
Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl
Hamburg (kobinet) Für die interaktiven Möglichkeiten im Internet interessieren sich immer mehr auch Menschen mit Behinderungen. Einer von ihnen ist der Hamburger Andreas Bemeleit, diplomierter Informatik-Betriebswirt, berentet, 45 Jahre alt. Eine Liste mit den Behindertenparkplätzen in der Hansestadt hat er auf www.zwischenzeit.de in einem Stadtplan zum Anklicken anschaulich gemacht.
Auf den ersten Blick war das auch für den mit movado und mobidat erfahrenen Berliner eine interessante Lösung, Informationen über Barrierefreiheit an den Mann oder die Frau zu bringen. Weiter beim Surfen auf dem Stadtplan fiel auf, dass am renommierten berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Hamburg in Boberg an der Bergedorfer Straße nicht ein einziger Behindertenparkplatz verzeichnet war.
Die verwendete Liste des Gleichstellungskoordinators des Hamburger Senats stammt vom April 2004. Seitdem wurde sie nicht mehr aktualisiert. "Dieses Problem ist nur mit Hilfe von Betroffenen zu lösen", meinte Andreas Bemeleit am Telefon gegenüber kobinet. "Aktuelle und genau überprüfte Informationen sind wichtig, um online eine Orientierungshilfe bieten zu können", so der Hamburger, der selbst einen Rollstuhl nutzt.
Gegenwärtig arbeitet Andreas Bemeleit an einem Online-Stadtführer "Hamburg barrierefrei". Sein Projekt könnte mit einem von Experten in eigener Sache getragenen Forum zur Kritik gastronomischer Einrichtungen verbunden werden. Die Zukunftsmusik klingt gut. Viele Musikanten, die wirklich mit Spaß und Elan mitspielen wollen, sind gefragt. Über ihre Aktivitäten würde ein Nachrichtendienst wie kobinet sicherlich gern weiter berichten.