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kobinet-nachrichten 24.01.2008 - 11:20
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TSV Aichach schließt behinderten Sportler aus

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Aichach (kobinet) Heute Abend berichtet die Fernsehsendung "Quer" über Ferdinand Federlin, der nicht mehr an den Trainingsstunden der Ringer beim TSV Aichach teilnehmen darf. Hintergrund: Ferdinand Federlin lebt mit dem Down-Syndrom. Der Beitrag wird um 20.15 Uhr im Bayerischen Rundfunk gesendet.

Aufmerksam auf das Verhalten des Sportvereinsvorstandes wurde der Sender durch einen Bericht in der TAZ.

Den Ausschluss ihres 12-jährigen Sohnes kann Magdalena Federlin nicht nachvollziehen. Schließlich hat sie sich selbst als zahlendes Mitglied über 20 Jahre im Sportverein eingebracht. Nachdem Ferdinand von Training ausgeschlossen wurde, hat sie die Mitgliedschaft gekündigt. Dies nimmt der Vereinsvorstand zum Anlass zu behaupten, als Nichtmitglied dürfe er Ferdinand gar nicht mitturnen lassen… elba
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Christian Seifert schrieb am 18.03.2008, 14:55

Lachhaft Teil 2

Vielleicht ist der Verein in seiner Struktur nicht darauf eingestellt Behinderte Menschen zu integrieren, diese Kritik kann man durchaus anbringen. Ein gutes gegen Beispiel ist ja eben die Integrative Gruppe, aus Friedberg, die so schön von Quer erwähnt wird. Doch muss ich dem Verein recht geben, auch wenn sie meinen es sind politische Statements, dass einfach die Bedingungen für Übungsleiter und Kinder noch nicht gegeben sind um allen gerecht zu werden. Doch diese Polemisierung des ganzen, Sportverein schließt Behinderte aus, ist doch etwas übertrieben, finden sie nicht? Wie ich erwähnt habe, kommen solche Worte sicher von Leuten die absolut keine Ahnung haben wie es in so einem Verein aussieht und das eben auch schon Schritte im Verein unternommen worden sind um diese Mängel zu beheben.
Mein Vorschlag ist hier nicht den Zeigefinger zu erheben und Diskussionen über Diskriminierungen von Behinderte zu entfachen wo gar keine sind, vielmehr muss man weiter Denken und Möglichkeiten suchen um diese fehlenden Strukturen zu schaffen um ALLEN Menschen gerecht zu werden.

Christian Seifert schrieb am 18.03.2008, 14:53

Lachhaft Teil 1

Nun Herr Frank, zu ihren ersten Punkt muss ich ihnen recht geben. Ich habe zwar mit keinem Wort behauptet, dass die Integration, so wie sie ist, perfekt ist, doch können sie nicht von der Hand weisen, dass eine starke Verbesserung in den letzten Jahren zu bemerken ist, auch wenn diese bei weitem nicht den Bedürfnissen entsprechen um einem guten Zusammenleben gerecht zu werden. In diesem Punkt bin ich völlig ihrer Meinung und vielleicht habe ich das unglücklich formuliert.
Doch ihre andere Kritik, dass ich „Behinderte Menschen für doof halte“ kann ich in absolut keiner Weise nachvollziehen? Wie kommen sie denn auf diesen Gedanken? Ebenso dass ich behinderte Menschen für begrenzt integrationsfähig halte ist auch völlig daneben und habe ich nicht behauptet!
Ich bin mir, durch meine Erfahrung durchaus bewusst, dass eine Integration von Behinderten absolut möglich ist, aber vorerst „Fürsorgegedanke“ hin oder her, dass Personal muss einfach geschulter sein um eine gute Betreuung aller zu ermöglichen und es müssen auch die äußeren Bedingungen dazu stimmen. Ob sie das nun für Schwachsinn halten oder nicht, es ist einfach eine Tatsache. Wenn sie in einer Halle stehen wo sie alleine 20-30 Kinder zu betreuen haben (wie es in unseren Sportvereinen der Fall ist), dazu noch mit großen Unterschieden in der motorischen Begabung, dann können sie auf keinem Fall den Kinder gerecht werden. Kommt noch dazu, wenn sie „Behinderte“ Kinder haben, die leider Gottes in ihrer motorischen Fähigkeit noch mehr eingeschränkt sind, dann reicht die übliche Betreuung einfach nicht aus. Passiert dann irgendein Unfall, egal welcher Art, dann nehme ich an, sind es doch genau Menschen wie sie, die den Finger erheben und schuldige suchen. Denn als Übungsleiter habe ich die Verantwortung über die Kids und ich will ja auch nicht, das irgend jemanden etwas passiert. Ich kann es sehr gut verstehen wenn sie den „Fürsorgegedanken“ zu den Akten legen wollen und endlich diese Barrieren aus den Köpfen der Menschen zu bringen, und ich bin da durchaus ihrer Meinung, aber sie dürfen einfach nicht die Fakten übersehen die gerade dieses Beispiel zeigt.

Gerd Frank schrieb am 30.01.2008, 23:06

Echt lachhaft

Herr Seifert was Sie davon sich geben. Integration wird vorangetrieben gerade behinderten Kindern gegenüber. Wer hier die Augen verschließt sind eindeutig Sie. Wenn behinderte Kinder in eine Regelschule gehen dürfen, dann letzendlich weil Eltern sich durchsetzen, dass ihr Kind die gleichen Chancen hat wie ein Nichtbehindertes. In der Realität sieht es meist noch anders aus. Genau das sie auch die dämlichen Ausreden die der Verein an den Tag legt.
Wer verschließt also die Augen, (????) weil sie auch diese für mich nicht nachvollziehren Argumente vorbringen, wie einige Politiker. Man könnte nun glatt glauben sie halten behinderte Menschen für doof. Behinderte Menschen wären nur begrenzt Integrationsfahig. Behinderte Menschen brauchen besondere Fürsorge. Ich persönlich halte das für vollkommenen Schwachsinn. Dieser dämliche Fürsorgegedanke sollte gerade im 21.Jahrhundert endlich zu den Akten gelegt werden.

Christian Seifert schrieb am 30.01.2008, 19:09

TSV Aichach schließt behinderten Sportler aus

Sehr geehrte Damen und Herren,
da ich in Aichach seit 11 Jahren im TSV Verein Basketball spiele, ging mir dieser Bericht von Quer sehr zu Herzen. Bei weiteren Recherchen zu dem Thema stieß ich auf diese Seite. Ich muss ihnen vollkommen recht geben in dem Punkt das Behinderte Menschen verstärkt integriert werden müssen, gerade auch im Sportverein der eine gute Basis für soziale Knotenpunkte bietet. Ebenso wie im schulischem Bereich. Doch wer hier von einem Rückschritt schreibt oder gar einen kommen sieht, der läuft leider mit verschlossenen Augen durch die Welt. In einer Zeit in der durch integrative Schulen und behindertengerechte Bauwerke ect. die Integration mehr als den je vorangetrieben wird. Auch wird wieder deutlich das sich viele Menschen von einer einseitigen Berichterstattung, wie es leider hier vorliegt (der ansonsten sehr guten Sendung), geblendet werden und sich keinerlei Gedanken über die Hintergründe machen. Das fressen der Diskriminierung liegt hier wieder auf dem Präsentierteller! Es werden sogar Gesetzesartikel zitiert, dass wieder beweist das es wieder einmal nur um das Recht und nicht um das Kind geht. Ich konnte den Fall auch in Aichach verfolgen, sowie die Versuche die unternommen wurden...davon wurde nichts erwähnt. Ebenfalls nicht, das eine integrative Gruppe initiiert wurde, die diese gewisse Dame aber strikt ablehnte. Ich kann es verstehen, denn sie wünscht sich für ihr Kind eine Umgebung in einem "nicht behinderten" Kontext was eigentlich auch gut wäre aber dennoch braucht man das nötige Personal und knowhow. Ich habe selbst mehrere Jahre Erfahrung in der Jugendarbeit, sei es bei den Pfadfindern oder im Sport. Eines ist gewiss, es ist viel Verantwortung! Auf der anderen Seite muss man sich auch Fragen wie es den anderen Kindern geht....hier wird auf das Recht und Wohl eines Kindes wert gelegt. Doch wie geht es den anderen 15 oder 20 Kinder? Kann ich ihren Bedürfnissen noch gerecht werden da es ohnehin schon schwer ist die Leistungsniveaus auch motorisch begabterer auszugleichen. Die Übungsleiter sind definitiv überlastet und überfordert mit dieser Situation und man muss schauen ob es ALLEN dabei gut geht. Die Frage ist auch ob es für das Kind auch gut ist immer zu merken das es motorisch noch nicht mithalten kann...oder nur für die Mutter?
Längerfristig muss dieser Schritt der Integration kommen doch müssen dann auch Ehrenamtliche Übungsleiter dafür ausgebildet werden und mehr Raum/Hallenzeiten geschaffen werden um in kleineren Gruppen besser auf die Kinder einzugehen.

Sibylle Hausmanns schrieb am 28.01.2008, 12:35

Kind unter Kindern

Da wir es hier mit einem Kind zu tun haben, schauen wir mal, was die UN-Kinderrechtskonvention im Artikel 31 dazu sagt:
Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Ruhe und Frieden an, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben.
Die Vertragsstaaten achten und fördern das Recht des Kindes auf volle Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben und fördern die Bereitstellung geeigneter und gleicher Möglichkeiten für die kulturelle und künstlerische Betätigung sowie für aktive Erholung und Freizeitbeschäftigung.
Artikel 2 sichert alle diese Rechte Kindern ohne Diskriminierung z. B. wegen Behinderung zu. Auch im Sozialgesetzbuch IX steht in § 4:
Leistungen für behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder werden so geplant und gestaltet, dass nach Möglichkeit Kinder nicht von ihrem sozialen Umfeld getrennt und gemeinsam mit nicht behinderten Kindern betreut werden können.
Das kann doch nur heißen, dass Kommunen verpflichtet sind, die Förderung z. B. von Sportvereinen an die Bedingung zu knüpfen, dass die Angebote diskriminierungsfrei zur Verfügung stehen. Und das schon jetzt - bevor die Konvention über die Rechte behinderter Menschen ratifiziert ist. Wir sollten den Entscheidern auf die Füße treten, damit alle Kinder das Recht bekommen, ein Kind unter Kindern zu sein.

Rocky . schrieb am 25.01.2008, 12:16

Gästebuch


Gestern Abend lief der Beitrag über Ferdinand Federlin. Wer ihn nicht sehen konnte, kann das im Internet nachholen (www.br-online.de/kultur-szene/quer/aktuell/).

Wer dem Vorstand des TSV Aichach gegenüber per Internet seine Meinung äußern will, wird enttäuscht, denn der Verein hat jetzt sein Gästebuch geschlossen.

Wer der Stadt Aichach seine Meinung darüber kundtun möchte, was für einen Verein diese in ihren Reihen hat, wird ebenfalls enttäuscht: Auch die Stadt Aichach hat seit heute ihr Gästebuch "versteckt".

Übrigens steht auf der Seite des Stadtverbandes der Sport- ujnd Schützenvereine folgendes Motto ""Verbunden werden auch die Schwachen mächtig." Friedrich Schiller (siehe www.aichach.de/Vereine/home2.html)

Gerd Frank schrieb am 25.01.2008, 09:12

Rückschritt??

Manchmal kommt es mir vor behinderte Menschen werden im 20.Jahrhundert gern als Fußabtreter genutzt. Vereine die so mit behinderten Menschen umgehen sollte, das eV. entzogen werden. Es kann nicht sein das so ein Verein noch staatliche Fördermittel bekommt. Für mich entsteht langsam der Eindruck, dass behinderte Menschen immer weniger ernst genommen werden. Fazit: Behinderte Menschen dürfen solche Sauereien nicht einfach hinnehmen, sondern sollen/müssen sich dagegen wehren. So kann es auf jedenfall nicht weitergehen.

Richard Auernheimer schrieb am 25.01.2008, 01:54

AGG anwenden

Der Sportverein schließt den Vertrag über die Mitgliedschaft, den er allgemein anwendet, wegen der Behinderung nicht ab. Ich sehe darin ( kein Zugang zu Dienstleistungen, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen . . . § 2 Abs. 1 Ziff. 8) einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.
Dies sollte von der Antidiskriminierungsstelle geprüft werden.
Mit freundlichen Grüßen
Richard Auernheimer

Max Bleif schrieb am 24.01.2008, 14:38

Sport nicht für alle zugänglich?

Nicht nur auf internationaler Ebene scheint es noch nicht angekommen zu sein, dass sich behinderte Sportler mit nichtbehinderten messen wollen, siehe den Fall des "Stelzen"-sprinters Oscar Pistorius, der nicht bei den olympischen Spielen starten darf, sondern es scheint auch mit der sportlichen inclusion behinderter Menschen, und gerade Kindern, in der bayerischen Provinz Probleme zu haben. Ich hoffe, dass das nicht einen insgesamten Rückschritt für die Behindertenbewegung zur Folge haben wird.

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