
Berlin (kobinet) Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat 16 Forderungen zur Zukunft der Eingliederungshilfe in die parlamentarische Debatte eingebracht. Der Bundestag soll morgen in 1. Lesung den Antrag behandeln, mit dem konkrete Schritte im Rahmen der bestehenden Systeme für ein einheitliches Leistungsgesetz für Menschen mit Behinderungen eingeleitet werden könnten (kobinet 21.1.08).
Der Antrag wird daraufhin an den federführenden Ausschuss für Arbeit und Soziales verwiesen, der sich voraussichtlich in seiner Sitzung am 13. Februar 2008 dem Thema widmen wird. Dies teilte der behindertenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, Markus Kurth, kobinet mit.
Die Forderungen an die Bundesregierung lauten im Einzelnen:
1. Es muss ein neuer Behinderungsbegriff nach der "Internationalen Klassifikation von Funktionseinschränkung und Behinderungen" (ICF) erarbeitet werden.
2. Um den Schritt von Menschen mit Behinderungen in die eigene Häuslichkeit zu stärken, sollen die ambulanten Leistungen der Eingliederungshilfe als einkommens- und vermögensunabhängige, bedarfsgerechte und budgetfähige Leistungen zur Verfügung gestellt werden.
3. Bisherige finanzielle Nachteilsausgleiche sollen künftig zu einem Teilhabegeld zusammengefasst werden.
4. Um den Ausbau ambulanter Wohnangebote zu forcieren, müssen flächendeckende Koordinierungshilfen und Beratungsangebote aufgebaut werden.
5. Die Differenzierung in der Erbringung von Leistungen der Sozialhilfe nach Leistungsformen, Leistungsorten oder Leistungsanbietern und eine Anknüpfung von Rechtsfolgen an eine bestimmte Leistungsform müssen entfallen.
6. Das Wunsch- und Wahlrecht soll eindeutig gestärkt werden.
7. Das mehrdimensionale ICF-System muss zu einem einheitlichen Assessmentinstrument zur Feststellung von Behinderung und Hilfebedarf entwickelt werden.
8. Im Rahmen des Persönlichen Budgets muss eine unabhängige Budgetassistenz als zusätzliche Leistung gewährleistet und finanziert werden.
9. Zur verbesserten Inanspruchnahme des Persönlichen Budgets muss der gewährte Budgetbetrag die Kosten der bisher gewährten Sachleistungen für ambulante oder stationäre Hilfen überschreiten dürfen.
10. Um die besonderen Bedürfnisse von Eltern mit Behinderungen auch außerhalb des Arbeitslebens besser zu berücksichtigen, müssen die Hilfen für die Pflege und Erziehung eigener oder an Kindesstatt angenommener Kinder als zusätzlicher Bereich der "Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft" aufgenommen werden.
11. Der Zugang in die Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) muss besser kontrolliert werden.
12. Studierende mit Behinderungen müssen auch dann einen Anspruch auf Mehrbedarf haben, wenn sie einen Masterstudiengang oder eine Promotion anstreben.
13. Case-ManagerInnen sollen bei der Unterstützung von Menschen mit Behinderungen trägerunabhängig die Vielzahl von Akteuren koordinieren und als beratende Instanz die Versorgung verbessern.
14. Sofern Menschen mit Behinderungen außerhalb eines nach dem SGB XI anerkannten Pflegeheimes Pflege benötigen, sind ihnen die Leistungen zur Verfügung zu stellen, die bei der Pflege in der eigenen Häuslichkeit bewilligt würden.
15. Eine Regelung ist zu entwickeln, die eine vertragliche Trennung von Mietverhältnis und der Erbringung von Dienstleistungen am Menschen festschreibt.
16. Um in Zukunft ausreichenden barrierefreien und in Stadtteile eingebundenen Wohnraum anbieten zu können, darf die Soziale Wohnraumförderung in Zukunft nur dann gewährt werden, wenn der neu zu errichtende Wohnraum auch barrierefrei ist. sch
Cordula Müller schrieb am 03.02.2008, 14:16
Ja ich glaube, bald muss ich mich als Mutter schämen, wenn ich sage, die Schulbegleitung unseres Sohnes wird vom Sozialamt finanziert.Bisher mussten wir ja viel selber zusteuern. Jetzt muss ich ja Bedenken haben, wenn ich für das Recht meines Sohnes kämpfe, an solche Menschen zu geraten, die sich nicht trauen, zu schreiben, wer sie sind. Ich komme mir ja so schon komisch vor, durch die Eingliederungshilfe vom Sozialamt abhängig zu sein.Aber mal ehrlich? Wer könnte es sich als Normalfamilie leisten, 17, 5 Stunden zu 12,75 Euro plus Fahrpauschale in der Woche für die Schulbegleitung selber zu übernehmen? Wir nicht. Und denken Sie nicht, wer auch immer hinter den anonymen Leserbriefen steckt, ich käme mir als Mutter toll vor, von der Eingliederungshilfe abhängig zu sein. Glauben Sie mir, ich hätte lieber ein ganz gesundes Kind, das ganz normal in die Schule gehen könnte. Und ich glaube bei all den Diskusionen dürfen wir eines bitte nicht vergessen. Menschen mit Handicap verdienen wie alle anderen Menschen auch RESPEKT!!!!!!!!!
Alexander Drewes schrieb am 02.02.2008, 13:32
(Teil 3 [und Textschluss] im Anschluss an Teil 2)
Was einen verdrießlich stimmen kann (aber immerhin argumentiert die nicht mit dem schwer arbeitenden "Blaumann", dem der schmarotzende Behinderte auch noch den letzten Heller aus der Tasche zieht), ist, dass die Bundesregierung - und mit Ihr mein zwischenzeitliches Lieblingsfaulbild, äääh, -feindbild Karin Evers-Meyer - augenscheinlich auch auf dem Standpunkt zu stehen scheint: da könnte ja jeder kommen, das haben wir immer schon so gemacht, was das wieder kostet.
Wie ich schon schrieb: es wird kostenintensiv, aber auf keinen Fall so teuer, wie Majestät meint. Wenn man in Rechnung stellt, dass es wohl erwogene Gründe gibt, die Einrichtungsträger in großem Umfang zu schützen (und Einrichtungsträger von stationären oder Teil stationären Einrichtungen sind eben auch die AWO, DER PARITÄTISCHE und - insbesondere - die beiden christlichen Wohlfahrtsverbände), dann wird einem auch klar, dass die überhaupt kein Interesse daran haben _können_, vom bisherigen Modell der Eingliederungshilfe abzuweichen, hält das den behinderten Menschen und seine Angehörigen - vorgeblicher Paradigmenwechsel in der Behindertenpolitik hin oder her - doch dauerhaft schön unter der Knute sowohl von Sozialleistungsträgern (ich muss permanent nachweisen, dass ich entwürdigende und entmündigende finanzielle Kriterien erfülle, sonst wird mir einfach die Leistung gestrichen) als auch von Leistungserbringern (ambulante Dienste haben so lange nur geringe Chancen, wie es Heiminsassen verunmöglicht wird, der Einrichtung überhaupt den Rücken zu kehren. Bislang ist der Nachweis auch nicht erbracht, dass das Motto "ambulant vor stationär", das seit sieben Jahren im SGB IX festgelegt ist, grundlegend tatsächlich durchgesetzt wird).
Hierzu wäre noch vieles zu schreiben, angefangen von der unmöglichen Situation im Bereich schulischer Inklusion bis hin zu einer - auch für nicht behinderte Menschen - vielfach katastrophalen Situation im Altenheimbereich. Aber, wozu sich hier verausgaben und sich Mühe geben, unser Blubberfreund ist ja dermaßen Betriebs blind und mit Scheuklappen behaftet, der (oder die) würde ja nicht einmal merken, wenn ihm (oder ihr) ein Elefant auf dem Fuß steht.
Bis dahin lehne ich mich einfach ausgesprochen beruhigt zurück und harre der Dinge, die da mit Sicherheit nicht kommen (dazu müsste S.[eine] M.[ajestät] dann schon eine Statistik recht ordentlich fälschen. Aber auch dazu fällt mir nur ein: Ich glaube eigentlich nur Statistiken, die ich selber gefälscht habe). In diesem Sinne: ahoi!
Mag. jur. Dipl.-Psych. Alexander Drewes (LL.M.)
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Alexander Drewes schrieb am 02.02.2008, 13:26
(Teil 2 im Anschluss an Teil 1)
Sie schildern die Sachlage behinderter Menschen als ein Luxusproblem. Wie üblich irren Sie sich selbst in diesem Argumentationstopos. Die Einkommens- und Vermögensfreigrenzen (die übrigens durch die Schaffung des SGB XII - Sozialhilfe sogar nochmals abgesenkt worden sind) sind mittlerweile so niedrig, dass sie gerade mal geringfügig über der Grenze des Leistungsbezuges von Alg-II-Empfängern liegen.
Man kann Ihnen ja nicht einmal unterstellen, dass Sie Sozialneid schüren, sogar dazu sind Sie zu dumm. Dann müsste es sich bei behinderten Menschen, die im Leistungsbezug der Eingliederungshilfe sind (und um eben diese geht es im Rahmen eines Teilhabeleistungsgesetzes) regelmäßig um solche handeln, deren Einkünfte oder Vermögen so deutlich "über dem Durst" liegen, dass sie der Eingliederungshilfe gar nicht bedürftig wären. Und hier, genau hier, beißt sich ihre Argumentation in den Schwanz. Ach ja, ehe ich es vergesse. Im Gegensatz zu Ihnen kann ich meine Thesen durch verschiedene - wissenschaftlich fundierte - Unterlagen belegen, und zwar durchaus auch von Institutionen wie dem Deutschen Verein, der nun wahrlich nicht im Ruf steht, eine sonderlich Behinderten nahe Organisation zu sein. Mich hätte nur einmal interessiert, ob Sie tatsächlich nur Sau dumm daher schreiben können oder ob Sie sich in der Lage sehen, eine einzige Ihrer Thesen stichhaltig zu belegen (und zwar bitte nicht mit einer weiteren Ihrer Mogelpackungen a la "Das hat mir mein Großonkel vor fünfzehn Jahren mal erzählt").
(Ende von Teil 2, Teil 3 und Schluss im Anschluss)
Mag. jur. Dipl.-Psych. Alexander Drewes (LL.M.)
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Alexander Drewes schrieb am 02.02.2008, 13:22
Ich rate, nachdem ich mir nunmehr auch seinen (oder ihren) zweiten Beitrag zu Gemüte geführt habe, davon ab, auf die Argumentation von S.M. überhaupt noch einzugehen (obwohl ich es, man gibt ja immer wieder gerne den Gutmenschen, hier selber noch einmal tue).
Er (oder sie) macht das wirklich nicht ungeschickt, indem er (oder sie) mit einer tendenziell rechtsradikalen Volks demagogischen Leier versucht, jeglichen Teilhabeanspruch (und nichts anderes wäre ein Einkommens und Vermögens unabhängiges Leistungsgesetz) deswegen "ab zu würgen", weil es ja Haufen Weise nicht behinderte Menschen gäbe, die sich dann ein Leben lang dafür "ab strampeln" müssten, eine sodann "privilegierte" Gruppe zu subventionieren.
Dann müsste mir S.M. vielleicht einmal erklären, weshalb ich seit nunmehr 39 Jahren deswegen privilegiert sein soll, weil ich multipel schwerbehindert bin. Nach seiner Lesart kann ich ja offensichtlich auch noch etwas dafür, dass mir gesellschaftliche Teilhabe nur ausgesprochen rudimentär möglich ist (wo sie dies nicht ist, geht S.M. nun wirklich einen feuchten Dreck an. Wer nicht einmal in der Lage ist, mit vollem Namen zu unterschreiben, hat es auch nicht verdient, dass ich mich tatsächlich ernsthaft mit ihm auseinander setze).
Entweder ist S.M. von einem Sozial(hilfe)leistungsträger gedungen (und es liest sich nicht wirklich so, als könne er - oder sie - das sein, dazu ist die Argumentationslinie einfach zu eindimensional [z.B. ein Vertreter der BAGüS würde mehrdimensionaler argumentieren]) oder er (oder sie) ist genau die Art von dumm-dreistem Populisten, dass er uns hier auch durchaus den Haider machen könnte. Machen Sie mal los, S.M., damit könnten Sie mittlerweile - die NPD ist dafür scheint´s doch zu blöd - echt noch Stimmen einsammeln, wie gesagt: Sie machen das auf eine frech-dreiste Art und Weise, die aber einem nicht unbeträchtlichen Publikum vermutlich sogar aus dem Herzen sprechen wird.
Was aber nichts daran ändert, dass auch behinderte Menschen, genau wie Sie (nun ja, vermutlich sind Sie selbst ein verbitterter Alg-II-Empfänger, der bzw. die es halt - leider, leider - selbst im Leben nie zu etwas gebracht hat), das Recht auf gleichberechtigte Teilhabe nicht nur am Arbeitsleben (und schon da funktioniert das kaum, wie man dieser Tage wieder in der "FR" nachlesen konnte), sondern z.B. auch im Freizeitbereich haben. Oder möchten Sie tatsächlich dafür betteln müssen, wenigstens alle paar Wochen einmal ins Kino oder in eine Kneipe zu können, nur weil Ihr Sozialhilfeträger selbst hier bei Assistenzleistungen knausert? Nein, das möchten Sie sicher nicht, erdreisten sich aber, von behinderten Menschen exakt dies zu verlangen, wenn Sie aus eigenen Mitteln hierzu nicht in der Lage sind.
(Ende Teil 1, Teil 2 im Anschluss)
Mag. jur. Dipl.-Psych. Alexander Drewes (LL.M.)
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Gerd Frank schrieb am 30.01.2008, 07:01
Wer sich hier nicht mit Namen outet hat scheinbar was zu verbergen. Scheinbar kannst du nicht richtig lesen. Deine Art und Weise was du hier schreibst zeigt mir und vielen anderen im Forum das du überhaupt keine Ahnung hast. Weißt du überhaupt was eine Pflege stunde kostet. IIch würde dir mal raten erkundige dich mal bei einem Pflegedienst was eine Stunde kostet. Bei einer Rundumpflege kommt da eine ganz schöne Summe zusammen. Das du nun speziell die Dr hier kritisierst zeigt das du keinerlei Ahnung hast von der Materie. Selbst das Einkommen eines Dr. würde nicht ausreichen um eine Pflege ohne entsprechende staatliche HIlfe in Anspruch zu nehmen. Pflege kostet sehr viel Geld, dass weiß ich aus eigener Erfahrung. Eines ist hier jedem klar, du sollstest dich ersteinmal genau kundig machen wie hoch Pflegekosten eigentlich sind. In allem was du schreibst könnte man glatt vermuten das du neidisch bist wenn behinderte Menschen überhaupt Hilfen seitens des Staates bekommen. Deine Einstellung zeigt mir zumindest das du eine gewisse " Rechte Einstellung hast" Rundumversorgung im Altenheim z.B. Das ist doch echt lachhaft. Warst du überhaupt schon einmal in einem Heim und hast Dir genau den Arbeitsablauf angeschaut. So wie Du schreibst natürlich nicht. Deine Argumentation ist somit der reinste Schwachsinn. Die Leute die dich hier kritisieren wissen genau von was sie reden. Auch ich wünsche Dir mal schwerstbehindert zu sein. (Eigentlich wünsche ich es ja Keinem, aber bei Dir mache ich ebenso eine Ausnahme) Ich nehme dann an Du wärst der 1. der nach staatlicher Hilfe schreit. Eines sollte Dir klar sein das Forum ist nicht dazu da deinen Frust abzuladen, wenn Du mit deinem Leben nicht klarkommst.
S M schrieb am 30.01.2008, 05:47
So, jetzt will ich mich auch mal wieder melden. Ich freue mich, dass ich hier so eine lebhafte Diskussion starten konnte. Allerdings wäre es begrüßenswert, wenn man mehr sachliche Argumente bringen würde, statt lediglich mit Beleidigungen um sich zu werfen.
Außerdem wäre es vorteilhaft, einen Beitrag auch richtig zu lesen.
Ich habe nicht geschrieben, dass behinderte Menschen keine Leistungen erhalten sollen. Sie sollen die Leistungen erhalten, die sie brauchen und die ihnen zustehen. Aber sie müssen auch bereit sein, im Rahmen ihrer Möglichkeiten dazu beizutragen.
Interessanterweise sind es ja meistens die finanziell besser gestellten Angehörigen (häufig die mit dem Dr.-Titel vor dem Namen), die am lautesten nach Leistungen schreien und am wenigsten bereit sind, auch selbst beizutragen. Da lässt man die Solidargemeinschaft jahrelang zigtausende von Heimkosten zahlen, und dann werden die behinderten Kinder noch enterbt bzw. ein sog. Behindertentestament errichtet, nur damit das Sozialamt ja nichts zurückbekommt. DAS ist zutiefst unsozial, aber typisch für diese Gruppe von Leuten. Wer sich hier angesprochen fühlt und jetzt laut rausbellt, muss selber wissen warum.
Politiker, die fordern, dass solche Leistungen in Milliardenhöhe ohne Einsatz von eigenem Einkommen und Vermögen erbracht werden sollen, fordern das doch nur deshalb, weil sie in der Opposition sind und wissen, dass sie keine Chance haben, das durchzusetzen. Aber sie können sich so bei einer Wählergruppe profilieren und beliebt machen. Das sollte man schon durchschauen und nicht blind hinterher rennen.
Diese Forderung, Leistungen unabhängig v.a. von Vermögen zu erbringen, ist angesichts der wirtschaftlichen Lage unseres Landes in der Öffentlichkeit nicht vermittelbar. Dafür gibt es zu viele Leute, die sich ein Leben lang abstrampeln, nur um die Miete zahlen zu können, und die nicht einen großen Teil ihres Geldes in Form von Steuern an eine dann privilegierte Gruppe spenden wollen. Das sind nunmal Fakten, das ist Realität.
Was man sich vorstellen könnte, wäre eine höhere Vermögensfreigrenze, z.B. von 15.000 EUR bei ambulanten Leistungen. Das würde sicherstellen, dass nicht jemand seine Altersvorsorge aufgeben muss, wenn er mal für ein Jahr betreutes Wohnen o.ä. braucht.
Im zweiten Abschnitt von meinem ersten Kommentar habe ich einige Gründe aufgezeigt, warum wir bisher nicht wesentlich von der vollstationären Unterbringung abgekommen sind. Auch das sind nur Fakten. Es liegt nicht daran, dass es keine alternativen Angebote gäbe. Es gibt sie schon lange, und es wird evtl. zukünftig noch mehr Angebote im Rahmen des persönlichen Budgets geben, falls die großen Einrichtungen sich darauf einlassen, mehr Einzelleistungen anzubieten anstelle des bisherigen großen Pakets der vollstationären Unterbringung.
Also bitte: zurück auf den Boden der Realität kommen.
Karin Kestner schrieb am 29.01.2008, 08:32
Lieber Alex, immer wieder lese ich Beiträge auch in anderen Foren wie von diesem anonymen Deppen, frage mich immer, ob ich antworten soll....??
Ich danke dir für deine Beiträge, herzerfrischend und mir ein Lächeln auf das Gesicht zaubernd.
Liebe Grüße um die Ecke
Karin
Petra Nöhre schrieb am 27.01.2008, 16:34
"Die behinderten Menschen, die heute in einer Einrichtung leben, wollen dort auch bleiben, sie wollen nicht in einer eigenen Wohnung selbst Verantwortung übernehmen."
Das stimmt nicht, ok einige wollen nicht aus den Einrichtungen raus am Anfang, weil sie Angst auf einmal nicht mehr diese Rundumversorgung zu haben. Ist ja auch bequem, alles aus der Hand genommen zu bekommen. Aber auch in den Heimen werden die Menschen mit Behinderung zum Glück immer selbstbewusster und wagen den Schritt ins ambulant Betreute Wohnen.
"Und auch den Angehörigen ist es so lieber, weil sie dann weniger Aufwand haben."
Zum Glück ist es heute nicht mehr so, dass nicht mehr alle Angehörigen der Ansicht sind, die einzige Wohnmöglichkeit für mein Kind mit Behinderung ist das Heim. Es gibt viele Eltern die nach alternativen Wohnmöglichkeiten suchen oder sie sogar selber schaffen, dies ist auch gut so, da die Heimstrukturen noch weit weg von einen selbstbestimmten Leben sind.
Gerd Frank schrieb am 27.01.2008, 11:38
war ich, dass ich im ersten Satz das Wort las vergas sowie im letzten das wort nicht (hinnehmen) Vielleicht sollte ich damit besser umgehen, aber mir fällt es verdammt schwer zu schweigen wenn "Rechtsradikale Populisten " gegen diesen Schwachsinn den sie laufend von sich geben die Klappe zu halten. Die sollen schließlich nicht glauben ich hätte Angst vor diesen unsäglichen Schwachköpfen. Was ich mit Diesen am liebsten machen möchte, darüber schweige ich lieber, aber jeder mit Menschenverstand kann es sich wohl denken.
Gerd Frank schrieb am 27.01.2008, 08:50
Als ich den Leserbrief von diesem Rechtsppulisten war ich echt wütend, solch unsäglichen Schwachsinn zu lesen. Sie haben genau die richtigen Worte gefunden. Aber wie Sie ja schon schrieben das ist ein Dummkopf. Danke das sie mich beruhigt haben, wir müssen solchen hirnlosen Idioten Parolli bieten, ansonsten glauben die Schwachköpfe noch wir behinderten Menschen sind doof. Wir müssen uns wehren gegen solche haltlose populistische rechte dümmliche Propanda. Wir können/ dürfen solchen Schwachköpfen ohne Gegenwehr solch dämliches Gelaber so einfach hinnehmen.
Mit freundlichen Gruß
Gerd Frank
Alexander Drewes schrieb am 26.01.2008, 23:57
(Fortsetzung Überschrift) ..., das aber gut angelegt ist
(Teil 3 und Schluss)
Der Vergleich der angeblich zur finanziellen Leistung fähigen Behinderten gegenüber nicht behinderten Menschen, die "am Existenzminimum herum krebsen" ist an Schäbigkeit nicht mehr zu überbieten und zeigt, mit welcher Perfidie Sie in Wahrheit argumentieren, nämlich die einen Leistungsempfänger gegen die anderen aus zu spielen. Das ist dermaßen erbärmlich, dass das selbst die politische Rechte in Deutschland in den letzten Jahren nicht mehr gewagt hat. Sie stehen also - zum Glück - auch in Ihrer Hetzkampagne weitgehend alleine da.
Dass mit einem Teilhabeleistungsgesetz gerade ein Nachteilsausgleich gegenüber der bisherigen diskriminierenden Leistungsgesetzgebung der Eingliederungshilfe geschaffen werden soll, kann ein intellektueller Schmalhans wie Sie - natürlich - nicht nachvollziehen, wie könnte es auch anders sein.
Eigentlich sollte man mit jemandem wie Ihnen überhaupt nicht versuchen, ins Gespräch zu kommen (da Sie vermutlich eh einfach zu dämlich sind, um überhaupt diskutieren zu können). Diesen Beitrag habe ich auch nur deswegen abgesetzt, weil ich der Ansicht bin, dass, wenn Ihnen hier ein Forum für Ihren Schwachsinn gegeben wird, man darauf wenigstens Kontra geben muss, um aufzuzeigen, dass und _wie_ alleine Sie eigentlich mit Ihren Phrasen stehen.
Ich neige ansonsten wirklich nicht dazu, jemandem zu wünschen, er möge irgendwann selber behindert werden, damit er, wenn er auf Leistungen der Eingliederungshilfe tatsächlich angewiesen ist, bei Ihnen mache ich dann einmal eine Ausnahme.
Grußlos, weil man Stumpfsinn nicht grüßen kann,
Mag. jur. Dipl.-Psych. Alexander Drewes (LL.M.),
Drewes.Alexander@web.de
Alexander Drewes schrieb am 26.01.2008, 23:55
(Fortsetzung Überschrift) ..., das aber gut angelegt ist
(Fortsetzung von Teil 1)
Tatsächlich steigen die Kosten der Eingliederungshilfe in der Hauptsache neben dem Zunehmen der schieren Fallzahlen aber deswegen, weil sich viele Leistungsträger nach wie vor keinen Millimeter in Richtung "ambulant vor stationär" bewegen. Hier hat der Ansatz des SGB IX bislang weitgehend versagt.
Wer Ihnen allerdings den Blödsinn ins Hirn geblasen hat, diejenigen Menschen, die in Einrichtungen lebten, wollten dies auch prinzipiell in Zukunft tun, bleibt wohl Ihr Geheimnis.
Auch die These, in einer Einrichtung sei der behinderte Mensch (und durchaus nicht sein Angehöriger, wie Sie dummzuschwallen belieben) rundum versorgt, ist natürlich vielfach absoluter Blödsinn, wie ein Pflegeskandal nach dem anderen in diesem Land eindrücklich nachweist.
Natürlich gibt es mittlerweile - von der Behindertenbewegung in schweren Kämpfen gegen die Träger von stationären Einrichtungen erkämpft, die dadurch, natürlich, Arbeitsplätze in ihren eigenen Häusern gefährdet sehen - auch Möglichkeiten für behinderte Menschen, teilambulant oder völlig autonom zu leben. Dass dies jedoch die Regel sei, wie Ihr beitrag insinuiert, ist einfach Schwachsinn. Auch hier wollen Sie, wie zu sämtlichen anderen Thesen Ihres Beitrages, doch bitte einfach statistische Belege beibringen. Sie werden keine einzige Ihrer Thesen belegen können, weil Ihr gesamter Beitrag auf Lug und Trug fußt.
Ihr ganzer Beitrag lässt dem Grunde nach nur die Schlussfolgerung zu, dass Sie entweder von einem Heimträger gedungen sind, hier einen solchen fachlich völlig an der Sache vorbei gehenden Beitrag zu schreiben oder dass Sie tatsächlcih ein rechtsradikaler Dummkopf sind oder dass Sie schlicht und einfach doof sind.
(Ende von Teil 2, Teil 3 und Schluss im Anschluss)
Mag. jur. Dipl.-Psych. Alexander Drewes (LL.M.),
Drewes.Alexander@web.de
Alexander Drewes schrieb am 26.01.2008, 23:52
(Fortsetzung Überschrift) ..., das aber gut angelegt ist
Sehr geehrte/r Herr/Frau S.M.,
da Sie ja offenkundig zu denjenigen zählen, die alles wissen, sei Ihnen ins Stammbuch geschrieben: Sie haben mit jedem Ihrer Sätze Unrecht! Zudem zeigen Sie durch Ihren beinahe Hass erfüllten Beitrag überdeutlich, dass Sie a. völlig inkompetent sind, b. sich - was die Inkompetenz ja wohl bedingt - mit dem Thema Eingliederungshilfe offenkundig noch nie intensiver auseinander gesetzt haben und c. wirklich jedes dümmliche Klischee hier ausbreiten, dass auch im politischen Diskurs gerne verwendet wird, um ein Umsteuern von Eingliederung in Teilhabe möglichst langfristig zu verhindern.
Ein Teilhabeleistungsgesetz, wie es die Behindertenbewegung seit Jahren fordert, ist keineswegs zwangsläufig teurer als die momentan von Einkommen und Vemögen abhängige Eingliederungshilfe. So hätte der Bund nicht ein Flächen deckendes Persönliches Budget beschlossen, wenn er nicht - neben dem relevanten Topos der Selbstbestimmung behinderter Menschen auch im Sozialleistungsbereich - davon ausgegangen wäre, dass ein Persönliches Budget mittel- bis langfristig mindestens Kosten neutral, wenn nicht Kosten senkend wirken würde.
Dass die Eingliederungshilfe tatsächlich den größten Posten im Bereich der Sozialhilfe ausmacht, hat zwei wesentliche Ursachen: es gibt ca. 10% behinderte Menschen in Deutschland, die einen theoretischen Anspruch auf Teilhabeleistungen haben. Dass allerdings ausgerechnet durch die Eingliederungshilfe "die Haushalte bis zum Limit" belastet würden, ist eine Fama, die Sie dann einmal konkret belegen müssten. Daneben: Von welchen Haushalten schreiben Sie? Von Ihrem Privathaushalt? Ich finde es immer ausgesprochen lustig, wenn gerade inkompetente Menschen wie Sie permanent so tun, als müssten sie jegliche Sozialleistung aus eigener Tasche bezahlen. Dass Sie nicht behindert, sondern allenfalls ein rechtspopulistischer Hetzer sind, erkennt man schon daran, dass Sie sogar zu feige sind, sich hier zu outen und zudem nicht einmal den Versuch unternehmen, auch nur eine einzige Ihrer schwachsinnigen Thesen zu belegen.
In der Tat existiert das Problem, dass durch die zunehmende Überalterung dieser Gesellschaft die Kostenbelastung für die bisherige Eingliederungshilfe noch deutlich steigen wird, insonderheit, was die Gruppe der Menschen mit Lernbeeinträchtigungen betrifft (und das ist gut so, dass auch diese Menschen zunehmend älter werden!).
(Ende von Teil 1, Teil 2 im Anschluss)
Mag. jur. Dipl.-Psych. Alexander Drewes (LL.M.),
Drewes.Alexander@web.de
Jens Merkel schrieb am 24.01.2008, 10:22
Werte Frau oder Herr S.M.,
also erstes sollten Sie sich mit ihrem vollständigem Namen outen, oder sind Sie zu feige dazu?
Als zweites möchte ich ihnen sagen, das IHRE Forderungen realitätsfern sind!!! Sie kennen wahrscheinlich nicht die Wünsche vieler Behinderter, die ein ganz normales Leben (wie auch Sie) leben wollen und das in ihren eigenen vier Wänden!!! Auch gibt es viele Menschen mit Behinderungen, die sich ein Leben OHNE BARRIEREN in der Gesellschaft wünschen, und da gehören nun mal auch bestimmte Nachteilsausgleiche dazu, die aus der Eingliederungshilfe zu finanzieren sind. Und dass sich nun endlich Politiker daran machen, die Gesetze zur Eingliederungshilfe nach den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen zu ändern, das zeigt mir, dass der Kampf für ein integriertes Leben von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft sich lohnt!! Aber eins muss auch klar sein: UM AUCH DIE FORDERUNGEN DER BETROFFENEN (die übrigens die besten Anwälte ihrer Klientel sind) MUSS DIESER KAMPF ERHÖHT WERDEN!!!
Zum Abschluß möchte ich ihnen noch eine Frage stellen:Würden Sie ihre Angehörigen auch ins „Heim“ abschieben, wenn diese pflegebedürftig sind?? Wenn Sie diese Frage mit „ja“ beantworten, dann möchte ich sie weiter fragen, wie es Ihnen gehen würde, wenn SIE pflegebedürftig werden, in ein „Heim“ abgeschoben und Sie den ganzen Tag die weiße Decke anschauen und ab und zu mal einen Schluck aus der Schnabeltasse bekommen, wenn denn die diensthabende Schwester mal Zeit hat???
Jens Merkel
Vorsitzender des Muldentaler Assistenzverein e.V., Grimma und
Vorstandsmitglied vom ForseA e.V.
Cordula Müller schrieb am 24.01.2008, 09:48
Das finde ich sehr traurig, zu schreiben, es sei praktisch, die Menschen mit Handicap in Einrichtungen unterzubringen. Ich werde , so lange es mir möglich ist, dafür sorgen, dass unser Sohn nie abgeschoben wird, wenn er später in seinem Leben nicht zurecht kommen wird.Sicher mag der ein oder andere froh sein, dass es solche Abgabestellen gibt, weil keine Kraft für Pflege des Angehörigen mehr vorhanden ist. Aber man stelle sich einfach mal vor, bei einem Verkehrsunfall mit Folgen selber "behindert" zu sein. Will man da dann im Heim untergebracht werden oder wäre es menschlicher, alle Bedingungen zuhause so zu schaffen, dass man in seinen eigenen 4 Wänden bleiben darf????? Sicher verschlingt die Eingliederungshilfe Geld- aber man könnte Einiges sparen, wenn die Sozialämter auch mal Rechnungen überprüfen würden. Bei uns gab es seit August noch keine!! Abrechnung des ... , die für die Schulbegleitung ausgestellt wurde, die richtig war. Da wir in Vorkasse treten mussten, konnten wir nachweisen, dass etliche Stunden auf dem Beleg garnicht geleistet wurden. Hätten wir das nicht jedes!! Mal korrigiert, das Sozialamt hätte nicht!! nachgeprüft. Wenn ein Mensch nicht sagen kann, was bei ihm geleistet wurde, kann die bewilligte Zeit einfach abgerechnet werden. Da geht Geld verloren, aber nicht an der Eingliederungshilfe selbst. Da wird nämlich geprüft bis zum Umfallen.
S. M schrieb am 24.01.2008, 07:23
Ich würde mir wünschen, dass nicht immer Leute über Dinge reden, von denen sie in der Praxis nichts wissen. Die Forderung, die Eingliederungshilfe unabhängig vom Einkommen und Vermögen zu gewähren ist völlig realitätsfern. Die Eingliederungshilfe verschlingt Milliarden und belastet bereits jetzt die Haushalte bis zum Limit. Und es kann auch nicht sein, dass Menschen mit Geldvermögen Leistungen erhalten, während Nichtbehinderte am Existenzminimum herumkrebsen. Nichts gegen einen Nachteilsausgleich, aber es gibt keinen Grund, behinderte Menschen besser zu stellen als Nichtbehinderte.
Es stimmt auch nicht, dass es keine Angebote für behinderte Menschen zum Wohnen in der eigenen Wohnung gäbe. Die behinderten Menschen, die heute in einer Einrichtung leben, wollen dort auch bleiben, sie wollen nicht in einer eigenen Wohnung selbst Verantwortung übernehmen. Und auch den Angehörigen ist es so lieber, weil sie dann weniger Aufwand haben. In der stationären Einrichtung ist der Angehörige rundumversorgt. Für alle praktisch. Und der Steuerzahler zahlt ja.
Cordula Müller schrieb am 23.01.2008, 06:04
16 Punkte, die jeden Menschen mit Handicap ein Schritt näher ans" normale" Leben bringen. Was darf sich denn gewünscht werden? Was darf gewählt werden? Darf sich ein Kind mit Handicap seine Schule wählen? Darf man wählen, wer dann die Schulbegleitung übernehmen soll? Darf ich mir als Mutter wünschen, dass es endlich eine Stelle!!!!! geben wird, die all das beantworten kann? Werde ich dann nicht mehr abgewimmelt? Wie wäre es, wenn endlich die Ratifizierung der UN Konvention vorangetrieben würde anstatt immer nur über kleine Schritte zu debattieren? Aber der Anfang ist wohl bei einigen Parteien gemacht. Eins steht ja fest. Irgendwann wird es Wahlen geben. Und wenn man dem Einsatz einiger Politiker glauben darf, ist klar, dass man sich viele Wähler schaffen kann ,wenn man auf bestimmte Ziele hinaus will. Nur das Misstrauen bleibt trotzdem. Zu oft wird man als Mutter eines Kindes mit Handicap an die Wand gestellt.