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kobinet-nachrichten 17.12.2007 - 09:39
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Habe ich den Gedanken verloren, ist alles weg ...

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Von kobinet-Korrespondentin Anke Glasmacher

Berlin (kobinet) Seine Deutschlandpremiere hatte der kanadische Film "An ihrer Seite" bereits auf den diesjährigen Berliner Filmfestspielen. Seit Anfang Dezember ist er nun in den deutschen Kinos zu sehen. "An ihrer Seite" beschreibt auf einfühlsame Weise die Liebe zwischen Fiona und Grant und die tiefe Erschütterung ihrer Beziehung, als Fiona an Alzheimer erkrankt.

Seit vielen Jahren sind die beiden miteinander verheiratet und wollten eigentlich ihren Lebensabend zusammen auf dem Land verbringen. Fionas Krankheit beginnt schleichend aber unaufhaltsam, und zunächst sieht es auch nur aus wie Gedankenlosigkeit: Die Bratpfanne im Kühlschrank, die Schwierigkeiten, sich an Namen und Wörter zu erinnern. Doch das Vergessen hat einen Namen: Alzheimer.

Fiona, gespielt von Oscar-Preisträgerin Julie Christie, baut sich Brücken für den Alltag. Sie klebt kleine Merkzettel an die Gegenstände. Das funktioniert so lange, bis sie sich auch an die Bedeutung von Buchstaben, Wörtern und Sätzen nicht mehr erinnern kann. Anfangs kommentiert sie ihre Vergesslichkeit noch mit einer gehörigen Portion Selbstironie, doch sie ahnt, dass der Prozess nicht aufzuhalten ist.

Alzheimer - das schleichende Vergessen - zerstört alles. "Habe ich den Gedanken verloren, ist alles weg. Ich fange an zu verschwinden", sagt Fiona im Film. Sie beschließt ihren Umzug in ein Pflegeheim. Als Grant sie nach der 30tägigen Eingewöhnungszeit besucht, in der die Bewohner keinen Kontakt zu Freunden oder ihren Angehörigen haben dürfen, erinnert sich Fiona nicht mehr an ihn. Sie hat sich mit einem Bewohner angefreundet, jemandem, der in ihrer Welt lebt und sie deswegen nicht länger verwirrt.

Für Grant beginnt eine lange Zeit des Abschiednehmens, in der er auf schmerzliche Weise damit konfrontiert wird, dass Liebe Loslassen bedeutet. Abschiednehmen, damit Neues seinen Platz finden kann.

Mit dem Film "An ihrer Seite" ist der kanadischen Schauspielerin Sarah Polley ein beeindruckendes Erstlingswerk gelungen. Leicht und still erzählt ihr Film die Geschichte aus der Perspektive des Angehörigen, der zurückbleiben muss. Kühle und sachliche Bilder, eine leise, begleitende Kamera und Schauspieler, die ganz hinter ihre Rollen zurücktreten, machen den Film sehenswert. sch

Hier geht's zum Trailer des Films
 

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