfuhr, dass auch Polizisten in die Schuldenfalle geraten, in Galvanisierbetrieben Zyankali massenhaft in Kanistern herumsteht (schönen Gruß an Sterbehilfevereine) und dass retinitis pigmentosa sehr rasch zur endgültigen Erblindung führt. Außerdem gibt es keinen blindengerechten Arbeitsplatz bei 1-Euro-Jobs. Nichts erfuhr man über barrierefreie Knäste für Blinde. Aber nur, weil der Tatort mit der Festnahme endete.

Fazit: eine rasch erzählte Geschichte mit zu viel Handlungssträngen und schon der zweite Tatort in dem Zyankali über den Unterleib verabreicht wurde. Sex und Crime eben mit einem Schuß Sozialkritik und Gleichstellung: auch Behinderte können morden - auch wenn sie nicht immer die gewünschte Person treffen.
 

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