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kobinet-nachrichten 13.12.2007 - 17:07
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Alter Wein in neuen Schläuchen

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Köln (kobinet) Das System Sonderschule ist in der Krise - da helfen auch neue Namen wie "Kompetenzzentren" nicht weiter. Das ist Kern der Kritik von mittendrin e.V., die heute an einem mit vielen Vorschusslorbeeren dekorierten Projekt der Christlich Demokratischen Union in Nordrhein-Westfallen geübt wurde. In dem von der CDU regierten Bundesland soll mit sogenannten Kompetenzzentren zur sonderpädagogischen Förderung vom kommenden Jahr an die Qualität der Schulausbildung für behinderte Kinder verbessert werden.

Von einer "Neugestaltung der sonderpädagogischen Förderung" spricht die bildungspolitische Sprecherin der CDU im Landtag, Marie-Theres Kastner. Tatsächlich sei das "System Sonderschule" in der Krise, so der Veranstalter eines bundesweit beachteten Kongresses über eine Schule für alle.

"Der allgemeine Rückgang der Schülerzahlen trifft auch die Sonderschulen. Es ist absehbar dass vor allem in ländlichen Raum eine auch nur annähernd wohnortnahe Versorgung nicht aufrecht zu erhalten ist", stellt der Verein fest. Obwohl es acht verschiedene Arten von "Förderschulen" gibt, gelinge es nicht, für jedes Kind die passende Schule zu finden. Für Kinder mit unklaren Behinderungsbildern sei die Schulzuweisung vielfach willkürlich. Die versprochene individuelle Förderung finde oft nicht statt.

Die Effizienz des Sonderschulsystems steht nach der Erfahrung von mittendrin in Zweifel, zumal rund 80 Prozent der Schüler diese Schulen ohne berufsqualifizierenden Abschluss verlassen. Eltern verlangen für ihre Kinder zunehmend Integration. "Für alle diese Probleme gibt es nur eine sinnvolle Lösung: Die Integration der behinderten Kinder in die allgemeinen Schulen. Die Förderung muss zum Kind kommen, nicht das Kind zur Förderung", betont der Verein.

Der mittendrin e.V. fordert die NRW-CDU auf, sich endlich vorbehaltlos zur schulischen Integration der behinderten Kinder zu bekennen: "Wenn behinderte Menschen in der Mitte der Gesellschaft leben sollen, dann muss damit in der Schule angefangen werden. Alles andere sind Sonntagsreden." sch
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Cordula Müller schrieb am 14.12.2007, 06:35

Schule für Alle

Müssen wir es denn immer wider betonen, wir möchten eine Schule, in der jedes Kind willkommen ist ,egal ob das Kind im Rollstuhl sitzt oder Lernschwierigkeiten hat. Die Rahmenbedingungen müssen endlich geschaffen werden, die Aussortierung muss enden, das Entmündigen der Eltern darf nicht länger hingenommen werden. Eltern habt den Mut, auf die Strasse zu gehen, macht nicht halt, weil an der Türe Schulrat steht. Das sind nur Menschen, die oft überzeugt werden müssen, weil sie auf altem gelernten Wissensstand sind. Wehrt Euch endlich! integration@thpcolo.de

Armin Liebl schrieb am 13.12.2007, 18:36

Eine wohnortnahe Beschulung ...

behinderter Kinder im ländlichen Raum ist ja leider
jetzt schon häufig nicht gegeben.
Während für nicht-behinderte Kinder das Motto
"kurze Beine, kurze Wege" gilt, wird behinderten
Erstklässern oft eine Fahrzeit von einer Stunde einfach
zugemutet.
Die Begründung ist, dass die Förderschule
"das Beste" für das Kind ist - ohne dass das
jedoch näher begründet wird.
Den Politikern ist diese Problematik zwar bekannt -
sie kennen jedoch keine Gnade.

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