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05.02.2008 - 09:06

Drachenläufer - Romanverfilmung im Kino.

Von kobinet-Korrespondentin Anke Glasmacher

Berlin (kobinet) Seit 17. Januar läuft die Verfilmung des Romans "Drachenläufer" von Khaled Hosseini in den deutschen Kinos. "Drachenläufer" erzählt die Geschichte zweier befreundeten Jungen im Afghanistan kurz vor der sowjetischen Besatzung. Es ist auch eine Geschichte über Zivilcourage, Mut und Selbstachtung.

Nachdem die Mutter bei der Geburt starb, leben Baba (Homayoun Ershadi) und sein Sohn Amir (Zekiria Ebrahimi) in einem großen Anwesen in Kabul zusammen mit dem Diener Ali (Nabi Tanha) und seinem Sohn Hassan (Ahmad Khan Mahmoodzada). Es sind die 1970er Jahre, Zeit des Wohlstands, des reichen Handels und einer liberalen westlichen Lebenseinstellung. Amirs Vater, ein Paschtune, gehört der intellektuellen Kabuler Oberschicht an, während Hassan und sein Vater zur Minderheit der Hazara gehören. Trotzdem sind Amir und Hassan die besten Freunde. Ihre Jugend in Kabul ist unbeschwert. Es ist die Zeit vor der Besatzung durch die Sowjetunion.

Amir ist ein zurückhaltender Junge, der Konflikten aus dem Weg geht und am liebsten Geschichten erfindet. Hassan liebt seine Geschichten und lässt sie sich immer wieder von ihm erzählen. Außerdem lieben beide Drachenflug-Wettbewerbe. Sie sind darin wahre Meister. Doch bei einem Wettkampf wird Hassan, gerade als er für Amir den eroberten Drachen erlaufen will, von einer Gruppe Jugendlicher aufgehalten. Amir wird Zeuge, wie Hassan - als Hazara verspottet - von einem der Jugendlichen vergewaltigt wird. Amir greift nicht ein. Sein schlechtes Gewissen plagt ihn danach so sehr, dass er Hassan nicht mehr unter die Augen treten kann. Er bezichtigt ihn des Diebstahls - in den Augen von Amirs Vater des schlimmsten Verbrechens unter Menschen - und erreicht, was er wollte: Hassan verlässt zusammen mit seinem Vater das Haus. Ihre Freundschaft zerbricht.

Nach dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan fliehen Amir und sein Vater nach Amerika. Von Hassan und seinem Vater, die in Afghanistan zurückgeblieben sind, hört er nichts mehr. Doch viele Jahre später erhält er einen unerwarteten Anruf. Die Taliban, die mittlerweile in Afghanistan herrschen, haben Hassan ermordet. Aber er hinterlässt einen Sohn.

Amir macht sich auf die gefährliche Reise zurück in seine Heimat, um den Sohn zu retten und an ihm wieder gut zu machen, was er Hassan angetan hat. Nicht zuletzt begreift er, dass Hassan noch viel mehr für ihn gewesen ist als ein Freund.

Nachdem das Drachenlaufen während der Herrschaft der Taliban verboten wurde, ist es mittlerweile zum Symbol für Frieden und Freiheit geworden. Diese spannende und an vielen Stellen bewegende Geschichte hat Autor Khaled Hosseini in seinem Roman erzählt. Der Film beeindruckt vor allen Dingen durch die beiden jugendlichen Hauptdarsteller. Den Erzählfluss und die Bilderwelt des Romans hat er aber nicht. Zu schnell sind die Szenenwechsel, zu stichpunktartig werden die Konflikte benannt und zu oft nimmt der Film eine typisch amerikanische Perspektive ein.

Wer das Buch gelesen hat, dem wird die kraftvolle, bilderreiche und zugleich so ruhig erzählte Welt fehlen, in die Hosseini seine Leser mitgenommen hat. Aber wer das Buch noch nicht gelesen hat, wird einen durchaus spannenden Film erleben - und hinter all der Gewalt ein Afghanistan fernab von Krieg und Selbstmordanschlägen entdecken, das es hoffentlich einmal wieder werden wird. sch




 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Rudi Richter schrieb am 05.02.2008, 09:16

Danke für die tollen Kinotipps

Ich wollte nur mal anmerken, dass das ein toller Service der kobinet-nachrichten neuerdings ist, dass die Kinotipps und Filmberichte von Anke Glasmacher erscheinen. Das schafft nicht nur ein neues Spektrum und Anregungen, mal ins Kino zu gehen, sondern die Berichte sind auch sehr erfrischend.

Also vielen Dank und weiterhin eine flinke Feder

Rudi Richter

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