Oldenburg (kobinet) Als einen Beitrag zum europäischen Jahr des interkulturellen Dialoges versteht sich das EU-Projekt "All inclusive", an dem der Verein Ibis als interkulturelle Arbeitsstelle in Oldenburg beteiligt ist. Wie kobinet von Constanze Schnepf erfuhr, arbeiten in dem Projekt noch fünf weitere Institutionen aus Österreich, Belgien, Bulgarien, Italien und Polen mit. Das EU- Projekt zur interkulturellen Öffnung der Behindertenhilfe befasst sich mit der doppelten Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung.
Durch den erschwerten Einstieg in das System der Behindertenhilfe kommt es im Vergleich zum jeweiligen Standard der EU-Länder häufig zu einer späteren und schlechteren Versorgung von MigrantInnen, so Schnepf. Zum Einen existiert noch keine hinreichende Vernetzung zwischen den Selbsthilfeorganisationen, zum Anderen ist die Behindertenhilfe in den meisten europäischen Ländern sehr komplex und bürokratisch strukturiert und daher für zugewanderte Menschen sehr schwer zu durchschauen. Ein weiterer Aspekt, der zur Ausgrenzung beiträgt sind Kommunikationsschwierigkeiten und mangelnde Kenntnisse über soziale und kulturelle Hintergründe, die das Behinderungsverständnis ebenso prägen wie individuelle Erfahrungen und Ansichten.
Das interkulturelle barrierefreie Modell unterstützt die Behindertenhilfe dabei, Barrieren innerhalb der eigenen Institutionen zu erkennen und zu beseitigen. Dies soll durch diverse Maßnahmen umgesetzt werden, die von unterschiedlichen Einrichtungen der jeweiligen Partnerorganisationen des EU-Projektes übernommen werden.
In Deutschland entwickelt die Interkulturelle Arbeitsstelle in Oldenburg ein Training zur interkulturellen Öffnung der Behindertenhilfe und führt einen Probelauf im Herbst durch. Ein im Verlaufe des Projekts entwickeltes Handbuch soll ermöglichen, gewonnene Erkenntnisse auf Einrichtungen in der Behindertenhilfe zu übertragen, die sich ebenfalls interkulturell öffnen möchten. sch