
Leinefelde (kobinet) Stefan Göthling von Mensch zuerst fordert zum einjährigen Bestehen der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen einen respektvolleren Umgang mit behinderten Menschen. Dabei tritt er für die Abschaffung des Begriffes "geistige Behinderung" ein.
"Für die Behindertenbewegung in Deutschland war es sehr wichtig, dass der Name 'Aktion Sorgenkind' zu 'Aktion Mensch' geändert wurde. Für uns Menschen mit Lernschwierigkeiten ist es genauso wichtig, dass wir nicht weiter als 'geistig behindert' bezeichnet werden", so Stefan Göthling. Immer mehr Menschen lehnten den herkömmlichen Begriff ab. "Gerade am einjährigen Geburtstag der UN-Konvention fordere ich daher mehr Respekt im Umgang mit behinderten Menschen ein. Wenn wir 'geistig behindert' genannt werden, empfinden viele von uns das als sehr abwertend", so Stefan Göthling.
Artikel 8 der UN-Konvention wurde speziell der Bewusstseinsbildung im Zusammenhang mit dem Thema Behinderung gewidmet und dabei ist immer wieder vom Respekt die Rede. So sieht die Konvention in Artikel 8 zum Beispiel als Maßnahmen vor: "Die Förderung einer respektvollen Einstellung gegenüber den Rechten behinderter Menschen auf allen Ebenen des Bildungssystems, namentlich bei allen Kindern von früher Kindheit an: die Ermutigung aller Medienorgane, behinderte Menschen in einer dem Zweck dieses Übereinkommens entsprechenden Weise darzustellen. Die Förderung von Schulungsprogrammen zur Sensibilisierung für behinderte Menschen und für die Rechte dieser Menschen."
"Um diese Bewusstseinsänderung voran zu treiben haben wir eine Unterschriftensammlung für die Abschaffung des Begriffes 'geistig behindert' und für die Verwendung des Begriffen 'Menschen mit Lernschwierigkeiten' gestartet. Vielleicht ist es ja an einem Tag wie heute eine gute Aktion, dies zu unterstützen und bei seinen Freunden und Verwandten auch dafür zu werben", so Stefan Göthling. Seit dem Start der Aktion vor zwei Wochen haben bereits über 600 Menschen und Organisationen die Aktion unterstützt. "Wenn es bei der Lebenshilfe Österreich und im Sozialministerium in Rheinland-Pfalz möglich ist, ohne den für uns diskriminierenden Begriff 'geistig behindert' auszukommen, warum soll das nicht auch anderswo gehen", so Stefan Göthling. elba
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