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kobinet-nachrichten
27.12.2007 - 07:39
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Brüssel (kobinet) Die Europäische Kommission das Jahr 2010 zum Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung ausgerufen. Die Kampagne, für die 17 Millionen Euro bereitgestellt werden, soll die von der EU eingegangene Verpflichtung bekräftigen, die Beseitigung der Armut bis 2010 entscheidend voranzubringen.
"Der Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung ist eine der zentralen Zielsetzungen der EU, und unser gemeinsames Konzept hat sich als wichtiges Instrument erwiesen, das den Mitgliedstaaten einen Orientierungsrahmen bietet und ihre Maßnahmen unterstützt", erklärte der für das Ressort Soziales zuständige Kommissar Vladimír Špidla. "Durch Sensibilisierung der Öffentlichkeit dafür, wie Armut weiterhin das Leben so vieler Europäer zerstört, wird uns das Europäische Jahr auf diesem Weg noch weiter voranbringen."
78 Millionen Menschen in der EU - das sind 16 Prozent der Bevölkerung - sind derzeit von Armut bedroht. Das Europäische Jahr 2010 soll die Bürger der EU und alle staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteure erreichen. Vier konkrete Ziele werden damit verfolgt:
Anerkennung des Rechtes der von Armut und sozialer Ausgrenzung Betroffenen auf ein Leben in Würde und auf umfassende Teilhabe an der Gesellschaft;
verstärkte Identifizierung der Öffentlichkeit mit Strategien und Maßnahmen zur Förderung der sozialen Eingliederung durch Betonung der Verantwortung, die jeder Einzelne im Kampf gegen Armut und Marginalisierung trägt;
Förderung eines stärkeren sozialen Zusammenhalts, damit niemand mehr daran zweifelt, dass die gesamte Gesellschaft von einer Beseitigung der Armut profitiert;
Engagement aller Akteure, denn wirkliche Fortschritte können nur erzielt werden, wenn langfristige Anstrengungen auf allen Regierungsebenen unternommen werden.
Die jüngsten Eurobarometer-Daten zeigen, dass Armut nach Ansicht der Europäer ein weit verbreitetes Problem ist. In der gesamten EU haben die Bürger das Gefühl, dass in der eigenen Region etwa jeder Dritte in Armut lebt (29 Prozent der Menschen) und jeder Zehnte unter extremer Armut leidet. In allen Mitgliedstaaten ist ein Teil der Bevölkerung von Ausgrenzung und Benachteiligung betroffen, oft haben diese Personen zudem nur eingeschränkten Zugang zu Grundversorgungsleistungen. EU-weit sind 19 Prozent der Kinder von Armut bedroht; jedes zehnte Kind lebt in einem Haushalt, in dem niemand Arbeit hat.
Die Solidarität ist ein Grundpfeiler der Europäischen Union. Im Mittelpunkt der europäischen Gesellschafts- und Sozialmodelle steht der Gedanke, dass niemand daran gehindert werden darf, vom wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt zu profitieren und dazu beizutragen. Ohne den Aufbau eines stärker auf Integration ausgerichteten Europa lassen sich die Ziele der Europäischen Union in Bezug auf ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum, mehr und bessere Arbeitsplätze sowie einen größeren sozialen Zusammenhalt nicht erreichen. hpt
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