
Hamburg (kobinet) Fachleute haben sich kritisch über die Verwendung des Begriffs "Sterbehilfe" geäußert. "Ich finde, das ist ein Unwort", sagte die Leiterin des Diakonischen Werks Hamburg, Annegrethe Stoltenberg. Darüber berichtet das 1000.Fragen-Projekt der Aktion Mensch.
Sterbebegleitung sei ein viel längerer Weg als nur der Moment des Todes. Auch Publizist Hermann Schreiber betonte, bei dem Wort werde zu viel "in einen Topf geworfen". Als Sterbehilfe wird gemeinhin das aktive oder passive Mitwirken am Tod eines Menschen bezeichnet. Stoltenberg und der frühere Chef der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery, sprachen sich zudem für eine Verstärkung der Palliativmedizin aus. "Es fehlt unzweifelhaft an medizinischer und spiritueller Versorgung von Schwerstkranken", kritisierte Montgomery. Er rief zugleich dazu auf, sogenannte Patientenverfügungen so abzufassen, dass Unklarheiten zwischen Arzt und Patient beseitigt würden.
Nach den Worten von Schreiber sind die Umstände beim Sterben eines Menschen "viel zu komplex und persönlich", um sie in ein rechtliches Raster einzufügen. Mit juristischen Festlegungen komme man nicht weiter, sehr wohl aber mit Versorgungsstrukturen. "Da hapert es. Es fehlt an Geld", so der Autor des Buches "Das gute Ende", in dem er auch den Tod seiner Mutter thematisiert. elba